19 Minuten später als Neil Armstrong betrat Buzz Aldrin (Foto) 1969 die Oberfläche des Mondes. Eigentlich hätte die Reihenfolge andersherum sein sollen... Foto: dpa

Zweiter Mann auf dem Mond zu sein ist fast wie ein Fluch. Doch mittlerweile hat sich Edwin "Buzz" Aldrin, der am 20. Januar 85 wird, mit seiner Rolle versöhnt. Es war kein einfacher Weg.

Washington - Der Zweite zu sein ist stets eine schwierige Rolle - zweiter Mann auf dem Mond zu sein ist fast wie ein Fluch. Doch mittlerweile hat sich Edwin "Buzz" Aldrin, der am 20. Januar 85 wird, mit der Tatsache versöhnt, dass er vor vier Jahrzehnten ganze 19 Minuten nach Neil Armstrong den Erdtrabanten betrat.

Die Mondlandung war für den damals 39 Jahre alten Nasa-Astronauten der berufliche Höhepunkt. Zurück auf der Erde geriet seine Karriere ins Stocken, er erlitt einen Nervenzusammenbruch, wurde depressiv und alkoholsüchtig. Drei Ehen scheiterten. „An einem Tag bist du der große Held, und am nächsten Tag sitzt du im Auto und bekommst von einem Polizisten einen Strafzettel, weil du zu schnell unterwegs warst“, sagte Aldrin erst vor kurzem bei einer Veranstaltung in New York.

„Ich habe eine Veranlagung zur Depression geerbt und angefangen, mehr und mehr zu trinken. Also hatte ich gleich zwei Probleme am Hals, und damit war ich die nächsten Jahre erst einmal beschäftigt. Es ging in meinem Leben also nicht so sehr um die Reise zum Mond, sondern um die Rückkehr zu Erde.“ Inzwischen setzt Aldrin socj öffentlich für den Kampf gegen Depression und Alkoholismus ein. „Das ist zwar nicht das, was ich für mein Leben erwartet hatte, aber wenn die Dinge auseinanderfallen, muss man sie wieder zusammensetzen.“

Geboren wurde Edwin Aldrin 1930 im US-Bundesstaat New Jersey als jüngstes von drei Kindern. Weil seine Schwester das englische Wort für Bruder - „brother“ - immer wie „buzzer“ aussprach, wurde aus Edwin schließlich Buzz. Er studierte Maschinenbau an der Militärakademie West Point, ging zur Air Force und promovierte. Mitte der 1950er war er drei Jahre im rheinland-pfälzischen Bitburg stationiert, 1963 rückte er ins Nasa-Mond-Programm auf.

Doch nach der Mondlandung geriet seine Karriere ins Stocken. 1971 verließ Aldrin die Nasa, gründete ein Raumschiff-, Forschungs- und Design-Unternehmen, versuchte sich als Berater einer Ölgesellschaft, als Händler von Cadillacs und Werbeträger für Volkswagen. Die Begeisterung für die Raumfahrt ließ ihn jedoch nie los, und bis heute mischt er sich immer wieder öffentlich in die Weltraum-Strategie der USA ein. „Die Maxime heißt: Zum Mars und nicht zurück zum Mond“, kommentierte er jüngst. „Auf dem Mars könnte es Leben geben, deshalb sollten wir verdammt noch mal dort hingehen und es uns anschauen“.

Wir blicken zurück auf das Leben des zweiten Moonwalkers!

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