Nur die Zuschauer müssen sich noch an die neue Strecke des Buurefasnachtsumzugs gewöhnen: Tausende Menschen drängten sich vor allem an der Hauptstraße und im vorderen Teil von Alt-Weil.
Dass Großes bevorsteht, war schon den ganzen Sonntagmorgen in Weil nicht zu überhören. Mit lautstarker Begleitung der Traktorhupe oder begleitet von Disco-Musik zogen die fantasievoll geschmückten Wagen die Hauptstraße entlang in Richtung Tüllinger.
Die Weiler sind die neue Streckenführung, die dieses Jahr erst auf halber Höhe der Hauptstraße in Richtung Alt-Weil beginnt, ganz offensichtlich noch nicht gewöhnt: Noch kurz vor Beginn sind viele Menschen vom Weiler Westen aus in Richtung Alt-Weil unterwegs – und müssen dort erst an den vielen Wagen und Gruppen vorbei, die sich bereits zum Abmarsch bereit gemacht haben.
Spielmannszug gibt Signal zum Aufbruch
Um Punkt 13.30 Uhr geht es los, angeführt wird der Zug durch den Weiler Spielmannszug. Dieser hat denn auch schon ein paar Takte gespielt, bis er an der Ehrentribüne gegenüber des Berliner Platzes vorbeizieht.
Auch diese hat ihren Standort gewechselt. Neben Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Bürgermeister Lorenz Wehrle stehen dort auch Stadträte und andere Verantwortungsträger, um den Buurefasnachtsumzug in voller Länge zu verfolgen.
Vorne auf der Hauptstraße drängen sich die Leute
Der erste Abschnitt, die breit ausgebaute Hauptstraße bis zum Läublinpark entlang, ist äußerst gut besucht.
Links und rechts der Hauptstraße drängen sich die Menschen. Die vorderen Reihen sind ganz den Kindern – und an manchen Stellen auch den ganz Alten vorbehalten.
Die Sonne scheint und die Narren sind ausgelassen. Sie tanzen und hüpfen auf der Straße, lautstark begleitet von Musik aus einer Box, die im Wagen mitgezogen wird, und die Zuschauer hüpfen mit.
Unter ihnen sind auch Fans der Weiler Fasnacht, die von weither angereist sind, obwohl sie dieses Mal keinen Platz im Zug bekommen haben. Dazu gehört der Spielmanns- und Fanfarenzug aus Rheinsheim an der Grenze zur Pfalz. Die feierlustigen Narren sind mit einem Fünfziger-Bus angereist und verfolgen den Zug jetzt gut gelaunt vom Straßenrand aus.
Die leeren Taschen, welche die vielen Kinder den Narren hinhalten, füllen sich in Windeseile. Hier und da gibt es aber auch einen schwarzen Strich auf die Nase oder eine Faust voller Konfetti in den Hemdausschnitt.
Die Sonne strahlt frühlingshaft vom Himmel, als die ersten Cliquen am Läublinpark in die Hinterdorfstraße einbiegen. Auch dort haben sich viele Menschen an den Straßenrändern aufgestellt. Viele haben sich als Gruppe kostümiert, manche gleich auch einen Tisch und Stühle an den Straßenrand gestellt, wo in den immer wieder auftretenden „Umzugspausen“ fröhlich gezecht und geschmaust wird.
In den Umzugspausen wird es richtig still
Etwas ruhiger geht es weiter hinten in Alt-Weil zu. Bis hierher haben es die Schlachtenbummler nicht geschafft, die Straßen gehören ganz den Bewohnern.
Hin und wieder bleibt Zeit für ein kleines Gespräch oder ein Gruppenfoto mit Kostümierten. In den Umzugspausen wird es hier sogar richtig still.
Das ändert sich, als der Zug sich dem Lindenplatz nähert, traditionell Dreh- und Angelpunkt der Weiler Fasnacht. Hier steht der Narrenbaum, hier haben es sich Alt-Weiler und Gäste an einem eigens aufgestellten Tisch bequem gemacht, wo während des gesamten Umzugs Häppchen und Getränke angeboten werden.
Essen und Trinken gibt es an vielen Ständen
Essen und Trinken gibt es aber auch für die anderen Besucher, an zahlreichen Verpflegungsständen entlang der Strecke. Doch kaum jemandem scheint der Sinn nach Würstchen oder Waffeln zu stehen.
Kinder, aber auch Erwachsene sind erpicht auf Süßigkeiten und andere Zuwendungen, etwa Blumen oder Orangen, die von den Wagen aus verteilt werden. Und wer nicht aufpasst, dem kann es passieren, dass ihm unverhofft eine Zwiebel um die Ohren fliegt.
Verzögerungen beim Start
Dass es immer wieder zu längeren Pausen kam, während der Buurefasnachtsumzug durch die Straßen Alt-Weils zog, kam nicht bei allen gut an. „Die lassen sich aber Zeit“, sagte eine Zuschauerin zur anderen, als minutenlang weit und breit keine neue Gruppe zu sehen war, während sich der Himmel langsam mit Wolken zuzog. Die ersten Gruppen waren längst fertig und mischten sich unter die Zuschauer am Straßenrand oder das feiernde Völkchen im Narrendorf rund um den Berliner Platz. Nicht weit davon – in Richtung Gemeinschaftsschule standen über zwei Stunden nach Umzugsbeginn noch mehrere Gruppen und warteten auf ihr Zeichen zum Start. Insbesondere die Geduld der Eltern, die kleine Kinder dabeihatten und diese bei Laune halten mussten, wurde dabei auf die Probe gestellt.
Standhafte Ehrengäste und Helfer
Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und ihr „Gefolge“ bedeutender Persönlichkeiten der Stadt Weil hielten während runder drei Stunden auf der Ehrentribüne die Stellung, um allen 129 teilnehmenden Gruppen die Ehre zu erweisen. Standhaft zeigten sich auch die vielen freiwilligen Helfer von verschiedenen Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes sowie Polizisten, Feuerwehrleute und Ordner, die in großer Zahl entlang der Strecke postiert waren und in Sachen Sicherheit und im Hinblick auf eventuelle unvorhergesehene Vorfälle nichts dem Zufall überließen.
Weitere Bilder vom Buurefasnachtsumzug sind hier in einer Online-Galerie zu finden.