Seit 22 Jahren ist er in der Buurefasnacht aktiv, heute führt er die IG Straßenfasnacht: Andreas Kiesewetter. Foto: Beatrice Ehrlich

Die Buurefasnacht mit dem großen Umzug am Sonntag als Höhepunkt bestimmt diese Woche das Geschehen in Weil am Rhein. Mittendrin: Andreas Kiesewetter, Vorsitzender der IG Straßenfasnacht.

Der Countdown läuft für den großen Weiler Buurefasnachtsumzug am Sonntag.

 

Schon zwei Wochen davor hat der Vorsitzende der IG Weiler Straßenfasnacht die Lautlos-Funktion seines Handys abgestellt. Für seine acht Vorstandskollegen, die Helfer, die Cliquen und die Stadtverwaltung ist er jederzeit erreichbar. Zum zweiten Mal zeichnet er in diesem Jahr für die Organisation der Straßenfasnacht verantwortlich.

Sieben Tage Urlaub, sieben Tage Stress

Um sich ganz der Fasnacht widmen zu können, hat Andreas Kiesewetter, von Berufs wegen frischgebackener Schliengener Bauamtsleiter, sieben Tage frei genommen. Fasnacht, das sei Stress und viel Arbeit, erklärt der 35-Jährige. Der Spaß soll aber dabei nicht zu kurz kommen. Deswegen versucht er, bei vielen fasnächtlichen Veranstaltungen dabei zu sein – in Weil, aber auch in den Nachbarorten. Bei der Gugge-Explosion in Lörrach am Samstag hat er sogar spontan eine Moderatorenrolle übernommen.

„Die Fasnacht ist ein Teil von Weil. Es ist eine Kultur, die dazugehört und die weitergeführt werden muss“, ist der engagierte Vorsitzende überzeugt. Seit er 13 Jahre alt war, ist er bei der Fasnacht aktiv. Er machte schon in einer Clique mit, sang auch Schnitzelbängg.

Alt-Weil rüstet sich für den großen Fasnachtsumzug am Sonntag. Foto: Beatrice Ehrlich

Während der Buurefasnacht sei er „überall“ anzutreffen: beim Narrenbaum setzen, den Hemdglunki-Umzügen, beim Umzugs-Aufbau, dem Gugge-Monsterkonzert und beim Fasnachtsfeuer. Beim Zunftabend beteiligte er sich am Zunftmeistertanz und auch dem Frauerächt und dem Fritigsball der Rhy-Deufel will er einen Besuch abstatten. „Alles, was geht“, heißt seine Devise. Wenn auch in Maßen: Als Verantwortlicher müsse man schauen, dass man nicht krank wird.

„Etwas für die Gemeinschaft tun“

Seine Mitstreiter und er wollten etwas für die Leute tun, für die Bevölkerung und die Gemeinschaft. Dazu beizutragen, die diese die Alltagssorgen für ein paar Stunden ausklammern könne, sei der größte Lohn für die ganze Arbeit, sagt Kiesewetter.

Bei den beiden großen Veranstaltungen, dem Gugge-Monsterkonzert und dem Buurefasnachtsumzug, kann er auf rund 100 freiwillige Helfer zurückgreifen, die entlang der Strecke und im Zug als Ordner sowie beim Aufbau im Einsatz sind.

Bewährte Sicherheitsmaßnahmen

Sicherheitsmaßnahmen, die über das Normalmaß hinausgehen, seien nicht geplant. Allenfalls an ein paar „Schräubchen“ habe man gedreht. „Es gibt keine gesonderten Vorgaben. Das läuft so, wie wir das seit Jahren machen“, verweist er auf das bewährte, mit der Stadtverwaltung und der Polizei abgestimmte Sicherheitskonzept.

Weit über hundert Zünfte und Cliquen

Weit über hundert Cliquen und Zünfte werden beim Umzug dabei sein, darunter Stammgäste, aber auch neu gegründete Cliquen.

Wenn sich die gute Wettervorhersage bewahrheitet könnten die Zuschauerzahlen könnten so wie in den vergangenen Jahren, in die Zehntausende gehen. 15 Grad bei null Regen, sagt die Wetter-App Stand heute. „Besser könnte es nicht laufen“, freut sich Kiesewetter.

„Wir achten auf Abwechslung“

Hin und wieder müsse er Cliquen eine Absage machen. Grund seien die vielen Anfragen thematisch ähnlich aufgestellter Gruppen – Hexen, Dämonen und Geister gebe es einfach sehr, sehr viele. Gewollt sei ein bunter, möglichst vielseitiger Zug. Da müssten die Verantwortlichen eine Auswahl treffen. „Wir achten darauf, dass es eine gewisse Abwechslung gibt“, erläutert er. Auch die Reihenfolge beim Umzug sei wichtig. So dürfe eine Guggenmusik nicht von einem Wagen mit Discomusik übertönt werden.

Neue Umzugsstrecke feiert Premiere

Nun sind es nur noch wenige Tage: Andreas Kiesewetter freut sich nun auf die vor ihm liegenden Tage. Besonders gespannt ist er, wie die neue Umzugsstrecke funktioniert, und wie sie beim Publikum angenommen wird.

Was ist neu?

In diesem Jahr ist einiges anders: Der Umzug hat seine Richtung geändert, die Aufstellung der teilnehmenden Gruppen findet auf der Hauptstraße, etwa ab Höhe der Turmstraße statt.

Die neue Umzugsstrecke beginnt in der Hauptstraße, führt dann in Richtung Alt-Weil und beschreibt dort eine große Schlaufe. Foto: IG Weiler Straßenfasnacht

Die Ehrengäste werden vor Umzugsbeginn im Stapflehus empfangen und im Anschluss von Weils jüngster Guggemusik, den Notehobler, zur Ehrentribüne am Berliner Platz gebracht. Diese steht schräg gegenüber ihres bisherigen Standorts. Der Spielmannszug, der den Fasnachtsumzug traditionell anführt, hat dann schon mit Marschrichtung Alt-Weil Aufstellung genommen. Vier Moderatoren kommentieren das Geschehen entlang der Strecke: am Berliner Platz, am Läublinplatz, am Alten Rathaus und kurz vor dem Lindenplatz. Einer der Sprecher sei zum ersten Mal dabei, verrät Kiesewetter.

Entlang der Umzugsstrecke besteht Halteverbot. Die Organisatoren bitten darum, sein Auto auch in den umliegenden Straßen nicht im Parkverbot abzustellen, über das dort schon frühzeitig informiert wurde. Parkmöglichkeiten gibt es am Dreiländergarten und am Kaufring, am Kant-Gymnasium, am Hieber-Markt, am Friedhof und an der Karl-Tschamber-Schule.