Weil der Landkreis innerörtliche Angebote im Regionalbusverkehr kürzt, soll VS an einer Stelle einspringen – an der aber gleichzeitig eine andere Linie wegfallen soll.
Die Einschnitte, die der Schwarzwald-Baar-Kreis im Regionalbusverkehr vornimmt, betreffen auch Villingen-Schwenningen und die Ortsteile.
Wie genau sich die Sparmaßnahmen auf den innerörtlichen Verkehr mit auswirken werden und inwiefern die Stadt selbst jedenfalls teilweise gegensteuern will, mit dieser Frage befasst sich nun der Verwaltungs- und Kulturausschuss des VS-Gemeinderats in seiner nächsten öffentlichen Sitzung (Mittwoch, 28. Januar, Neckarhalle in Schwenningen, 16 Uhr).
Hintergrund ist der Kreistagsbeschluss vom November, mit dem der Schwarzwald-Baar-Kreis kurzfristige Angebotsreduzierungen beschlossen hat, um Kosten zu senken. Betroffen sind mehrere Regionalbuslinien, die bislang auch innerstädtische Funktionen übernommen haben. Ziel ist es, innerörtliche Doppelstrukturen zwischen Stadtbus- und Regionalbusverkehr zu reduzieren, ohne die Mindeststandards des kreisweiten Nahverkehrsplans zu unterschreiten.
In Villingen betrifft dies unter anderem die Linien 640 (Villingen – Rietheim – Pfaffenweiler – Tannheim – Herzogenweiler) und 660 (Villingen – Mönchweiler – St. Georgen), die künftig direkter zum Bahnhof fahren und den Innenstadtring nur noch bei schulrelevanten Fahrten bedienen. Für diese Linien empfiehlt die Stadt keine Zubestellung zusätzlicher Leistungen. Die Erschließung durch den Stadtbus sei weiterhin gewährleistet.
Stadt bestellt – und streicht die Linie 16
Anders sieht es bei der Linie 650 (Villingen – Obereschach – Kappel – Niedereschach – Fischbach) aus: Diese Linie verkehrt bislang auch durch das Industriegebiet Vockenhausen, genau wie auch noch die Stadtbuslinie 16. Der Kreis hat deshalb beschlossen, den Schlenker der Linie 650 durch dieses Industriegebiet zu streichen. Die Stadt wiederum will die Linie 16 spätestens zum 1. Januar 2027 aufgeben. Damit das Industriegebiet Vockenhausen aber dennoch weiterhin angebunden bleibt, will man nun – so der Vorschlag der Verwaltung an den zuständigen Ratsausschuss – Verkehrsleistungen in Höhe von rund 42 400 Euro pro Jahr beim Landkreis bestellen – sprich: Der 650er-Bus soll hier weiterhin entlangfahren, bezahlen wird’s künftig allerdings nicht mehr der Kreis, sondern die Stadt.
Auch im Stadtbezirk Schwenningen sowie in den Teilorten Mühlhausen, Weigheim, Pfaffenweiler und Tannheim sind Haltestellenstreichungen auf den Regionalbuslinien vorgesehen. Die Stadtverwaltung sei „die Erreichbarkeit weiterhin gesichert.“
Laut Verwaltung führen die Änderungen zwar zu Komforteinbußen, die Grundversorgung und insbesondere der Schülerverkehr bleiben jedoch gewahrt, wie betont wird. Ein Abstimmungstermin zwischen Stadt und Landkreis über das weitere Vorgehen ist noch für diesen Monat vorgesehen.