Ab 2027 stehen Villingen-Schwenningen Änderungen im Nahverkehr bevor: Weniger Linien, höhere Preise und ein neues On-Demand-System für Fahrten.
Weniger Fahrten, Rufbusse werden gestrichen und durch On-Demand-Taxis ersetzt, und teurer werden die Tickets auch. So sieht’s aus, das reguläre Buslinienangebot ab dem Jahr 2027, für das jetzt die öffentliche Ausschreibung angelaufen ist.
Wie geht es mit dem öffentlichen Nahverkehr, genauer gesagt dem Busverkehr weiter? Zum 1.Januar 2027 endet die Vertragslaufzeit des bestehenden Stadtverkehrskonzeptes „VSBus“.
Zur Sicherstellung einer nahtlosen Fortführung des Angebots, so entnimmt man dies einer entsprechenden Vorlage an den Gemeinderat, bereitet die Stadt Villingen-Schwenningen ein zweistufiges europaweites Vergabeverfahren vor.
Die erste Stufe
Die erste Stufe sei die Vorabbekanntmachung (VAB). Diese diene dazu, den Markt über die beabsichtigte Vergabe zu informieren. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sollte jedoch nun geprüft werden, ob und wie das Leistungsangebot reduziert und die VAB angepasst werden könne, um Einsparungen zu ermöglichen, mit dem Ziel, bis spätestens Frühherbst 2026 vergeben zu können.
Die Pläne der Stadt, die im Herbst vom Gemeinderat auch so beschlossen wurden: Betriebslaufzeiten der Busse sollen verlängert werden, auf zehn statt fünf Jahre. Ein weiterer Baustein zur Verminderung der Ausgaben sei die Verringerung des Leistungsumfangs im Vergleich zum aktuellen Linien-Angebot.
Einen Schnitt gab es auch beim bisherigen Rufbusverkehr, dieser soll durch ein einheitliches On-Demand-System ersetzt werden, um eine Bedienstruktur für das Stadtgebiet zu schaffen, mittels Fahrten von definierten Haltestellen zu zentralen Umsteigepunkten (Bahnhof, Busbahnhof , flexible Fahrtzeiten, buchbar über App, Telefon oder Web. Lokale Taxiunternehmen, so der Plan, sollen den On-Demand-Part übernehmen.
Kosten sparen
Die mögliche Kostenersparnis in angespannten Budgetzeiten war der Grund für die nun vom Gremium auch so beschlossenen Änderungsvorschläge.
Doch wie die Vorlage der Verwaltung an den Gemeinderat zeigte: Um hohe Summen geht es nicht: In der laufenden Haushaltsplanung 2026 und folgende sind konstant jährliche Aufwendungen in Höhe von 5,9 Millionen Euro veranschlagt worden. Hierin wurden bereits Einsparpotenziale in Höhe von etwa einer Million Euro berücksichtigt.
Aufgrund der Reduzierungen, heißt es weiter, könne dieser Ansatz nach aktueller Einschätzung auf 5,7 Millionen Euro jährlich ab 2027 herabgesetzt werden. Und damit jährlich 200 000 Euro eingespart werden. Das Abstimmungsergebnis war deutlich: 21 Ja-, fünf Neinstimmen und drei Enthaltungen. Lediglich Armin Schott (Bündnisgrüne) und Olaf Barth (AfD) äußerten Bedenken.