Was die Anbindung des Sommerauer Hofs angeht, plant der Landkreis Einsparungen. Foto: Daniela Schneider

In finanziell schwierigen Zeiten müsste St. Georgen in die Bresche springen, um den Standard beim Busverkehr in der Stadt zu erhalten. Ob es dazu kommt, entscheidet sich noch.

Weil der Landkreis sparen muss, setzt er beim Busverkehr den Rotstift an. Betroffen ist davon auch St. Georgen – und zwar in zweifacher Hinsicht. Ob die Änderungen jedoch auch langfristig zum Tragen kommen, wird sich noch zeigen. Stadtverwaltung und Gemeinderat der Bergstadt könnten noch ihr Veto einlegen – auch wenn es die Stadt mehrere Tausend Euro kostet.

 

Doch von vorne: Um die angespannte Haushaltslage zu entschärfen, hat der Kreistag beschlossen, Buslinien zu streichen. Das betrifft eine Reihe zusätzlicher innerörtlicher Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die über die Vorgaben des Nahverkehrsplans hinausgehen, deutlich reduziert.

Auch der St. Georgener Nahverkehr blieb vor Streichungen nicht bewahrt. Die Pläne des Landkreises: Zum einen sollen einige Fahrten zur Seebauernhöhe weggelassen werden. Bisher läuft die Anbindung im Halbstundentakt. Hier ist vonseiten des Landkreises eine Reduzierung auf den Stundentakt vorgesehen.

Bislang ist der Bereich von der Alten Landstraße beziehungsweise vom Bahnhof her angebunden, teilweise auch über den Bereich Rupertsberg. Das Einsparpotenzial beziffert das Landratsamt mit 20 000 Euro.

Eine Umstellung vom Halbstunden- auf den Stundentakt ist auch für den Bereich Halde und Sommerauer Hof geplant. Die Linien 670, 590 und 660 binden bisher die Innenstadt auf diesem Weg an, während gleichzeitig auch noch Busverkehr auf der B 33 mit den Linien 540 und 660 verläuft.

Stadt will den bisherigen Standard erhalten

Nun ist geplant, die Fahrten zur Stadtmitte und den Umweg über die Halde zu reduzieren beziehungsweise nur noch im Stundentakt verkehren zu lassen. Das soll dem Kreis eine Einsparung in Höhe von rund 11 400 Euro einbringen.

Für Nutzer der Busverbindungen würde das längere Wartezeiten und weniger Flexibilität bedeuten. Doch die Stadt könnte sie davor noch bewahren. Einziger Ausweg für Verwaltung und Gemeinderat: Die Stadt müsste selbst finanziell in die Bresche springen, um den Standard zu erhalten – und das in Zeiten, in denen allerorts die Kassen klamm sind.

30 000 Euro sind im Haushalt eingeplant

Noch ist nicht klar, wie die Entscheidung am Ende aussehen wird. Wie Bürgermeister Michael Rieger in der letzten Gemeinderatssitzung des vergangenen Jahres berichtete – kurz bevor es an die Verabschiedung des Haushalts für 2026 ging – wurden in diesen noch 30 000 Euro zusätzlich für den Stadtlinienverkehr aufgenommen.

Vorerst ist die Summe nur rein vorsorglich eingestellt – falls sich die Stadt entschließt, den Verkehr auf den durch den Landkreis gestrichenen Linien selbst zu finanzieren. Ob die Stadt das Geld auch wirklich zu diesem Zweck in die Hand nehmen wird, entscheidet letztlich der Gemeinderat – voraussichtlich, wie es aus dem Rathaus heißt, in einer Sitzung Mitte Februar.