Übervolle Busse, weniger Platz und trotzdem teurere Busfahrticket – das zumindest bemängelt eine Göllsdorferin. Unsere Redaktion fragt nach, was da los ist.
Schnee, Glätte und eisige Temperaturen – so sah es zumindest noch vor ein paar Tagen aus. Nicht gerade das beste Fahrrad-Wetter findet eine Leserin aus Göllsdorf, die stattdessen an diesen Tagen auf den Busverkehr umgestiegen ist. Doch das sei nicht sehr empfehlenswert, meint sie nach dieser Erfahrung.
Normalerweise gehe sie immer um 7 Uhr aus dem Haus und fahre mit dem Fahrrad nach Rottweil – Fahrzeit: etwa eine Viertelstunde – berichtet sie unserer Redaktion. Theoretisch würde sie diese Zeit auch mit dem Bus schaffen. Denn: Die Verbindung von Göllsdorf nach Rottweil sei eigentlich gut, wie sie findet. Normalerweise fahre jede halbe Stunde ein Bus. Morgens habe sie sogar die Möglichkeit, einen von zwei Bussen, die kurz nacheinander fahren, zu nehmen.
Beide Busse morgens voll ausgelastet
So weit, so gut. Doch genau diese beiden Busse, die gleichzeitig als Schulbusse eingesetzt würden, seien total überladen, wie sie beschreibt. Im ersten Bus hätten morgens nur noch fünf Personen einsteigen können, und auch der zweite Bus sei schon sehr voll gewesen. Da sei es schwierig für die etwa 25 Personen – darunter Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene – noch einsteigen zu können. Man müsse sich „regelrecht hineindrücken“.
Teurere Tickets und weniger Komfort
Bis zur Fahrplanänderung im Dezember sei einer der beiden Busse noch mit einem Anhänger gefahren. Doch dieser sei nun ebenfalls weggefallen. „Durch Einsparung des Anhängers fehlt sozusagen ein kompletter Bus, aber dafür wird an der Erhöhung der Fahrpreise nicht gespart“, ärgert sie sich.
Denn: Auch die Ticketpreise seien gestiegen. Nun koste ein Einzelticket nicht mehr 2,70 Euro, sondern 3,10 Euro – und das für vier Stationen in ihrem Fall. Grund der Erhöhung seien laut der Betreiber allgemein gestiegene Kosten.
Aufgrund der Fülle im Bus, habe die Göllsdorferin sich aber „gezwungen gefühlt“, bereits an einer früheren Haltestelle auszusteigen und den restlichen Weg bis zur Arbeit zu Fuß zu gehen. „Bevor ich noch im Bus zusammenklappe“, sagt sie. „Mit solchen Aktionen macht man den öffentlichen Nahverkehr nicht wirklich attraktiver.“
Vergrößerung wirtschaftlich nicht sinnvoll
Auf Nachfrage beim Landratsamt wird unserer Redaktion mitgeteilt, dass dem Nahverkehrsamt derzeit keine Beschwerden für die Strecke vorliegen würden. Gerade im Schüler- oder Berufsverkehr könnten stark ausgelastete Fahrten nicht vollständig vermieden werden. Die Vergrößerung der Busflotte wäre mit „erheblich zusätzlichen Kosten“ verbunden und daher aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar, erklärt Pressesprecherin Andera Schmider.
Für die Erstellung der Fahrpläne im Kreis Rottweil seien sowohl die eigenwirtschaftlichen Busbetriebe (für den Stadt-Bus) als auch das Nahverkehrsamt (für die Move-Busse) zuständig. Sie seien bestrebt, die Fahrpläne so gut wie möglich an die Bedürfnisse der Passagiere anzupassen.
Das gelinge aber aus verschiedenen Gründen nicht immer, so die Pressesprecherin. „Wir sind, gemeinsam mit den privatwirtschaftlichen Busunternehmen, immer bemüht, die Fahrpläne so gut wie möglich an die Erfordernisse des Schul- und Berufsverkehrs anzupassen, um die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs weiter zu erhöhen. Die Belange der Fahrgäste haben dabei für uns einen hohen Stellenwert, müssen jedoch in der Summe aller ÖPNV-Nutzer gesehen werden.“