Ein neues Wohn- und Geschäftshaus soll in der Ebinger Gartenstraße entstehen, ein bestehendes Gebäude in der Poststraße 58 aufgestockt werden. Südlich der Poststraße erkennt man den Parkplatz, der mit einem Hotel überbaut werden soll.. Foto: Stadt Albstadt

Seit sechs Jahren beschäftigt das Projekt die Stadt Albstadt – jetzt tut sich endlich etwas: Auf dem Ebinger Güterbahnhofsparkplatz soll ein Hotel entstehen.

Albstadt-Ebingen - Seit kurzem liegt der Stadt Albstadt die offizielle Bauvoranfrage des – noch unbekannten – Investors vor, mit dem sie schon lange im Gespräch ist. Ihm schwebt ein flachgedeckter Gebäudequader mit fünf Vollgeschossen und einem Technikgeschoss vor, der die Mitte des derzeitigen Parkplatzes westlich des Brauhauses Zollernalb in Anspruch nehmen und 55 Meter lang, 15,5 Meter breit und etwa 19,30 Meter hoch werden soll. Die Zahl der Zimmer wird 120 betragen, die der Parkplätze 40 und die der Fahrradständer 24 – der Standard des neuen Hotels entspricht dem für Geschäftsreisende üblichen, aber natürlich sind auch Touristen, darunter solche mit Zweirädern, willkommen.

Wie Thomas Klink, Leiter der Abteilung Bauordnung im Stadtplanungsamt, am Dienstagabend in einer Sitzung des technischen und Umweltausschusses darlegte, wirft das Projekt fürs Erste zwei Fragen auf. Zum einen, ob die geplante Nutzung und die Dimensionen des Gebäudes genehmigungsfähig sind – das hängt, da kein Bebauungsplan für das Areal existiert, primär davon ab, ob das Haus sich angemessen in die Umgebung einfügt. Zum Zweiten müssen die Pläne für eine ringförmige Erschließung mit Zufahrt im Westen und Ausfahrt im Osten des Geländes geprüft werden. Was aus dem historischen Bahnhofskran werden soll, der auf dem Parkplatz steht, war im Ausschuss kein Thema; die Stadt ist aber offenbar an seiner Erhaltung interessiert.

Und an dem Projekt – zumindest ließ Oberbürgermeister Klaus Konzelmann dies anklingen und erntete darauf keinen Widerspruch aus dem Ausschuss. Allerdings befindet das Vorhaben noch nicht in der Genehmigungsphase. Immerhin, der Umstand, dass neben der früheren Post ein Hotel gebaut werden soll, scheint, wie die Stadtverwaltung andeutete, auch die Aktivitäten des Güterbahnhofinvestors beflügelt zu haben.

Eine weitere Bauvoranfrage, die Klink dem Ausschuss präsentierte, betrifft das sogenannte Kern-Areal, das – zufällig – in direkter Nachbarschaft des geplanten Hotels liegt, nämlich schräg gegenüber auf der Nordseite der Poststraße. Das Projekt zerfällt in zwei Teile: Zum einen soll das bereits bestehende große, kastenförmige, zweigeschossige Gebäude Poststraße 58 um ein Voll- und ein Staffelgeschoss für Büros, Praxen und Wohnungen erhöht werden. Zum anderen sollen die beiden nördlich angrenzenden Häuser Gartenstraße 63 und 65 abgerissen werden und einem L-förmigen Wohn- und Geschäftshaus mit vier auf der rückwärtigen Südseite gestaffelten Geschossen weichen. Dieses Haus soll 55 Meter lang, maximal 31 Meter breit und etwa 15 Meter hoch werden und eine von der Gartenstraße und seiner Westseite zugängliche Tiefgarage mit 41 Stellplätzen erhalten. Hinzu kämen 67 oberirdische Stellplätze. Die Höhe des aufgestockten Bestandsgebäudes wird maximal 16 Meter betragen; beide Häuser sollen flachgedeckt werden.

Auch der Denkmalschutzredet ein Wörtchen mit

Die Sachbearbeiter der Vor­anfrage werden laut Klink auch hier prüfen, ob die Dimensionen und die Flachdächer mit der Umgebung in Einklang stehen. Dabei wird auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden haben, denn nicht allzu weit entfernt erhebt sich die Martinskirche. In der Aussprache verwies Friedrich Rau von den Grünen darauf, dass der Westflügel des Neubaus, der kürzere Balken des "L", eventuell zurückgenommen werden müsste, um einer etwaigen späteren Bebauung des jetzigen Parkplatzes Stellestraße nicht ins Gehege zu kommen. Worauf die Stadtverwaltung eilends erklärte, dass für eine solche Bebauung derzeit keinerlei Pläne gebe.

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