Die Bushaltestellen in Ebhausen und den Ortsteilen sollen barrierefrei werden. Foto: Priestersbach

Einstimmig votierte der Ebhauser Gemeinderat dafür, die Aufnahme ins Förderprogramm des Landes für eine barrierefreie Gestaltung von Bushaltestellen zu beantragen. "Die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr ist für uns ein wichtiges Anliegen", stellte Bürgermeister Volker Schuler fest.

Ebhausen - Das geänderte Personenbeförderungsgesetz schreibt ohnehin vor, dass alle Haltestellen in Deutschland barrierefrei sein müssen. Zuständig für den entsprechenden Umbau der Bushaltestellen sind die Kommunen - was dazu führt, dass man sich jetzt auch in Ebhausen mit diesem Thema beschäftigen muss. In Baden-Württemberg wurde ein spezielles Förderprogramm aufgelegt, in dem unter anderem eine 75-prozentige Förderung für die Herstellung barrierefreier Haltestellen vorgesehen ist. "Wir wollen uns für dieses Förderprogramm bewerben", machte Bürgermeister Schuler in der Sitzung deutlich.

Nur noch ein kleiner Spalt

Barrierefreiheit bedeutet, dass die Haltestellen einen Bord erhalten, an den der Bus so anfahren kann, dass zwischen dem Gehweg und dem Bus nur noch ein kleiner Spalt besteht, der mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen problemlos überwunden werden kann, so die Verwaltungsvorlage. Zur Barrierefreiheit gehören ebenfalls Querungshilfen für Sehbehinderte und möglichst Unterstellmöglichkeiten, von denen aus man den anfahrenden Bus sehen kann und die auch für den Fahrer einsehbar sind.

Wie der Rathauschef erläuterte, gebe es in Ebhausen und den Ortsteilen insgesamt acht Haltestellen. Die geschätzten Baukosten für deren Umbau werden vom Ingenieurbüro Gauß mit rund 330 000 Euro beziffert. Dies könne und wolle man aber nicht in einem Jahr stemmen, sondern in zwei Tranchen aufteilen, so Volker Schuler. Wenn die Aufnahme ins Förderprogramm und die Planung vorliegen, könne man immer noch entscheiden, ob alle Bushaltestellen umgebaut werden.

Prüfung vor dem Umbau

"Barrierefreiheit in Ehren, aber bei diesen Kosten stockt einem der Atem", machte BWG-Rat Thomas Wiedmaier deutlich, dass er einen Umbau von Bushaltestellen vor allem dann für sinnvoll hält, wenn sowieso Umbaumaßnahmen anstehen. Auf die Frage von Karl Lang (BWG), inwiefern der Umbau von Bushaltestellen zwingend sei, erwiderte Bürgermeister Volker Schuler, dass "wir wegen einem Unterschied von zwei Zentimetern keine 30 000 Euro ausgeben werden". Vor diesem Hintergrund war Bernd Krebs (BWG) mit der geplanten Vorgehensweise der Verwaltung einverstanden, Bushaltestelle für Bushaltestelle zu prüfen, bevor ein Umbau erfolge.