Die Fördersituation rund um eine Bushaltestelle in Tuningen verärgert die Gemeinderäte. (Symbolfoto) Foto: pixabay

Der Gemeinderat wählt die billigere Lösung für die Bushaltestelle – verliert dafür 75 Prozent Landesförderung. Was Sparen am Ende teurer und Räte fassungslos macht.

Entgegen der Ursprungsplanung, in der die im Bereich der Ortseinfahrt gelegene Bushaltestelle in der Dengenstraße barrierefrei umgebaut werden sollte, hat sich der Gemeinderat jetzt für die günstigere Variante entschieden.

 

Doch das hat seinen Preis: Verzichtet wird in diesem Zuge jedoch auf die 75-prozentige Landesförderung.

Ein Förderdschungel

Das Büro Langenbacher hatte in der vorigen Gemeinderatsitzung die Variante vorgestellt, wonach die aktuelle Busbucht wegfällt und der Bus direkt auf der Fahrbahn vor dem Kreisverkehr parkt.

Aus Sicht der Gemeinderäte verursacht dies aber ein zu hohes Rückstaurisiko der nachkommenden Fahrzeuge – und die Bucht wird immer wieder auch für Fahrerpausen der Busfahrer genutzt.

Das Planungsbüro wurde deshalb gebeten, zu prüfen, welche Kosten dies bedeuten würde und ob auch bei dieser Variante die Landesförderung möglich sei. Die Ursprungsvariante lag bei 57 000 Euro, das Land hätte sich mit 42 750 Euro daran beteiligt.

Die jetzige Version ist jedoch deutlich günstiger und liegt lediglich bei 35 000 Euro.

Räte zeigen Unverständnis

Die Kämmerin Anina Renner verwies auf ein Schreiben des Regierungspräsidiums wonach das Mindestinvestionsvolumen bei den geförderten Maßnahmen bei 50 000 Euro liegen müsse. Für dieses Projekt erhalte man somit keinen Zuschuss. Trotz eines Mehraufwandes von unterm Strich nun 20 000 Euro entschieden sich die Räte nach einigen Diskussionen für den Erhalt der Busbucht. Aber selbst bei dem Erhalt der Busbucht und einer höheren Investitionssumme hätte man aktuell keine Förderchance, dann hätte die Busbucht eine Mindestlänge von 80 Metern aufweisen müssen, was technisch ohnehin nicht möglich gewesen wäre und auch in keiner Relation stehe.

Allerdings sorgte der Wegfall der Förderungsentscheidung für Unverständnis bei den Räten. Eigentlich sei man angehalten zu sparen, wo es geht, aber so wird das Gegenteil trotz Kostenreduzierungen erreicht. Dennoch stehe man nun zu der Entscheidung im Sinne eines ungestörten Verkehrsflusses diese Mehrkosten zu stemmen, entsprechende Mittel wurden nun in den Haushalt eingestellt.