Die Rottenburger Firma Omnibus Groß betankt ihre Fahrzeuge neuerdings mit Diesel aus pflanzlichen Rohstoffen. Foto: Firma Omnibus Groß

Omnibus Groß hat seine Flotte auf „erneuerbaren Diesel“ umgestellt. Der Treibstoff wird aus altem Speiseöl und pflanzlichen Reststoffen hergestellt.

Das gilt als Brückentechnologie bis zum Umstieg auf Elektro-Busse. Die Rottenburger Firma Omnibus Groß hat ihre gesamte Busflotte im vergangenen September auf den zertifizierten Treibstoff HVO100 umgestellt (Hydrotreated Vegetable Oil). Nun hat die Firma eine erste Bilanz gezogen: Es funktioniert, und zwar reibungslos.

 

„Die Umstellung verläuft zuverlässig, ohne technische Anpassungen und mit nachweisbaren Effekten für die Emissionsbilanz“, schreibt Geschäftsführerin Claudia Groß in einer Pressemitteilung. Der Bio-Treibstoff produziere „bis zu 90 Prozent“ weniger Kohlendioxid als herkömmlicher fossiler Diesel. Auch der Ausstoß von Feinstaub und Stickstoff sei niedriger. Groß lässt das Ganze nach den üblichen DIN-Normen überprüfen.

Die Umstellung war technisch unkompliziert, weil die herkömmlichen Motoren auch den neuen Treibstoff verarbeiten können: „keine Anpassungen an Werkstatt, Tankanlage oder Fahrzeugtechnik erforderlich“. Die Fahrzeugleistung sei unverändert im Vergleich zu fossilem Diesel. Den neuen Treibstoff bezieht Groß „ausschließlich von einem zertifizierten Lieferanten“.

Brückentechnologie bis zur Batterie

„Perspektivisch werden batterie- und wasserstoffbasierte Busse eine wichtige Rolle einnehmen“, schreibt die Firma. „Der flächendeckende Einsatz“ von E-Bussen sei aber „an hohe Investitionen, Netzausbau und eine langfristige Infrastruktur-Entwicklung gebunden“. Der Vorteil des HVO-Diesels sei demgegenüber: „Er ermöglicht eine direkte und kurzfristige Emissionsminderung im bestehenden Fuhrpark.“ Fazit: „Damit fungiert der Kraftstoff als Brückentechnologie, die Klimaschutzziele unterstützt, bis andere Antriebstechnologien technisch und wirtschaftlich breit verfügbar sind.“

Linie zwischen Oberndorf, Rottenburg und Tübingen

Die Firma Groß betreibt die Überland-Linie 18 zwischen Oberndorf, Rottenburg und Tübingen (bis hinauf zu den Kliniken und nach Hagelloch). Innerhalb des Tübinger Stadtgebiets stellt die Stadtwerke-Tochter „TüBus“ bereits schrittweise auf E-Busse um.