Wiebke und Robert in ihrem Van im 70er-Jahre-Stil Foto: Schwarz

Rund 90 stolze Besitzer individuell ausgebauter Vans haben am vergangenen Wochenende mit ihren Fahrzeugen das dort inzwischen jährlich stattfindende „Busbastler-Basecamp“ auf dem Dornstetter Campingplatz besucht – und einander einmal mehr ganz neu inspiriert.

Trotz herbstlicher Temperaturen wurde es noch einmal lebendig auf dem Campingplatz nahe der Königskanzel. Das inzwischen siebte „Busbastler-Basecamp“ fand bereits zum fünften Mal in Folge in Dornstetten statt. Von Donnerstag bis Sonntag war dort „Vanlife“ angesagt.

 

Die Community, die dort alljährlich zusammentrifft, hat eines gemeinsam: Ihre Mitglieder haben alle Vans, mit denen sie durch die Lande reisen, und alle haben daran ziemlich viel, wenn nicht gar alles, selbst ausgebaut. Der Austausch rund um das Reisen, das Basteln und Optimieren der Fahrzeuge steht deshalb alljährlich im Mittelpunkt des Treffens, das Manuel Lemke ins Leben gerufen hat und bis heute organisiert.

Auch der rein gesellige Teil kommt bei diesem Zusammentreffen mit den Van-Nachbarn auf dem Platz oder beim gemeinsamen Ausklang des Tages rund um die Feuerschale nicht zu kurz. „Dieses Jahr haben wir acht Reisevorträge mit im Programm“, erzählt der Böblinger. Von der Fahrt nach Schwedisch-Lappland bei bis zu minus 33 Grad mit dem Van bis zur Reise durch den Iran bei 50 Grad Hitze sei alles dabei. Auch viele praktische Tipps rund um den Ausbau und die dafür erforderliche Technik werden in Vorträgen weitergegeben.

Bei Lemke ging es mit einem Unimog los

Jeder profitiert darüber hinaus von den Erfahrungen der anderen. Lemke freut sich alljährlich über viele Stammgäste, es schauen aber jedes Mal auch neue Teilnehmer vorbei. Von der Familie mit Kleinkind über Singles und Paare in jedem Alter ist alles dabei.

So unterschiedlich wie ihre Besitzer sind auch die Fahrzeuge. Einige reisen im Mittelklassewagen mit Dachzelt, andere im komfortablem Van mit Dusche und Klo.

Manuel Lemke aus Böblingen hat das „Busbastler-Basecamp“ ins Leben gerufen. Foto: Schwarz

Lemke selbst ist vor Jahren nach dem Abitur mit einem ausgebauten Unimog über Monate nach Indien gefahren, hat das Leben im Fahrzeug danach aber erst einmal wieder ad acta gelegt. Erst Jahre später wurde er erneut „infiziert“ und hat einen alten VW-Bus einfach und günstig ausgebaut.

Die Geselligkeit kommt nicht zu kurz: ein Teil der Community beim Frühstück auf dem Campingplatz in Dornstetten. Foto: Schwarz

Mit dem damaligen „Low-Budget-Ausbau“ habe das, was er heute mache, aber nichts mehr zu tun, sagt Lemke. Vier eigene Vans hat er zwischenzeitlich ausgebaut. „Ich lebe heute ein Drittel des Jahres in meinem Camper, er ist deshalb so etwas wie ein rollendes Hotelzimmer“, sagt er. Die Arbeit, die er heute am Camper verrichte, komme der eines Schreinerlehrlings schon sehr nahe, sagt er nicht ohne Stolz.

Mit Dachterrasse und Solarstrom

Auch die anderen Besucher haben viel Zeit und Energie in ihre Camper investiert. Der Van von Robert und Wiebke aus Essen verfügt etwa über eine Dachterrasse mit Solarstrom. „Ich habe keine Lust, meine Zeit mit Idioten zu verbringen, deshalb komme ich hierher, wo lauter coole Leute sind“, sagt Robert über die Gründe für seinen Aufenthalt in Dornstetten. Dass beide Fans der 70er-Jahre sind, ist dem Style des Campers durchaus anzumerken.

Denis und sein selbst entworfenes Ordnungssystem im Fahrzeug Foto: Schwarz

Susanne und Magnus aus Cleebronn sind auch schon das dritte Mal – und erstmals mit ihrem neuen Crafter – dabei. Das Treffen sorge jedes Mal für viel Inspiration, sagt Magnus. „Auf normalen Messen sieht man nämlich eher das, was man eigentlich nicht will“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Denis und Clarissa übernachten mit Sohn Thorin sogar im zwei auf zwei Meter großen Dachzelt ohne Heizung auf ihrem Renault Kangoo. Frühstück gibt es unter dem Vorzelt. Frieren ist für die Familie kein Thema – es gibt ja schließlich Decken und warme Felle.

Vom Handbuch bis zum Podcast

Der gute Zweck
Auf jedem „Busbastler-Basecamp“ wird über Spenden und eine Tombola Geld gesammelt und einem soziales Projekt zugeführt. Dieses Mal ging das Geld an das Projekt „Mission to Marsh“, das dem Schutz der Moore dient.

Die Busbastler
Die Busbastler bieten „Hilfe zur Selbsthilfe“ beim Busausbau. Zu diesem Zweck werden auch Workshops und demnächst Online- Seminare angeboten. Gemeinsam mit Christian Zahl hat Manuel Lemke auch das „Busbastler-Handbuch“ herausgebracht. Für persönliche Beratungen steht das Team bei Bedarf ebenfalls bereit. Neben dem „Busbastler-Basecamp“ gibt es auch das „Burger, Bier und Bus“-Event bei den Busbastlern. Auf Youtube gibt es den „Busbastler“-Podcast und den „Schalldose On Tour“-Kanal von Manuel Lemke mit mehr als 33 000 Abonnenten. Weitere Informationen: www.busbastler.de