Wo gab’s Glamour, Sex-Appeal und Brusthaar-Toupets? Beim ersten „Burlesque-Dinner“ im Gasthof Adler in Dettingen.
„Das war super. Mal ganz was anderes, und wir mussten dafür nicht einmal in die Stadt fahren, um so was erleben zu dürfen“, freute sich ein junges Paar am Ende des „Burlesque Dinners“, das zum ersten Mal im „Adler“ der Familie Hellstern in Dettingen stattfand.
Und die beiden waren nicht die einzigen, die sich begeistert über dieses neue Format äußerten. Eine fünfköpfige Frauengruppe, die schon beim Krimi-Dinner den Jungesellinnen-Abschied einer ihrer Freundinnen gefeiert hatte, war ebenso begeistert wie all die anderen Gäste, die sich zwischen Kartoffel-Sellerie-Suppe, zweierlei vom Schweinefilet und Panna cotta mit Himbeerspiegel von zwei Damen zeigen ließen, wie man sich erotisch auszieht, ohne dabei auch nur einen Moment unseriös zu wirken.
Striptease und Glamour
Es war eine sehr gemischte Gruppe, die an diesem Abend in die Welt der Burlesque-Kunst eintauchte, eine glamourös verspielte Form, die Striptease, Tanz, Comedy und Parodie vereint.
Die allermeisten der Gäste erlebten solch eine Show zum ersten Mal, wie Sandra Steffl, die als Sandy – „La Mama of German Burlesque“– charmant durch den Abend führte, auf Anfrage erfuhr.
Gerade mal drei Hände gingen hoch, als sie fragte, wer schon mal Burlesque live erlebt hat. Und das bei 70 Besuchern. Mit ihrem Song „Sandy Beach“ und ein bisschen Sex-Appeal zog die deutsche Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Moderatorin, die sogar schon mal als Star im australischen Dschungel campte, das Publikum sofort in ihren Bann. Mitgebracht hatte sie im Auftrag des Veranstalters Engesser Marketing die beiden Burlesque-Stars Miss Maeve aus Stuttgart und die Münchnerin Melody D’Amour, die als eine der Besten ihres Faches gilt.
Tipps ans Publikum
Bevor sich die Ladys aber entblättern durften, bekam das hochverehrte Publikum noch kurz eine Gebrauchsanleitung für die nächsten drei Stunden mit auf ihren Weg. „Ihr könnt machen, was ihr wollt. Tanzen, klatschen. trampeln, nackt auf den Tischen tanzen, Hauptsache ist, ihr habt Spaß“, sagte La Mama und machte noch schnell einem Praktikanten namens Gabor, der leichtsinnigerweise am vordersten Tisch saß, klar, dass er nach den Shows die Klamottenberge der Damen einsammeln darf. Ein Job, der ihm dann sichtlich Spaß machte.
Wie erotisch, verspielt, sexy und auch ein bisschen verrucht sich eine echte Burlesque-Tänzerin auf der Bühne bewegt, das demonstrierte Miss Maeve wenig später als „Femme fatale“. Eine Show, die Begeisterungsstürme im Publikum auslöste, das nun dank der fachkundigen Moderation von Sandy Beach auch wusste, was man unter anderem unter einem Nippel-Twister versteht.
Publikum ist begeistert
Sehr sexy auch die Elvis-Parodie von Melody D’Amour, die mit Brusthaar-Toupet-BH und Spiegelbrille den King auf die Schippe nahm und ihren Zuschauern die heitere, augenzwinkernde Seite der Burlesque-Kunst zeigte. Nicht umsonst kommt der Begriff Burlesque vom italienischen Wort „Burla“, was übersetzt in etwa Schwank, Spaß oder Scherz bedeutet.
Und das Publikum hatte Spaß. Es ging schon nach dem ersten von drei Showblocks ab wie Schmidts berühmte Katze und steigerte sich im Lauf des Abends zu echten Burlesque-Fans und Gourmets, denn was aus der Adler-Küche kam, das hielt mit dem Top-Niveau der Künstlerinnen locker mit.
Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung, und die Künstlerinnen zeigten sich keinesfalls abgehoben oder überkandidelt. Ganz im Gegenteil. Nach dem sensationellen Dessert boten sie den Besuchern noch die Gelegenheit zu Gesprächen und dem ein oder anderen Selfie. Ein Angebot, das gerne genutzt wurde, und einen Abend, der bei vielen der Besucher sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird, genial abrundete. „Hoffentlich bietet die Sigi Hellstern und ihr Team bald wieder so ein Burlesque-Dinner an“, wünschte sich das junge Paar, das noch ganz begeistert im Bann dieser neuen Sinneseindrücke war.