Mit Forstbereichsleiterin Jana Kohler informierten sich Burladinger Gemeinderäte zusammen mit Bürgermeister Davide Licht beim jährlichen Waldbegang über Freud und Leid in ihrem Stadtwald.
Mit dabei waren die Revierleiter, Thomas Stocker, Tobias Speidel und Andreas Hoh sowie der für die Ausbildung zuständige Forstwirtschaftsmeister Roland Hauser mit seinen Azubis.
Da die Forstleute beim Bund schon vor zwei Jahren eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ beantragten, gab es bereits im vergangenen Jahr einen Zuschuss. Im laufenden Jahr 2024 wird sich der auf satte 237 000 Euro belaufen.
Die Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft
Jana Kohler erläuterte, an welche Bedingungen diese Förderung geknüpft ist. Da geht es im wesentlichen darum, den Forst auf den Klimawandel einzustellen. Da darf weder gedüngt noch – etwa gegen den Borkenkäfer – gespritzt werden. Da sollte es Naturverjüngung geben, da sollten klimaresiliente, standortheimischen Baumarten ausgebaut und ihr Wuchs gefördert werden, es sollte idealerweise Mischwald sein, aber auch Nischen mit Totholz geben und pro Hektar müssten fünf sogenannte Habitatbäume nachgewiesen werden. Beim Rundgang auf Hörschwager Gemarkung durften die Räte diese Bäume dann suchen und mit bunten Bändern markieren. Zuvor hatte Revierleiter Speidel mit einem Beispiel aufgewartet und aufgezeigt, dass diese heimischen, resilienten Baumarten im insgesamt 4500 Hektar großen Burladinger Stadtwald durchaus schon da sind.
Bergahorn zum Beispiel, Buche oder Eiche. Diese Triebe kommen aber oft nicht hoch, denn das Problem ist nach wie vor der Wildverbiss. „In einem Drittel der Burladinger Jagdbögen werden die Abschusszahlen nicht erfüllt“, kritisierte Jana Kohler.
Die Abschusszahlen werden nicht erfüllt
Informationsveranstaltungen der Revierförster mit den Jagdpächtern hat es schon gegeben, aber Kohler gab den Rätinnen und Räten als Hausaufgabe mit auf den Weg, sich zu überlegen, was da geschehen soll, wo die Abschusszahlen über Jahre hinweg nicht erfüllt werden. Der Schaden durch den Verbiss, so rechnete sie vor, stehe in keinem Verhältnis zu den Einnahmen aus der Jagdverpachtung. Und noch etwas treibt die rührige Bereichsleiterin um. Die Aufgaben, die Förster und Revierleiter im Wald zu erledigen haben, wachsen.
Das Personal ist jetzt schon fast zu knapp, wenn es gilt, Kalamitätenholz nach Stürmen und entsprechenden Naturereignissen zu schlagen und zu verkaufen. So arbeitet der Revierleiter Thomas Stocker derzeit auf Hechinger Gemarkung mit.
„Ich bekomme Bauchweh, wenn ich an die nächsten Jahre denke. Wir brauchen dringend mehr Manpower“, sagte Jana Kohler.