Keine Angst, im Burladinger Stadtwald wächst genug nach, sodass 29 000 Festmeter jährlich eingeschlagen werden können. Die Zahl im Ländle veranschaulicht ein Balken vor dem Schulzentrum. Foto: Rapthel-Kieser

Es war das erste Mal, dass die neue Forstbereichsleiterin Jana Kohler den Burladinger Gemeinderäten einen Haushaltsplan für den Stadtwald vorlegte. Die Nachfolgerin von Forstdirektor Hermann Schmidt hatte gute Neuigkeiten.

Burladingen - Im Jahre 2020 hatte Burladingen, was die Bewirtschaftung seiner 4520 Hektar Wald angeht, drauflegen müssen und dicke rote Zahlen geschrieben. 200 000 Euro betrug der Verlust vor zwei Jahren. Jetzt hat sich das Blatt gewendet.

 

Nicht nur, dass das regenreiche Jahr 2021, in dem der Wald sich erholen konnte, mit einem Plus von fast 223.000 Euro abschloss. Auch für das laufende Jahr wird Burladingen wohl reichlich schwarze Zahlen unter dem Strich schreiben.

Als Grund nannte Jana Kohler, dass "die Holzmarktpreise für Laubbäume gerade durch die Decke gehen". Und deshalb bleibt sie auch für 2023 optimistisch. Ihr Wirtschaftsplan – der erste der ihre Handschrift trägt – wie Stadtkämmerer Berthold Wiesner betonte, schließt mit einem zu erwartenden Plus von 267 000 Euro.

Einschlagen, pflanzen und pflegen

Denn für den Festmeter Holz werden statt 57 Euro inzwischen 75 oder gar 85 Euro bezahlt. Gute Aussichten für Baden-Württembergs fünfgrößten kommunalen Waldbesitzer, die Stadt Burladingen.

Kohlers Plan sieht vor, rund 29 000 Festmeter Holz einzuschlagen, 18 100 Bäumchen zu pflanzen und sich auf 40 Hektar der Jungsbestandspflege zu widmen.

Bedenken, dass dem Wald zu viel entnommen werde und der Burladinger Stadtwald so schnell nicht nachwachse, konnte sie zerstreuen. Da werde in jedem Jahr genau hingeguckt, gemessen, fotografiert, geprüft und gerechnet, erläuterte sie die neuesten Verfahren der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, die auch in Burladingen angewendet werden.

Welche Sorten passen sich an?

Aber nicht nur wenn es um die nachwachsende Menge der Ressource Holz geht, muss planerisch voraus geschaut werden. Da geht es auch um die Frage "Was und welche?" Kohler verwies auf den regenarmen und heißen Sommer 2022. "Der Klimawandel ist voll da", bestätigte sie, und es gelte beim Pflanzen jene Bäume auszusuchen, die sich anpassen könnten und mit den veränderten Bedingungen am besten zurechtkämen.

Ein ausgewogener Mischwald sei deshalb das Ziel. Zusammen mit dem Gemeinderat will Kohler im kommenden Frühjahr einen Waldbegang machen und bat um Anregungen für Themen, die die Mitglieder des Gemeinderats besonders interessieren.

Harte und gefährliche Arbeit im Wald

Und noch einen Hinweis erlaubte sich die neue Vorgesetzte von vier Revierförstern und zahlreichen Waldarbeitern, die in der Sitzung auch anwesend waren. Einige der Burladinger Waldarbeiter seien älter als 50, weshalb die Altersstruktur "Abgänge absehbar" mache. Man müsse aber die Arbeitsfähigkeit im Stadtwald erhalten. Burladingen müsse sich deshalb als Arbeitgeber attraktiv machen und sich rechtzeitig auf die Suche nach neuen Azubis und Waldarbeitern begeben. Die Arbeit im Forst, so führte Kohler den Räten eindringlich vor Augen, sei körperlich immens hart und auch gefährlich.