Die Burladinger Straßen rechts der Alemannenstraße, die neben den Gleisen verläuft, bekommen nicht nur Breitband, sondern endlich auch neue Kanäle und dann einen neuen Straßenbelag. Foto: Rapthel-Kieser

Im gesamten Bereich zwischen Settener Straße und Alemannenstraße in Burladingen wird gebuddelt und gebaut. Und: Es wird teurer als geplant.

Die Anwohner in den dazu gehörenden Seitenstraßen Im Rauns, In der Braike, Hoher Baum und im Schlesierweg sollen nicht nur, so wie der Rest der Innenstadt Breitband bekommen. Wenn die Straßenzüge schon mal auf sind, dann geht es auch um neue Kanäle und dann schlussendlich einen neuen Straßenbelag. Denn der alte Belag in der Alemannenstraße besteht bereits aus reichlich Flickwerk und unschönen Unebenheiten.

 

Ein besonderes Problem: Die Alemannenstraße hat gar kein Gefälle

Wenn die Straße kein Gefälle hat

Tatsächlich sind die Abwasserkanäle und Rohrleitungen darunter im ganzen Bereich der Seitenstraßen ebenfalls verschlissen und schadhaft und die Lecks und Rohrbrüche sorgen immer wieder für teure Überraschungen. Deshalb musste sich nun der Gemeinderat der Stadt Burladingen in seiner jüngsten Sitzung sogar mit Mehrausgaben in Höhe von rund 150 000 Euro befassen. Der Grund war schnell erklärt, denn es geht nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“. Wenn die Straßenzüge im Zuge des Breitbandanschlusses schon aufgegraben sind, will man von Seiten der Stadtverwaltung ganze, gründliche und nachhaltige Arbeit machen.

Die Alemannenstraße stellt dabei ein besonderes Problem da, denn sie hat nur ein ganz geringes bis gar kein Gefälle. Heißt: Mit dem Wasserabfluss ist es nicht so weit her und das, so Bautechniker Jochen Wulle in seiner Vorlage für die Entscheidungsträger im Gemeinderat, sei ein Missstand, den man für die Zukunft bei dieser Gelegenheit gleich beseitigen könne.

Gerhard Lutz erläuterte dem Gemeinderat die ungewöhnliche Tiefbaumaßnahme. Foto: Rapthel-Kieser

Gerhard Lutz, Gründer des Ingenieurbüros mit dem die Stadt Burladingen regelmäßig kooperiert, gab dann in der Sitzung noch die fachlichen Erklärungen dazu. Für einen neuen, tiefer liegenden Abwasserkanal in der Alemannenstraße sei die Querung des Gleises der SWEG GmbH erforderlich, betonte er.

Die Pumpen nicht zum Dauerprovisorium machen

Eine Erneuerung der Kanalhaltung unter dem Gleis und noch weiter bis zum talwärts liegenden Schacht Nr. 4015 sei auch aus hydraulischen Gründen erforderlich, erläuterte der Fachmann die aktuellen Kanalnetzberechnung. Die sehen eine Dimension nach DN 600 vor. Ursprünglich war aus Kostengründen die Herstellung der Gleisquerung zum Zeitpunkt der Schienenerneuerung in Jahr 2027 vorgesehen, so lange wollte man sich mit Pumpen behelfen. Aber ob und wann die neue Schiene wirklich komme, das, so hat es die SWEG mitgeteilt, sei eben unsicher und Lutz empfahl den Burladingern nicht darauf zu warten.

Die Pumpen nicht zum Dauerprovisorium machen

Denn während des Zeitraumes in dem elektrische Pumpen als Provisoriums den Abwasserabfluss gewährleisten, sei ein erhöhter Überwachungs- und Betriebsaufwand erforderlich. Und der kostet auch Geld.

Er empfahl also die geplante Kanalerneuerung von der Alemannenstraße bis zum Schacht sofort in Angriff zu nehmen und hatte Kosten von 150 000 Euro errechnet. Denn die Rohre unter unter dem Bahngleis müssen in geschlossener Bauweise mittels eines sogenannten „Rohrvortrieb“ ausgeführt werden. Hierbei wird ein Stahlrohr DN800 unter dem Bahngleis hindurch gepresst, in welches dann der Abwasserkanal DN600 eingebracht wird. Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Die Arbeiten können unter Betrieb des Zugverkehrs ausgeführt werden.

Die 150 000 Euro muss sich die Stadtkasse nicht aus den Rippen schneiden: Da die für das Bürgerhaus Gauselfingen veranschlagten 2,5 Millionen Euro im laufenden Haushaltsjahr nicht komplett gebraucht würden, könnte man das Geld für die Alemannenstraße verwenden. Die Räte stimmten für diesen Vorschlag.