Michael Leibfritz stürzte vor 15 Jahrenbei einem Gleitschirmtandemflug auf der Schnaithalde in Burladingen-Hausen ab. Im Hinblick auf den jüngsten Gleitschirm-Unfall macht er erneut Verbesserungsvorschläge.
Damals war es, so wie am vergangenen Samstag, ebenfalls ein Benefiz-Fliegen das hoch über Burladingen-Hausen am Abhang der Schnaithalde startete. Es ging vor 15 Jahren um die Unterstützung der DKMS, der deutschen Gesellschaft für Knochenmarkspenden. Da war Michael Leibfritz als Spender gelistet.
Bei einer Veranstaltung der DKMS in Balingen hatten auch die Gleitschirmflieger einen Stand und verkauften Tandemflüge. Der Erlös sollte der DKMS zu Gute kommen. „Das passt. Da gehst Du in die Luft und tust noch was Gutes“, habe er zu seiner Frau damals gesagt.
Der Metallhebel ist an der Brust des Passagiers
Der Konstrukteur und mehrfache Patentinhaber Michael Leibfritz ist also mit Frau und beiden Kindern nach Hausen zum Tandemflug gefahren. Für ihn und alle anderen, die damals auch spenden und dafür mitfliegen wollten, habe es eine genaue Einweisung gegeben was zu tun sei, erzählt Leibfritz.
Man solle laufen, laufen, laufen, wenn man vom Hang runter rennt und die Beine auch in der Luft in einer Laufbewegung halten. Der Pilot ist beim Flug hinten, der Passagier ist vorne an ihm festgeschnallt und sitzt sogar in einer Art recht bequemen Kunststoffschale, erinnert sich der 61-Jährige aus Frommern. „Das laufend vom Hang hinabfallen, das ist der gefährlichste Moment beim Gleitschirmfliegen. Wenn man mal ganz oben ist, ist alles gut“, sagt Leibfritz.
Sobald die zwei Flieger in der Luft seien, soll der Passagier die Hände dicht am Körper entlang der Beine nach unten strecken. Vor allem wohl, um den Schnüren des Gleitschirms, der ja anfangs hinter dem Tandem ist und sich dann über die beiden Flieger vertikal nach oben bewegt, nicht ins Gehege zu kommen.
Das Tandem von der Seilwinde zu trennen ist – sobald der Pilot den Befehl dazu gibt – Sache des Passagiers, denn an der Brust des Mitfliegers befindet sich der kleine Metallhebel für das Ausklinken. Der Pilot habe allerdings zusätzlich eine Entriegelungs-Notfallschnur, die er dann ziehen kann, wenn der Passagier der Anweisung nicht folgt. „Ich muss bei der Armbewegung mit den Händen am Körper und der Beine entlang nach unten an genau diese Schnur gekommen sein“, sagt Michael Leibfritz heute.
Die Folge: Die Seilwinde wurde ausgeklinkt und das Tandem stürzte aus etwa zehn bis zwölf Metern hinab in die Tiefe. „Da brach Panik aus“, schildert Leibfritz die Reaktion seiner Familie, die alles mit anschauen musste.
Frau und Kinder sahen den Absturz
Er selber kam mit einigen Prellungen und Verstauchungen davon, der Pilot, so sagt Michael Leibfritz, habe sich das Sprunggelenk gebrochen. „Der Unfall wäre vermeidbar gewesen“, sagt der Konstrukteur und Patentinhaber heute, denn schon damals habe er sich alles genau angesehen und dem Gleitschirmfliegerclub empfohlen, die Notfall-Entriegelungsschnur des Piloten in einen Hohlsaum zu nähen, so, dass sie innen liegt.
Nachdem der Balinger nun von dem neuesten Gleitschirmflieger-Unfall in unserem Bericht gelesen hatte, rief er nicht nur den Vorsitzenden des Gleitschirmfliegerclubs Zollernalb Michael Landmann an. Der Balinger versucht jetzt das Luftfahrtbundesamt zu erreichen. Denn nun will er auch dort seinen Verbesserungsvorschlag an den Mann bringen.