Tanja Diebold mit Hund Mio, der gelegentlich Schulluft schnuppern darf und nebenbei so manchem Kind die Angst vor Tieren genommen hat. Foto: Will

Im Porträt: Tanja Diebold unterrichtet seit 25 Jahren, und das nahezu durchgehend an der Grundschule Ringingen.

Dass Lehrerin ihr Traumberuf ist, wusste Tanja Diebold schon in der dritten Klasse: Ihre damalige Klassenlehrerin hat sie dermaßen beeindruckt und begeistert – der Berufswunsch war klar. Inzwischen unterrichtet die empathische Pädagogin seit 25 Jahren, nahezu ununterbrochen am Schulstandort Ringingen, wo sie ihren Platz gefunden hat. Ihr 25. Dienstjubiläum konnte sie dann auch im Januar schon feiern.

 

Die kleine Einheit bietet Möglichkeiten

25 Jahre beim selben Arbeitgeber und zumal noch am selben Standort – heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, auch nicht für Lehrerinnen und Lehrer. Aber Ringingen hat es ihr angetan: „Ich hatte immer sehr gute Kollegen, deshalb bin ich nach 25 Jahren auch noch da.“ Und das unterrichten an einer kleinen Schule, so Tanja Diebold, eröffne pädagogische Freiheiten und Möglichkeiten, die an einem anderen Standort oder an einer größeren Schule nicht möglich wären.

„Ich bin in Ringingen verwurzelt“, sagt die heimatverbundene Burladingerin, „man ist ein Teilstück Ringingen“. Man kennt sich im Dorf, die Kinder sind noch Kinder, zu denen eine enge Beziehung möglich ist. Überhaupt ist ihr Platz bei den Kindern: „Ich spreche lieber vor Kindern als vor einem Klassenzimmer voller Erwachsener.“ Wenngleich natürlich die Elternarbeit ein fester Bestandteil des schulischen Alltags ist. Mit unserer Redaktion spricht sie direkt im Anschluss an ein Elterngespräch. Rektorin zu werden, war nie ihr Ding: Sie ist lieber bei den Kindern, denn „im Rampenlicht stehen ist nicht so meins“.

Schulleiter Magnus Reich holte sie einst auf die Schwäbische Alb

Gefragt nach den Veränderungen in 25 Jahren fallen ihr eine ganze Reihe von Themen ein, vorneweg die stetigen Veränderungen in der bildungspolitischen Landschaft, die zu Lasten des eigentlichen Berufs gehen: „Wir sind inzwischen ein multiprofessionelles Team in einer Person: Sozialarbeiter, Sekretärin, medizinischer Dienst, Psychologe, Entwicklungshelfer.“ Zu Beginn ihrer Berufslaufbahn gab es mehr geordnetes Lernen und mehr Zeit für das Unterrichten, so mit einigem Bedauern ihr Rückblick auf die Anfänge. Die Veränderungen in der Gesellschaft bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Schule.

Die Wertschätzung macht es schön

Ihren Beruf macht sie aber weiterhin gerne und mit Herzblut. Es war der damalige Schulleiter Magnus Reich, der die angehende Pädagogin nach ihrem Studium an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe um die Jahrtausendwende zum Referendariat nach Ringingen holte, wo sie schon während der Studienzeit ihre Praktika absolvierte.

Und sie blieb – mit einem kurzen Abstecher nach Ebingen – in Ringingen. Und sie wird wohl auch weiterhin bleiben, denn: „Die Wertschätzung der Kinder und im Kollegium machen es schön.“ Und wenn sie immer noch von ehemaligen Schülern gegrüßt wird, dann steht für sie fest: „Da weiß man, dass man irgendetwas richtig gemacht hat.“

Gefragt nach ihrem Lieblingsfach antwortet sie spontan: „Kunst.“ Das spürt man, wenn man sich im Klassenzimmer umschaut und die zahlreichen Exponate der Kinder erblickt. Sie ist ein kreativer Mensch „vom Herz in die Hand“. Und noch jung genug, um noch einige weitere Jahre, wenn auch nicht 25, Teil des Kollegiums in der mit etwa 70 Kindern größten der drei kleinen Burladinger Grundschulen zu bleiben.