Die Künstlergruppe „burladinger maler“ plant eine Disco-Nacht, aber anders als die in Chicago 1979. Zunächst gibt es allerdings eine neue Wechselausstellung im Rathaus.
Die jüngste Ausstellung der Künstlergruppe „burladinger maler“ ist Geschichte. Die seit November im Rathaus gezeigten Werke wurden dieser Tage abgehängt. Nicht alle gehen zu den Kunstschaffenden zurück, ein Teil hat Käufer gefunden.
Die Wände der Zentralverwaltung also wieder nackt und blank? Falsch. Mit dem Abhängen folgen erneut die Wechselausstellungen einzelner „maler“. Etwa alle drei Monate sind andere an der Reihe. Dieses Mal fiel die Wahl auf Gabi Mazarella und Herbert Furch, die dem Verein viele Jahre angehören. Gabi Mazarella stellt 21 Arbeiten aus, Herbert Furch zeigt 14 Bilder.
„Die Wechselausstellungen sind eine schöne Sache“, sagte Bürgermeister Davide Licht. „Sie sind dekorativ, es gibt regelmäßig etwas Neues zu sehen und die Künstler können auf sich hinweisen.“
Die „burladinger maler“ treffen sich am 13. März zu ihrer Hauptversammlung und werden dabei das komplette Jahresprogramm besprechen. Schwerpunkte bilden die Beteiligung am Burladinger Spulenfest im Juli und – natürlich – die noch in weiter Ferne liegende nächste Weihnachtsausstellung.
Gruppe stark angewachsen
Mit 27 künstlerisch Tätigen ist die Gruppe in vergangenen Jahren stark angewachsen. Zu Zeiten von Bürgermeister Michael Beck gab es von Rathausseite her wegen Platzgründen die Überlegung, ob man nicht einen anderen, geräumigeren, Ort wählen sollte. Das wurde von den „malern“ wie auch den Mitgliedern und „Fans“ der Ausstellungen schlichtweg abgelehnt. „Wir gehören seit 1978 ins Rathaus und irgendwie passen wir schon rein, es stellen ja nicht immer alle Aktiven aus“, stellte Wolfgang Bastian damals klar.
Das Vereinsjahr der Kunstschaffenden hält noch ein weiteres Schmankerl bereit. Aber fangen wir von der anderen Seite her an: 1979 fand im Chicagoer Comiskey Park eine Veranstaltung statt, bei der Disco-Schallplatten in die Luft gesprengt wurden, die „Disco Demolition Night“. Es handelte sich um einen Protest von Ignoranten, die das Disco-Genre als „schwul“ und „schwarz“ diskriminierten. Die Veranstaltung, die als Werbung für kommende Baseballspiele im Stadion gedacht war, lief komplett aus dem Ruder. Sie endete in einem Chaos mit Polizeieinsatz. Die Initiatoren haben den „Event“ nachträglich schwer bereut und entschuldigen sich verschiedentlich noch heute dafür.
Kunst auf Schallplatten
Im Oktober plant nun die Burladinger Künstlergruppe in Kooperation mit der Volkshochschule eine Disco-Art-Night im Bauhof – mit passender Musik und Cocktails. Dabei werden ebenfalls Vinyl-Schallplatten zweckentfremdet: Sie dürfen von den Besuchern mit Acrylfarben bemalt werden. Bei den Scheiben, versichert Wolfgang Bastian, handle es sich um wenig bedeutende, keinesfalls wertvolle Aufnahmen. Also solche, die keineswegs einem besonderen Musikstil zugeordnet werden können. Eine Erstaufnahme von Furtwängler, Chuck Berry, Caruso, Elvis oder Boney M. werde sicher nicht dabei sein. Also keine Verunglimpfung von irgendwas oder irgendjemand! Es gehe einfach um künstlerischen Spaß.
Vinyl: Was ist das?
Darauf darf man gespannt sein. Ebenso darauf, ob die erhoffte junge Besucherschar erkennt, dass es sich bei den schwarzglänzenden, berillten Scheiben um Tonträger handelt. „Wie streamt man das?“, könnten die Fragen lauten.