Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut im Gespräch mit Dörte Conradi (ganz links), Jörg Max Fröhlich, Davide Licht und Kaspar Pfister. Foto: CDU Stadtverband

Bei einem Besuch im Zollernalbkreis machte Nicole Hoffmeister-Kraut auch Station in Burladingen. Sie diskutierte mit BeneVit-Gründer Kaspar Pfister sein stambulantes Modell.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand, so heißt es in einer Mitteilung der CDU, die sich zuspitzende Pflegesituation in Deutschland. Kaspar Pfister stellte kurz die BeneVit-Gruppe mit rund 1900 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 125 Millionen Euro und das „stambulante Konzept“ vor.

 

In seinem Haus Fehlatal in Burladingen leben in vier Wohngemeinschaften 56 pflegebedürftige Menschen. Hier werde nach dem BeneVit-Hausgemeinschaftskonzept mit absoluter Dezentralisierung aller Dienstleistungen in den Wohngemeinschaften mit Einbeziehung der Bewohner in die hauswirtschaftlichen Alltagstätigkeiten gelebt.

Die Situation ist schon jetzt dramatisch

Im Rahmen der Podiumsdiskussion, die von Jörg Max Fröhlich moderiert wurde, wurde deutlich, dass erheblicher Handlungsbedarf im Pflegebereich besteht. Schon heute müsse, so der Moderator eingangs, aufgrund der Zahlen die Situation als dramatisch bezeichnet werden.

Gegenwärtig leben 790 000 Menschen bundesweit in Pflegeheimen, und die Nachfrage wird auch wegen des demografischen Wandels weiter zunehmen. Gleichzeitig werden die Pflegeheimplätze immer teurer, so dass viele Menschen sich diese nicht mehr ohne staatliche Hilfe leisten könnten. Hinzu komme, dass bis 2050 mit rund 700 000 fehlenden Pflegekräften gerechnet werden müsse.

Kaspar Pfister sei, so heißt es in der Pressemitteilung der CDU, mit seiner BeneVit-Gruppe in fünf Bundesländern an 32 Standorten mit 48 Einrichtungen erfolgreich tätig. Sein „stambulantes Pflegekonzept“ werde von Gesundheits- und Pflegekassen, Verbänden und der Wissenschaft unterstützt. Gleichwohl konnte sich der Gesetzgeber bis heute nicht dazu entscheiden, dies in die Gesetzgebung als Regelleistung aufzunehmen.

Pfister geißelt „Misstrauenskultur und Kontrollwahn“

„Wir müssen aufhören, zu jammern und zu klagen, sondern Lösungen umsetzen. Dazu müssen wir die Misstrauenskultur, überbordende Bürokratie und den Kontrollwahn beenden und endlich wieder zu den Werten des Vertrauens zurückkommen. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung, ein Miteinander der Bürger, Organisationen, Unternehmen, Verwaltung und Politik, jedes Einzelnen. Das gilt überall, aber ganz besonders in der Pflege“, so Kaspar Pfister.

Das „stambulante Pflegekonzept“ sei auf dieser gemeinsamen Basis aller Beteiligten entwickelt worden als eine Weiterentwicklung des stationären BeneVit-Hausgemeinschaftskonzeptes. Es verbinde die Sicherheit des stationären Systems mit den Vorteilen des ambulanten Bereichs.

Nicole Hoffmeister-Kraut sagt Unterstützung zu

Das Fazit der Wirtschaftsministerin: „Dieses von Kaspar Pfister erfolgreich umgesetzte und anerkannte Pflegekonzept ist ein richtungs- und zukunftsweisendes Modell für den Pflegebereich. Es erhöht die Zufriedenheit der Heimbewohner, verbessert deren Gesundheit, indem sie in die Tagesabläufe aktiv involviert werden und verringert durch Eigenleistung der Familienangehörigen die Kosten.“

Hinzu komme, so die CDU-Frau weiter, „dass dieses Konzept die Mitarbeiter begeistert und die Attraktivität des Pflegeberufs steigert. Es spricht alles dafür, dieses Konzept umgehend in die anstehende Gesundheits- und Pflegereform zu integrieren. Dazu müssen unnötige bürokratische Barrieren zeitnah beseitigt werden“. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte dabei ihre Unterstützung zu.

Dörte Conradi: müssen Sprachbarrieren abbauen

Die CDU–Stadtverbandsvorsitzende Dörte Conradi wies auch im Hinblick auf die Gewinnung von ausländischen Fachkräften auf den dringenden Abbau von Sprachbarrieren und zu langer Anerkennungszeiten hin, die es zu beseitigen gelte. Bürgermeister Davide Licht erklärte, dass er mit dem Gemeinderat alles tun werde, um in der Stadt alle Möglichkeiten zu nutzen, den Pflegebereich zu unterstützen. Dazu gehörten für ihn die Nutzung von Brachflächen ebenso, wie eine gelebte und von Toleranz und Offenheit geprägte Willkommenskultur.

Unter den Gästen waren auch Landrat Günther-Martin Pauli, der Oberbürgermeister von Albstadt, Roland Tralmer und Daniel Eiffler, Bürgermeister von Hettingen.