Burladingens Bürgermeister Davide Licht hat den Sprung in den Kreistag geschafft. Unsere Redaktion sprach mit ihm darüber, warum das für Bürgermeister wichtig ist, in welchen Ausschüssen er gerne mitarbeiten würde und warum er bei den Freien Wählern kandidierte.
Mit 33 Jahren und nach rund vier Jahren Amtszeit gelingt Davide Licht der Sprung in den Kreistag. Wir stellten ihm ein paar Fragen.
Warum ist es für den Bürgermeister einer Stadt oder Kommune so wichtig, auch im Kreistag zu sein?
Im Kreistag werden wichtige Entscheidungen getroffen, die sich unmittelbar auf unsere Städte und Gemeinden und damit auf die Einwohner im Zollernalbkreis auswirken. Hier zählt beispielsweise die angehobene Kreisumlage dazu, die mit zur wesentlichen Deckung des Kreisfinanzbedarfs dient und von den Städten und Gemeinden direkt an der Kreis fließt. Damit wird natürlich der finanzielle Spielraum für die Kommunen mit verkleinert. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir ebenso bei der Erstellung unserer städtischen und gemeindlichen Haushalte maßgeblich beteiligt sind, ist es immens wichtig, hier aktiv im Entscheidungsprozess mit Stimmrecht für die Menschen vor Ort dabei zu sein, damit die Städte und Gemeinden nicht überbelastet und die durch den Steuerzahler erwirtschafteten Mittel sinnvoll und umsichtig eingesetzt werden. Dieser Faktor wird gerade bei der weiteren Betrachtung des Bauprojekts für das neue Zentralklinikum bedeutend sein.
Welche Themen des Kreistages liegen Ihnen denn besonders am Herzen und in welchen Ausschüssen könnten Sie sich vorstellen, mitzuarbeiten?
Ein Mitwirken im Verwaltungs- und Finanzausschuss wäre durchaus vorstellbar. Die konkrete Besetzung der Kreisgremien bleibt jedoch der Fraktion vorbehalten und hier stehen keine Positionen, sondern das Wohl der Menschen vor Ort im Vordergrund. Entscheidende Themen werden neben dem Kernpunkt der Finanzlage vor allem die Gesundheits- und Daseinsvorsorge, die Bildungs- und Betreuungssituation, eine zeitgemäße Ausgestaltung der Infrastruktur mit dem ÖPNV sowie das Voranschreiten der Digitalisierung in der Region sein, um den Landkreis zukunfts- und leistungsfähig zu halten.
Was besonders wollen Sie im Kreistag für die viertgrößte Stadt des Landkreises, für Burladingen, voranbringen?
Mit voranbringen möchte ich insbesondere die gerade genannten Themenschwerpunkte. In Burladingen gilt es beispielsweise im Bereich der Gesundheits- und Daseinsvorsorge dranzubleiben. Mit der Vernetzung der örtlichen Akteure im Burladinger Gesundheitsforum und der intensivierten Zusammenarbeit mit der kommunalen Gesundheitskonferenz des Zollernalbkreises heißt es jetzt, dieses Netzwerk weiter auszubauen und vor allem im Hinblick auf unsere Randlage verstärkt aktiv für die Menschen unserer Stadt und der Region zu bleiben, damit gerade dieser Faktor für uns nicht spürbar wird und die Menschen in unserer Gesamtstadt vertreten sind.
Burladingen liegt nicht im Herzen des Kreises, sondern am Rande. Ist das Ihrer Meinung nach bei Kreistagsentscheidungen spürbar?
Unsere Aufgabe muss es, wie gerade genannt sein, kontinuierlich dafür zu sorgen und uns dafür stark zu machen, dass der Bereich unseres Wahlkreises mit den zugehörigen Gemeinden und unserer Stadt bestmöglich vertreten wird. Dazu gehört, wie im Falle der Regional-Stadtbahn als zukunftsweisende Schienenanbindung, gerade den Randbereich des Kreises verstärkt im Auge zu behalten. Eine vertiefte Betrachtung der kreisübergreifenden Anbindung auch in Richtung des Landkreises Sigmaringen und damit die konkrete Anbindung von Burladingen weiter bis zum Umschlagpunkt Gammertingen bringt viele Chancen mit sich und muss mit aller Kraft weiter forciert werden. Gerade angesichts der aktuellen Finanzlage wird die interkommunale Zusammenarbeit künftig wieder generell vermehrt an Bedeutung gewinnen müssen, wollen wir wichtige Großprojekte wie dieses erfolgreich in die Tat umsetzen und die Lebensqualität auf einem hohen Niveau halten und ausbauen.
Sie gelten in Burladingen im besten Sinne des Wortes als wertkonservativ. Viele hätten erwartet, dass Sie auf der CDU-Liste kandidieren. Jetzt waren es die Freien Wähler. Wieso?
Auch bei den Freien Wählern kann man im besten Sinne des Wortes wertkonservativ sein.
Wie gefällt Ihnen das Burladinger Team, das mit Ihnen im Kreistag sitzen wird?
Gut, denn in diesem Team geht es in erster Linie um die Menschen vor Ort. Liste oder Partei sollten hier aus meiner Sicht und im Sinne unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zweitrangig sein.