Als es in der jüngsten Burladinger Gemeinderatssitzung um den Forstbetrieb ging, galt es für die Kommunalpolitiker eine Kröte zu schlucken.
Gleich drei Jahresplanungen stellte Forstamtsleiter Christian Beck vom Balinger Landratsamt den Burladinger Kommunalpolitikern in ihrer jüngsten Sitzung vor. Er spannte den Bogen vom Forstwirtschaftsjahr 2024 bis hin zu den Finanzplänen für das kommende Jahr 2026.
Was er für 2024 vorzutragen hatte, machte den Stadtvätern und -müttern wenig Freude. Ihr rund 4 520 Hektar großer Forst, mit denen die Fehlastadt zu den größten Waldbesitzern Baden-Württembergs zählt, hatte ein Defizit eingefahren. Einnahmen in Höhe von 2.525.569 Euro standen Ausgaben von 2.668.452 Euro gegenüber. Die rote Zahl unter dem Finanzplan betrug 142 883 Euro.
Beck begründete das Defizit damit, dass es 2024 vor allem um die Aufarbeitung des Schadholzes durch Sturm- und Käferschäden gegangen sei. Über 17 000 Festmeter Holz mussten aufgrund des Extremwetterereignisses im August 2023 noch eingeschlagen werden. Dies sei rund 55 Prozent der im Forstwirtschaftsjahr eingeschlagenen Holzmenge gewesen.
Weil gleichzeitig auch andere Kommunen ihr Schadholz auf dem Markt angeboten hätten, seien die Preise kräftig nach unten gesackt. Hohe Kosten hätte unter anderem auch der Schutz der jungen Kulturen vor Wildverbiss verursacht, zusammen mit der Verkehrssicherungspflicht entlang einiger Straßen, an denen man Holz habe herausschlagen müssen.
Der CDU-Gemeinderat und ehrenamtliche Bürgermeisterstellvertreter Josef Pfister kritisierte das Minus scharf. Er vermisse den Sparwillen, warf er dem Forstamtsleiter unverblümt vor. Seine Fraktionskollegin Dörte Conradi wollte der Debatte die Schärfe nehmen, erinnerte im Beisein aller Burladinger Forstrevierleiter und Waldarbeiter in den Zuhörerreihen an die vielen Kooperationen mit Schulen und Vereinen, daran, dass die Stadt Burladingen ja auch Azubis in ihrem Forst habe und dass der Wald nicht nur monetär, sondern als Erholungsort mit seinem Freizeitwert gemessen werden müsse.
Der Borkenkäfer frisst munter weiter
Beck gab sich einsichtig. „Das darf uns nicht noch mal passieren“, räumte er ein und stellte für das fast abgelaufenen Jahr 2025 schon bessere Zahlen in Aussicht. Die Holzmarktpreise hätten sich erholt. Man habe rund 26 665 Festmeter eingeschlagen und sei mit nur elf Prozent wieder auf auf einem erfreulich geringen Anteil der zufälligen Nutzungen zurückgekommen. Davon hätten die 2 100 Festmeter Käferholz mit acht Prozent den größten Anteil. Der Jahreseinschlag von geplanten 24.260 Festmetern sei etwas übererfüllt. Für 2025 werde also wohl wieder ein Plus erreicht.
Im Betriebsplan 2026 will Beck diesen positiven Trend fortsetzen. Dann stehe auch die Betriebsinventur an. Rund 30 000 Euro investiert die Stadt in eine Erfassung und Verwertung der Daten für die Waldbewirtschaftung 2028 bis 2037.
Geplant sei ein Holzeinschlag von 24.190 Festmetern und Investitionen in Kulturen und Jungbestände. Bei Ausgaben von knapp über zwei Millionen Euro und Einnahmen von etwa 2,2 Millionen Euro hofft Beck für 2026 auf einen Überschuss von 170 000 Euro. Der Betriebsplan für das Jahr 2026 wurde vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen.