Im Burladinger Wald erklangen nach dem Rundgang des Gemeinderates nicht nur die Alphörner, sondern es klingelten auch die Kassen. Foto: Rapthel-Kieser

Und mag der Waldboden auch trocken und in Hanglage sein: Die Stadt Burladingen vermeldet für einige ihrer Forstflächen jahrzehntelangen, warmen Geldregen – aus Bundeskassen.

Die Revierförster, die Waldarbeiter, die Gemeinderäte samt Bürgermeister Davide Licht und sein Stadtkämmerer Thomas Müller konnten sich nach diesem Waldrundgang die Hände reiben. Denn ihr Schatzkästlein wird nicht nur umweltgerecht klug – sondern, wenn es um stillgelegte Waldflächen geht, gewinnbringend bewirtschaftet.

 

Zuvor hatte Bereichsleiter Klaus Richert der großen Runde, die sich da im Burladinger Forst zusammengefunden hatte erläutert, was es mit dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ auf sich hat.

Der hohe Wert gesunder Wälder

Das wurde vom Bund aufgelegt, wo man den Wert gesunder Wälder als Wasserspeicher, für den Natur- und Artenschutz, aber auch für die Freizeit des Menschen sehr wohl erkannt hat. Wer mit seinem Waldbesitz die Bedingungen erfüllt, die an dieses Programm geknüpft sind – der darf die Hand aufhalten.

Im Jahr 2023 hat die Burladinger Forstverwaltung dies erstmals getan und bekam 237 000 Euro in ihre Kasse gespült. Die werden, so erklärte es Richert, in dieser Höhe noch zehn Jahre fließen, denn pro umweltgerecht bewirtschaftetem oder eben für Totholz still gelegten Hektar gibt es das hübsche Sümmchen von 100 Euro. Bei einem Großgrund-Waldbesitzer wie Burladingen mit seinen 4520 Hektar, am Ende des Jahres ein respektabler Betrag.

„Stammtischgeschwätz ist eine Einbahnstraße“

Ein Teil von dem schönen Zuschuss wird auch noch nach zehn Jahren weiter fließen, allerdings nicht mehr in dieser Höhe. Für den stellvertretenden ehrenamtlichen Bürgermeister Josef Pfister, seines Zeichens passionierter Freizeitjäger, war das dennoch ein Grund zum Grummeln.

Flächen stilllegen, das passte ihm nicht, zumal die Holzpreise ja teilweise sehr niedrig seien. Und dann höre man noch auf bestimmte Parzellen zu bewirtschaften und so verenge man ja seine Handlungsmöglichkeiten, kritisierte er.

Zudem zitierte er einige Bürger, die sich am Stammtisch beschwert hätten, dass es in der Ölkrisenzeit, als Putin den Gashahn zudrehte, kein Holz oder gar Pellets mehr von der Stadt zu kaufen gab.

Richert erläuterte, dass es sich bei den stillgelegten Flächen vor allem um solche handele, die schwer zu bewirtschaften seien – etwa, weil es sich um Steilhänge handele, die ohnehin, wolle man da Holz fällen, nur mit großem Aufwand zu erschließen wären.

Burladingen hat „genug Holz vor der Hüttn“

Und was die Stammtisch-Kritiker anging hatte Revierleiter Andreas Hoh die Erwiderung parat: „Stammtischgeschwätz ist eine Einbahnstraße“, stellt er klar. Es gab und gäbe – abgesehen von dem Krisenjahr – auch in Zukunft für alle Burladinger Bürger genügend Holz aus ihrem Stadtwald – so sie es wollen.

„Daran hat es noch nie gemangelt wir haben reichlich“, so Hoh. Und mit der neuen App „Holzfinder“, die vom Landratsamt angeboten wird, könne man den Verkauf auch steuern.

Es bestünde also keinerlei Gefahr, dass Mössinger oder Reutlinger den Burladingern das Holz wegkaufen. Denn, so Bürgermeister Davide Licht, „die Burladinger Bürger haben beim Holzkauf immer Vorrang“.