Das Corona-Management in Deutschland - viel Hin und Her und verschleppte Lösungsansätze? (Symbolfoto) Foto: Pixabay

"Wir gelten ja mittlerweile im internationalen Vergleich in der Weltpresse als das "Team ratlos", so Davide Licht in der Online-Pressekonferenz zur Burladinger Ampel übers bundesdeutsche Corona-Krisenmanagement.

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Burladingen - Wenige Minuten später nahm Angela Merkel vor laufender Kamera den einige Tage zuvor verkündeten Oster-Lockdown zurück. Als sei es ein zusätzlicher Beweis dafür, dass die Kritik, die Licht und der TSV Vorsitzende Roland Klumpner am chaotischen Regelwerk, am Hin und Her und verschleppten Lösungsansätzen üben, mehr als berechtigt ist.

"Was man den Kindern in dieser Pandemie antut, das ist unfassbar. Die verkümmern regelrecht", hatte Klumpner es ganz plakativ ausgedrückt. Er bedauerte, dass von den zuständigen Stellen immer nur mit Lockdown und Verboten, mit Kindergarten- und Schulschließungen statt mit Lösungen agiert werde.

"Wir haben an der Basis auch praktische Lösungen, die umsetzbar sind", stellte er klar. Den Profisport, für den man immer neue Möglichkeiten kreiere, solle man doch endlich einmal "runterbrechen auf die Amateurebene", findet er, damit seine Mitglieder auch endlich wieder körperlich aktiv sein können.

Bei der Wehr werden Spucktests probiert

Welcher Schaden dem Verein durch den Weggang von Trainern entsteht oder durch Eltern, die wegen Kurzarbeit und Jobverlust die Beiträge nicht mehr zahlen können und wollen und ihre Kinder lieber vom Sportverein abmelden, dieser Schaden, so Klump­ner, "lässt sich momentan noch gar nicht beurteilen".

Der Satz, "jetzt müssen wir uns noch einmal anstrengen", ist auch nach Meinung von Licht schon zu oft gefallen. Im Kontakt mit den Bürgern meint auch er eine Zermürbung und Müdigkeit den Anordnungen gegenüber festzustellen, und er zitiert Stimmen von Gewerkschaften und von Seiten des Städtetags: "Stell dir vor es ist Lockdown, und keiner macht mit".

Es gelte, die vulnerablen Gruppen, Senioren und Risikopatienten zu schützen und gleichzeitig so schnell wie möglich wieder normales Leben zu ermöglichen. Dem Thema Impfen komme dabei eine zentrale Bedeutung zu. Der Bürgermeister mahnt, dies "müsse man endlich in den Griff kriegen" und "die Geschwindigkeit deutlich erhöhen".

Das Tübinger Modell mit Schnelltests und Tagesticket, das jetzt auch Villingen-Schwenningen kopieren will, könne man auf Burladingen aber nicht so ohne weiteres übertragen. "Was die Schnelltests angeht, leistet unser DRK hervorragende Arbeit, aber mehr geht nicht", stellt Licht klar. Da sei Tübingen personell eben anders aufgestellt.

Außerdem müsse die Kommando- und Finanzierungskette bei Bund und Land mal klargestellt sein, damit nicht alles an den Kommunen hänge. Trotzdem, bei der Burladinger Feuerwehr werden derzeit Spucktests ausprobiert, um möglicherweise infektiöse Menschen herauszufiltern. Ein Hoffnungsschimmer.

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