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Burladingen Zwischen Marlene-Mantel und goldenem Klo

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Was die Kanz-Brüder den Historikern auf die Fragen zum Thema "Purer Luxus" geantwortet haben, ist in Leipzig zu sehen. Foto: eri Foto: Schwarzwälder Bote

Im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig wird unter dem Titel "Purer Luxus" am Dienstag, 10. September, eine Wechselausstellung eröffnet. Für die wurden auch die Melchinger Autohändler Sven und Michael Kanz im April von Berliner Historikern in Berlin interviewt.

Burladingen/Leipzig. "Wir sind zur Vernissage eingeladen, ich kann aber wegen anderer Termine gar nicht hin", bedauert Michael Kanz in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Eines ist für den RTL-Promi und Selfmade-Unternehmer aber klar: "Die Ausstellung geht noch so lange, da will ich auf jeden Fall mal nach Leipzig und sie anschauen."

Bereits im April waren die beiden Melchinger Brüder auf Einladung des Historikers Markus Würz nach Berlin gereist. Die Geschichtswissenschaftler, welche die Ausstellung organisierten, hatten im Dachstübchen des DDR Museums in der Kulturbrauerei, inmitten von Berlin, ein Studio aufgebaut. Dort ließen sie die Erfolgsunternehmer vor laufender Kamera und im Einzelinterview plaudern. Etwa zur Frage, was für sie persönlich purer Luxus ist, ob dieser unmoralisch sei und was sie tun würden, wenn sie fünf Millionen Euro gewinnen.

"Wie das dann zusammen geschnitten wurde und letztlich aussieht, habe ich auch noch nicht gesehen", sagt Michael Kanz. Würz und sein Historiker-Team hätten aber seitdem engen Kontakt gehalten, sich immer mal wieder gemeldet und auch eine DVD mit den Interviews gesendet, berichtet der Autohändler.

Gezeigt werden 400 Objekte, Dokumente, Fotos und Audiovisuelles

Was die Kanz-Brüder zum Thema Luxus sagten, soll jetzt im Museum den Besuchern an verschiedenen Stellen und neben den unterschiedlichsten Objekten gezeigt werden.

Tatsächlich haben die Geschichtswissenschaftler ein interessantes Sammelsurium zusammen getragen. "Rund 400 Objekte, Dokumente, Fotografien sowie interaktive Elemente und audiovisuelle Medien erzählen Geschichten vom historischen Wandel des Phänomens in Deutschland seit 1945. Zu den Glanzlichtern gehören der aus den Brustfedern von 300 Schwänen hergestellte Mantel von Marlene Dietrich oder ein in der DDR in Handarbeit gefertigter Nachbau des legendären Porsche 326 aus den 1950er Jahren", heißt es in einer Pressemitteilung des Leipziger Museums.

Ausgestellt werden aber auch andere Kuriositäten. Etwa eine goldene Toilette, oder ein Brautkleid aus dem Jahr 1947, genäht aus weißer Fallschirmseide, dass der Braut in den schwierigen Kriegsjahren einen Hauch von Luxus vermitteln sollte. Die Historiker spüren dabei auch dem Luxusverständnis in der ehemaligen DDR nach.

"Die Mangelwirtschaft und ein System von Privilegien lassen für die Bevölkerung sogar manches Alltagsprodukt zum Luxus werden, während die SED-Führung sich mit allen sonst kaum erreichbaren Annehmlichkeiten in der Regierungssiedlung Wandlitz versorgt. Die daraus entstehende "Zwei-Klassen-Gesellschaft" verletzt das Gerechtigkeitsgefühl großer Teile der ostdeutschen Bevölkerung," heißt es in einem Text zur Ausstellung.

 Die Wechselausstellung "Purer Luxus" wird im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig bis zum 13. April 2020 gezeigt.

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