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Burladingen Wichtig: wagen, wägen und dann wählen

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Foto: Schwarzwälder Bote

Burladingen scheint sie nicht loszuwerden, die Amtsblatt-Affären. Einer oder mehrere Anonymi rufen vier Tage vor der so wichtigen Bürgermeisterwahl mit einer Anzeige im Mitteilungsblatt der Stadt und unter der Überschrift "Bürgerinitiative pro Berthold Wiesner" dazu auf, den Ersten Beigeordneten und langjährigen hauptamtlichen Bürgermeister zu wählen. Dem, er ist immerhin kraft Amtes Vorsitzender des Wahlausschusses, ist das peinlich. Er will nicht, und die Burladinger sollen sich doch zwischen einem der fünf Kandidaten auf dem amtlichen Wahlzettel entscheiden. Das sind der 59-jährige Architekt Michael Ohm aus Bremen, Mitglied bei Bündnis 90/Grüne, der 31-jährige parteilose Verwaltungsfachmann und hauptamtliche Ortsvorsteher Davide Licht aus Calw, dazu die zwei Burladinger Unternehmer Hans-Walter Hellbach, Sicherheitsfachkraft und Personenschützer, und der Heizungsbauer und Pyrotechniker Axel Niedenthal aus Hausen sowie Dauerkandidat Horst-Ernst Raichle. Der Aufruf im Amtsblatt – vielleicht war er ja auch nur als Scherz gedacht. Heißt es doch unter der Anzeige: "Somit hätten wir einen würdigen und geeigneten Nachfolger für Harry Ebert." Und der mag sich vielleicht in seinem persönlichem Elysium am zivilisierten Ende der griechischen Welt darüber freuen, seinen Namen so kurz vor der Wahl doch noch einmal im Blättle zu lesen. Möglich auch, dass da einer oder mehrere auf ihre Art versuchen wollten, Schwung in einen Wahlkampf zu bringen, der nach Meinung vieler Burladinger Wähler den Namen nicht verdient. Denn von einem mit Enthusiasmus und Einsatzbereitschaft geführten Ringen und konfrontativem Wettbewerb unter den Kandidaten konnte über weite Strecken nicht die Rede sein. Da haben die Wähler bei vielen Bewerbern Präsenz und Aktivitäten vermisst, haben bemängelt, dass sie kaum auffindbar oder nicht zu erreichen waren, jene, die da ein Amt antreten wollen, in dem die Kommunikation, das offene Ohr und danach die Moderation und das kreative Finden von Lösungen, das Wichtigste ist. Wurde da von manchen Kandidaten nicht genug gewagt?

Aber immerhin, das hat auch der einstündige Wahltalk des Schwarzwälder Boten am Donnerstagabend im Verlagshaus in Oberndorf gezeigt – alle blieben freundlich und fair, waren sich einig darin, Burladingen voranbringen zu wollen. Umso unangebrachter scheint da der Rückfall einiger Zeitgenossen in alte Zeiten und die hoffentlich letzte der Amtsblatt-Affären in der Fehlastadt. Und was das Anonymbleiben angeht: Auch Anzeigen im Amtsblatt müssen bezahlt werden. Da muss es Rechnungen, Anzeigenaufträge und Produktionsabläufe geben in den Rathausstuben, und wirklich unbekannt sind diese Aktionisten wohl längst nicht mehr. Aber damit mag sich der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung hinter verschlossener Tür befassen. Des Burladingers Aufgabe ist es jetzt, abzuwägen unter den Fünfen auf dem Wahlzettel – und dann einen davon zu wählen. Nicht nur der Kandidaten wegen. Sondern, weil die Stadt – und das sind alle 12 160 Einwohner – eine hohe Wahlbeteiligung und das Interesse am eigenen Wohlergehen und Mitgestaltung verdient hat. Und die Mitgestaltung fängt an der Urne an. Der Wahltalk unserer Zeitung ist online unter http://www.schwabo.de/bm-wahl

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