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Burladingen Wenn jeder sein Päckchen zu tragen hat

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Einfach weiterreichen: Die burladinger maler sorgten dafür, dass ihre Gäste eine ganz eigene Bauhaus-Erfahrung machten. Fotos: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Während draußen der Blitzeisregen niederging, bewegten sich die burladinger maler im Rathaus auf sicherem Parkett. Annähernd 200 Kunstfreunde waren zur Vernissage der Weihnachtsausstellung gekommen – und wurden gleich tatkräftig mit einbezogen.

Burladingen. Denn wie in jedem Jahr, so stand auch diesmal die Ausstellungseröffnung unter einem Thema, es ging ums Bauhaus. Um jene Kunstrichtung, an der sich die burladinger maler vor 41 Jahren bei ihrer Gründung orientierten, so hob es der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Bastian, hervor.

Er selber konnte, bereits zum 20. Mal als Vorsitzender die Weihnachtsausstellung zu eröffnen und diesmal, so hob es Bastian hervor, gebe es eine Rekordbeteiligung. Insgesamt 21 Künstler wären vertreten, denn die burladinger maler hätten ihre Grenzen erweitert, seien jetzt kreisweit vertreten und könnten sich über fünf Neuzugänge freuen, berichtete Bastian.

Die jüngste Künstlerin sei 20 Jahre alt, der Älteste unter ihnen 81, und so seien die burladinger maler mit einem breiten Spektrum an Bildern, Drucken, Fotos und Skulpuren im Rathaus vertreten. Insgesamt seien es fast 100 Exponate, freute sich Bastian. "Es gibt viele neue Richtungen und Facetten, die es zu entdecken gilt", forderte er die Gäste zum Rundgang durch die drei Stockwerke des Rathauses auf.

Eine der neuen Künstlerinnen, Regina Dittmar, erinnerte dann auch an die Gründung und die Ideen der Bauhaus-Schule in Weimar vor rund 100 Jahren. Als der Architekt Walter Gropius 1919 diese neue Kunstschule in Weimar gründete, ging es ihm vor allem darum, Kunst und Handwerk zu vereinen. Er nannte die neue Richtung "Bauhaus".

"Reduzierte Formen, schnörkelloses Design, Stahlrohrkonstruktionen, weiße Würfelhäuser, der Freischwinger, die Wagenfeld-Lampe –­ das alles ist Bauhaus", erinnerte Dittmar. Professoren, Meister und Schüler, Studierende und Gesellen verschrieben sich einer neuen Klarheit und definierten Schöhnheit und Ästhetik neu. Die Lehrer trugen große Namen, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger oder Johannes Iten. Das Bauhaus trug zu einer revolutionären Erneuerung aller Kunstrichtungen bei und setzte und setzt bis heute bleibende Impulse.

Die Nazis erklärten das Bauhaus zur entarteten Kunst. Viele Künstler, Professoren, Architekten und Designer migrierten – und trugen die Bauhaus-Idee hinaus in alle Welt. Viele Furchen hätten diese Künstler gezogen und heute präge ihr Stil unser Umfeld und das Verständnis für Design mehr denn je. Ein wenig, so Dittmar, wollen auch die burladinger maler Furchen ziehen und ihr Umfeld mit gestalten.

"Wir brauchen ihr Feedback, bitte bauen sie mit", forderte Regina Dittmar die Anwesenden auf. Gleich darauf trugen die anwesenden Künstler viele bunte Päckchen in den Raum, errichteten eine hohe Wand und ließen sie einstürzen. Die sitzenden Vernissage-Besucher wurden aufgefordert, die vielen bunten Pakete von vorne nach hinten durch zu reichen. Dass da jeder sein Päckchen zu tragen hatte, wurde zum farbenfrohen und fröhlichen Spektakel im Sitzungsaal des Burladinger Rathauses. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Gruppe "Cataract of dreams". Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 20. Dezember, jeweils zu den Öffnungszeiten im Rathaus.

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