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Burladingen Von Waldboden-Dampf und Welkezustand

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Forstdirektor Hermann Schmidt sprach aus Anlass des Siebenschläfertages und dem Ende der Regenwochen über die Effekte für den Wald und seinen Welkezustand.Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Am kommenden Samstag ist der Siebenschläfertag. Nach einer alten Bauernregel bleibt das Wetter danach sieben Wochen so, wie es an dem Tag war. Über Regenwetter und Trockenheit sprachen wir mit Burladingens oberstem Waldhüter, Forstdirektor Hermann Schmidt.

Herr Schmidt, nach vierzehn Tagen grauer Himmel und gefühlt viel Regen, sind fast alle wieder froh, dass die Sonne scheint. Sie auch?

Klar, ein heller sonniger Morgen weckt meine Lebensfreude ungemein. Doch ein morgendlicher dampfender Waldboden, in den sich der Sonnenschein bricht, ist mir deutlich lieber als eine Staubwolke auf dem Waldweg.

Wie viel kam denn da im Schnitt so runter in den Burladinger Wäldern?

Am 25. Mai regnete es in der Pflanzschule in Hermannsdorf bereits 16 Liter pro Quadratmeter. Im Juni sind dann bis jetzt nochmals 80 Liter gefallen. Dies ist für den Monat Juni etwa der Durchschnitt der letzten Jahre.

Und für wie lange reicht das jetzt den neuen Setzlinge in der Baumschule und dem Burladinger Forst?

Schätzungsweise zwei bis drei Wochen. Zum Glück hatten wir immer einen "sanften Regen", so dass fast alles Wasser in den aufnahmefähigen Waldboden einsickern konnte. Richtig durchfeuchtet sind nur die oberen fünf Zentimeter. Die Temperaturen steigen jetzt Richtung 30 Grad, so dass der Wasserverbrauch des Waldes enorm ist. Sie merken auch deutlich den Unterschied zwischen Freiland und Wald. Die Verdunstung im Wald wirkt wie eine Klimaanlage.

Ist da der Käfer das größere Problem oder die Trockenheit?

Die Trockenheit führt zu direkten Verlusten bei den frisch gepflanzten Bäumen. Ältere Bäume bringt die Trockenheit selten zum Absterben. Ausnahmen waren die Jahre 2003 und 2004 und der Sommer 2018. Damals vertrockneten Fichten in den Buchenbeständen und auf trockenen Felsköpfen. Die Trockenheit und Hitze ermöglicht den Borkenkäfern zum einen eine schnelle und frühe Entwicklung und zum anderen können sich die Bäume im Welkezustand nicht wehren.

Und warum nicht?

Eine gut wasserversorgte Fichte kann durch Harzproduktion die angreifenden Borkenkäfer mit Harz ertränken.

Gegen eine hohe Anzahl von "Angreifern" hat eine Fichte im Welkezustand aber überhaupt keine Chance. Die Borkenkäfer haben dadurch ein riesiges Brutraumangebot und können sich deshalb massenhaft vermehren. Die letzten regnerischen und kälteren Wochen konnten zumindest den Borkenkäfer etwas ausbremsen.

Welche Bäume sind denn besonders betroffen vom klimatischen Wandel?

Pauschal ist dies nicht zu beantworten. Der Klimawandel bringt die Höhenzonierung durcheinander. Früher sprach man vom Weinbauklima bei Höhenlagen von 0 bis 250 Metern über dem Meeresspiegel. Mittlerweile haben wir so ein Klima in Höhen bis 500 Meter. Die Bäume können aber eben nicht hochwandern.

Sie müssen bis zu 200 Jahre mit der veränderten Situation leben. Hohe Hitze, Wassermangel und virulentere Schadorganismen können ihnen so zusetzen, dass sie absterben.

Gibt es besonders betroffene Bäume?

Besonders anfällig ist natürlich die Fichte als "Hochgebirgsbaum", die in den Lagen unter 500 Metern keine Chance mehr hat. Aber auch die Buche leidet in tieferen Lagen. Die Eiche als Baumart des Weinbauklimas kommt natürlich besser mit den Veränderungen zurecht. Aber auch sie leidet verstärkt zum Beispiel durch ihre Fraßfeinde wie Schwammspinner, Prozessionsspinner und Eichenwickler.

Und was wünschen Sie sich vom Siebenschläfer-Tag am kommenden Samstag, 27. Juni, und den sieben Wochen danach?

Natürlich wäre rein fachlich ein Dauerregen von sechs Wochen für unseren Wald hilfreich und würde viele Probleme lösen. Aber ein Regen mit 20 Litern pro Woche würde auch schon genügen.

n  Die Fragen stellte Erika Rapthel-Kieser

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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