Bei der ersten Weihnachtsausstellung 1978 zeigen sich die Gründerpioniere (von links): Benedikt Cavada, Otto Mayer, Gisela Boost-Markert, Bürgemeister a. D. Peter Höhnle, Anna Kanz, Theo Vosseler, Friedrich Furch, Meinrad Ramsperger und Christian Ritter. Foto: Archiv burladinger maler Foto: Schwarzwälder Bote

burladinger maler: Die neue Homepage ist zum Teil den Gründern gewidmet / Stillstand gab es in dem kreativen Verein nie

Den Lockdown haben die burladinger maler genutzt, um ihren Internetauftritt komplett auf Vordermann zu bringen. Er ist den Malerpionieren und Gründern des Vereins gewidmet.

Burladingen. Damit ist ein Teil der Internetpräsenz auch eine Hommage an jene Menschen, die vor rund 40 Jahren die Initiative im Sinne der Kunstschaffenden ergriffen haben. "Der Lockdown war ja eine Zeit ohne große Ausstellungen und ohne viele Treffen. So wie viele andere Vereine und Institutionen haben wir die Zeit genutzt", erläutert Vorstandsmitglied und Schriftführerin Hanna Bastian in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Renovierung der Homepage.

Auf dieser neuen und modernen Internetseite sind aber auch einige fast nostalgisch anmutende Schwarz-Weiß-Fotos veröffentlicht, die so noch nie gezeigt wurden. "Wir hatten wirklich Zeit, alle diese Fotos und Dokumente mal zu ordnen", erklärt die Künstlerin und Designerin dazu und betont trotz Nostalgie-Rückblick auch, wie sehr sich die burladinger maler in den vier Jahrzehnten immer wieder Neuem geöffnet und sich selber neu erfunden haben.

Mit dem Unternehmer und Fotografen Wolfgang Kuster sei zum Beispiel vor einiger Zeit die Sparte Fotografie hinzugekommen und habe den Verein und die Ausstellungen bereichert. Vor zwei Jahren stießen dann auch junge, moderne Künstler zur Gruppe, die mit Comic-Elementen und Popart experimentieren.

Bürgermeister Höhnle hat Aktion angestoßen

Von den Gründungsmitgliedern ist Anna Kanz noch im Verein aktiv, betont Bastian. Kanz ist längst Ehrenmitglied und feierte vor kurzem ihren 80. Geburtstag. Das war für sie und den Vorsitzenden Wolfgang Bastian, der ihr den Geschenkkorb überreichte, dann auch Anlass für so manche Anekdote aus der Gründerzeit.

Die 80-Jährige gab die Ehre und das Lob gleich weiter. Eigentlich habe der damalige Bürgermeister Peter Höhnle die ganze Aktion angestoßen. Man habe sich bei einer Ausstellung im Rathaus getroffen, auf der Bilder eines Landschaftsmalers gezeigt wurden. Weil Kanz berichtete, dass sie selber auch male und einige weitere Hobbykünstler in Burladingen kenne, öffnete Höhnle die Rathaustür und regte an, dass die Gruppe dort eine gemeinsame Ausstellung bestreiten soll.

Höhnle und Kanz gingen dann "Klinken putzen", wie es auf der Internetseite heißt, und trommelten eine bunt gemischte Gruppe aus Männern und Frauen zusammen. Es waren außer Anna Kanz Benedikt Cavada, Otto Mayer, Gisela Boost-Markert, Theo Vosseler, Friedrich Furch, Meinrad Ramsperger, Christian Ritter und Brigitte Holzhauer, damals VHS-Leiterin. Im Dezember 1978 bestritten sie die erste Ausstellung der burladinger maler.

Im März 1983 entstand aus der freien Künstlergruppe burladinger maler der Verein. Man beschloss, sich in Anlehnung an das Bauhaus klein zu schreiben. "Erster Vorsitzender war der Burladinger Benedikt Cavada. Zur Stellvertreterin wurde Anna Kanz aus Gauselfingen gewählt. Der Schriftführer hieß Alois Eisele, Gauselfingen, und die Mitglieder wählten den Bankkaufmann und begnadeten Zeichner Wolfgang Hürler aus Stetten u. H. zum Kassier", heißt es dazu auf der Homepage des Vereins.

Cavada stand 17 Jahre lang an der Spitze

Benedikt Cavada stand 17 Jahre lang an der Spitze des Vereins. Unter seiner Leitung wurden auch die ersten Ausstellungen außerhalb des Burladinger Rathauses organisiert, es gab die Straßengalerien, die Ausstellungen bei Stadtfesten und den legendären Sommerfarben in der Josengasse. Die burladinger maler waren in Gauselfingen oder im Kunsthäusle Meßstetten präsent. Unter Cavadas Regie wurde auch die erste Werkschau auf internationalem Terrain realisiert. Auf Einladung des "Club Robert Schumann" aus der Burladinger Partnerstadt Le Plessis Trévise, vor den Toren von Paris, stellten die burladinger maler 1994 eine viel beachtete Ausstellung im Städtischen Kulturzentrum "Espace Paul Valéry" auf die Beine.

1999 kam dann der Wechsel; Cavada übergab sein Amt als Vorsitzender in jüngere Hände. Wolfgang Bastian, damals 30 Jahre alt, wurde in der Hauptversammlung im März zum neuen Vorsitzenden gewählt. Cavada wurde Ehrenmitglied und 2004 dann Ehrenvorsitzender. Er starb im März 2014, blieb den burladinger malern bis dahin in tiefer Freundschaft verbunden.

Zur Zeit sind 24 Künstler im Verein kreativ und aktiv, außer Hanna und Wolfgang Bastian und Anna Kanz sind es Wolfgang Kuster, Edith Lautenschlager, Norsica Bentivegna, Katharina Gromann, Berthold Maier, Janet Vollmers, Axel Kuckuk, Sabrina Lorch, Ute Doll-Schneider, Dieter Schwenk, Gabriele Mazzarella, Kim Gauss, Regina Dittmar, Ulrike Renner, Wieslawa Borowski, Jennifer Feldberger, Wolfgang Brix, Frank Locher, Herbert Furch, Pasquale Mazzarella und Alexandra Mucz.

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