Anne Baur ist Hobby-Gardetänzerin und Trainerin. Aber derzeit arbeitet die 22-jährige Stettenerin mit Hochdruck an ihrer Bachelorarbeit und befragt viele Menschen zu ihrem Internet-Verhalten und ihren Informationsquellen. Foto: privat

Für Burladingen und Meßstetten ist Anne Baur – wenn man so will – zur Bachelorette geworden. Denn für ihre schriftliche Abschlussarbeit im Studiengang Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg befragt sie Bürger beider Städte.

Burladingen/Meßstetten - Die 22-jährige Anne Baur ist in Stetten unter Holstein bestens bekannt: als Gardetänzerin bei den Narren und Trainerin im Bereich Show- und Gardetanz oder als Vorstandsmitglied im Jugendclub des Dorfes. Derzeit aber arbeitet sie mit Hochdruck an ihrer Bachelorarbeit. Und der Titel ist brandaktuell: "Digitale Bürgerbeteiligung in Zeiten der Coronapandemie – Eine echte Alternative beziehungsweise zwingende Voraussetzung".

Dazu befragt sie derzeit die Bürger von Burladingen und Meßstetten – längst nicht nur digital. Da gibt es auf der Homepage beider Städte zwar einen Link zur Befragung, der wird aber auch in den jeweiligen Amtsblättern und mit Formularen auf der Stadtverwaltung oder der jeweiligen Ortsverwaltung veröffentlicht.

Als wir vor einigen Tagen mit der Studentin sprachen, da plauderte sie auch darüber, wie die Idee entstanden war. Sie hatte sich an die Stadtverwaltung Burladingen gewandt mit Bitte um Unterstützung. Stadtchef Davide Licht band seine Verwaltung mit ein sagte der 22-Jährigen danach auch zu, ihre Bachelorarbeit zu betreuen.

Und nicht nur das, er kontaktierte wohl auch jenen jungen Bürgermeister, der ihm erst vor kurzem dem Staffelstab als jüngster Rathauschef im Zollernalbkreis übergeben hatte: Frank Schroft. Auch der zog mit Licht am gleichen Strang. Er mag sich daran erinnert haben, dass es in seiner Masterarbeit vor einigen Jahren um ein sehr ähnliches Thema ging. "Ein Käpsele macht seinen Master", titelten wir damals.

Nun sind es insgesamt 14 Fragen, die Anne Baur den Bürgern beider Städte stellt. Etwa über welche Medien sie sich informieren, wie oft, ob und in welcher Form sie schon vor der Coronapandemie soziale Netzwerke und digitale Möglichkeiten nutzen und was ihre jeweilige Stadtverwaltung tun kann, um Bürgerbeteiligung in digitaler Form zu verbessern.

Ziel: bessere Einbindung in Entscheidungsprozesse

Mehr als 160 Rückmeldungen – allein von den Burladingern – hatte die junge Frau, als wir vor wenigen Tagen mit ihr sprachen, bereits erhalten. Die Studierende und die Stadtverwaltungen erhoffen sich von den Ergebnissen, die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungs- und Planungsprozesse der Gemeinde künftig verbessern zu können.

"Das reicht von der reinen Informationsbereitstellung, über die Beratung und Einbringung von Ideen durch Bürger, bis hin zur aktiven Mitgestaltung und Mitbestimmung" erläutert die 22-Jährige im Gespräch mit dem Schwarzwälder Bote. Bis zum 17. Juni können Burladinger und Meßstetter noch an der Umfrage teilnehmen. Danach geht es für die Public-Management-Studentin an die Auswertung der Fragen und das Schreiben der Bachelor-Arbeit, denn der Abgabetermin ist schon im September.

Bis zum Februar des Jahres 2022 will sie dann ihren Titel in der Tasche haben. Und die Städte Burladingen und Meßstetten werden um zahlreiche Erkenntnisse reicher sein und die dann wohl auch ihren Gemeinderäten präsentieren und in vielen Bereichen anwenden können.

Info

Wer noch mitmachen will, kann dies online unter den Links für Burladingen oder für Meßstetten unter tun. Oder aber sich in den Rathäusern die entsprechenden Formulare besorgen und sie ausgefüllt zurück geben.

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