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Burladingen Sterne, Stürme, und am Ende wird das Meer blau sein

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Utopische Impressionen lieferten Anton Roggenstein mit Musik und Pfarrerin Annegret Liebmann mit Worten. Foto: Bender Foto: Schwarzwälder Bote

Burladingen. Gut besucht und musikalisch außergewöhnlich war die Orgelandacht am Sonntagabend in der Burladinger Versöhnungskirche. Es war etwas ungewohnt, ganz anders, eben utopisch, was Anton Roggenstein an der Orgel spielte. Aber es zog die Besucher in den Bann. Und die fanden auch aus den Ortsteilen den Weg zur Orgelandacht, die unter dem Motto "Utopische Impressionen" stand. Diese wiederum war Bestandteil der Reihe "Sonntags um sechs – Musik trifft Wort – Wort trifft Musik".

Für das Wort war Pfarrerin Annegret Liebmann, die Initiatorin der Reihe, zuständig. Und sie wollte mit den Texten in Dialog mit der Musik treten, wie sie erläuterte. Von der eingemauerten "schönen Aussicht" von Peter Härtling und "ein Satz" zum Tod und der Trauer, die überdauert, bis zur Zeit der letzten Posaunen. Nach Reiner Kunze "Rudern zwei" ein Boot, der eine kundig der Sterne, der andere kundig der Stürme, und am Ende wird das Meer in der Erinnerung blau sein. Der Zuhörer bleibt grübelnd zurück.

So wie schon bei der Ankündigung von "Wegen zu Orten" und über "Nicht-Orte" oder "künftige Orte" bis hin zu "Orten, die jenseits aller Vorstellungskraft" seien, so Liebmann. Apropos, die Vorstellungskraft von Anton Roggenstein ist offensichtlich enorm: Der Meister der Improvisation setzte die Musikstücke in Szene. Und gleich das erste Werk stammte ebenfalls von einem Fachmann in Sachen Improvisation – César Franck.

Der Choral a-Moll ist eines der bekanntesten und meist gespielten Orgelwerke. Und auch hier erzählt die Musik von Gegensätzlichkeiten, nämlich dem Thema samt ihren Elementen, und zeugt von einer Dramatik, die die Zuhörer umfängt. Roggenstein beschreibt dieses Orgelwerk selbst damit, dass man "fragend und vorsichtig durch vielfältige Wirrungen und Wendungen geführt wird". Und auch beim Lamento von Marcel Dupré schwankt die Stimmung in alle Richtungen.

Einen modernen Osterjubel stellt das bekannteste Werk von Jean Langlais, dem französischen Komponisten und Organisten dar. Immer höher wird der Ton und damit der Ruf, der zu den zentralen Themen des Osterfestes gehört. Fast schon flehentlich steigert sich der Ruf zur Beschwörung. Anton Roggenstein ist mit seiner Programmauswahl den Komponisten aus Frankreich treu geblieben und hat Stücke interpretiert, die aufwühlen und gewaltig sind. Etwas, das gut in diese Zeit passt, in der man nicht darf, was man will, in der man hin und her gerissen ist zwischen Vernunft und Sehnsucht. Musikalische Werke, die gewaltig und beherrschend sind, wie ein Irren und Wirren, wie Angst und Mahnung.

Das Schlussstück wirkt dann plötzlich sehr modern, wie Tanzmusik: "Die Moldau" von George Fleury, ein Arrangement für die elektronische Orgel.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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