Ein Mitarbeiter der Firma Weiß bei der Arbeit in luftiger Höhe. Foto: Schwarzwälder Bote

Getriebeschaden: Bikepark will an Gründonnerstag wieder öffnen / Reparaturkosten liegen im fünfstelligen Bereich

Auch Corona und ein kapitaler Getriebeschaden bremsen die Inhaber des Burladinger Skilifts nicht: Sie peilen einen Neustart am 1. April an.

Die schwarze Serie reißt nicht ab: Nachdem der Skilift in der letzten Saison mangels Schnee keine Betriebsstunde hatte und die Coronapandemie nun seit langem Lift und Gaststätte in Dornröschenschlaf versetzt, hat es nun auch noch das Getriebe erwischt.

Burladingen. Allen Krisen zum Trotz wollte die Familie Reithmayer von der Ski-Sport-Alm Zollernalb vor drei Wochen ein Gewinnspiel starten. Fünf Familien sollten für je anderthalb Stunden den Skilift kostenlos nutzen können. Danach sollte er auch an Familien vermietet werden. Der Sonntag nahte, die Schneelage war gut wie nie – und bei der zweiten Familie versagte das Getriebe. Diagnose: Totalschaden!

Manch einer hätte nach einem schneearmen Winter ohne Liftstunde und der Corona-Pandemie ohne Einnahmen aus Bewirtung in der Delis-Hütte sowie der verzögerten Eröffnung der Spielwiese für Mountainbiker längst das Handtuch geschmissen. Die Brüder Reithmayer hatten zudem nahezu 100 000 Euro ausschließlich in Planung und Genehmigungen investieren müssen. Unter anderem für Umweltraumplaner, Waldumwandlung und Schallgutachten. Und nun das. Aber: kurz den Kopf schütteln, nachdenken, recherchieren, weitermachen war die Devise.

Das Seil, soviel war von vorneherein klar, muss runter. Dazu reiste einmal mehr Peter Weiß von der gleichnamigen Firma "Peter Weiß Seilerei & Montage", die auf eine mehr als 150-jährige Tradition im Seilerhandwerk zurückblicken kann und in der sechsten Generation betrieben wird, mehr als 320 Kilometer an.

Er montierte mit Hilfe von Bernd Reithmayer, Markus Müller und Ralf Wittner das Seil ab. Tage später wurde das Getriebe mit Hilfe von Abbruchunternehmer Elmar Maier mittels Bagger aus der Arretierung gehoben und auf einen Gummiwagen ver-frachtet.

Der Gedanke an Neuanschaffung hat sich zerschlagen

Bei der Firma Himel in Melchingen angekommen, wurde es von Wolfgang Mauz sowie Reitmayer und Wittner auseinandergenommen. Dachte man anfangs noch über die Neuanschaffung eines Getriebes nach, so hat sich das längst zerschlagen. Vor Mitte Juli wäre an eine Neulieferung nicht zudenken, eine Spezialfirma aus der Schweiz liefert Zahnräder nicht vor Juni. Die hätten übrigens 11 000 Schweizer Franken verschlungen.

Da aber die Ski-Sport-Alm am Gründonnerstag, 1. April, den Bikepark öffnen will und die Ausgaben bei quasi Null Einnahmen das Budget deutlich überschritten hätten, legt man nun selbst Hand an. Reithmayer hofft, wenn denn die Zahnräder blank liegen, eine Firma zu finden die diese herstellen kann. Er will auf jeden Fall an Gründonnerstag aufmachen, und wenn er die Zahnräder "selber rausbeißen muss", wie er sagt.

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