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Burladingen Radsportler packen 357 Kilometer-Etappe

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Trotzten Wind und Wetter: Die drei Burladinger Radlerfreunde (von links) Tobias Walter, 30, Santo Calzetta, 34, und Marcel Lukovnjak, 29, am Splügen-Pass. Foto: Elvan

Burladingen - Es begann in einer Bierlaune und endete bei rotem Chianti am Comer See. Die Burladinger Radsportler Santo Calzetta, Tobias Walter und Marcel Lukovnjak gingen mit ihren Rädern auf eine abenteuerliche Fahrt.

"Wir waren schon immer, schon als Kinder, ganz dicke Freunde", erzählt der 34-jährige Santo Calzetta über das inzwischen ambitionierte Männertrio.

Schon als Jugendliche hätten sie sich regelmäßig im Burladinger Jugendzentrum im Bauhofgebäude getroffen, gemeinsam mit dem Sozialarbeiter Ignaz Freizeit gestaltet und verrückte Pläne ausgeheckt. Ignaz ist zwar nicht mehr dabei, denn die drei Freunde sind längst erwachsen, aber Pläne aushecken, das tun sie noch heute.

Noch gut erinnert sich Calzetta, wie die drei vor rund einem Jahr mal eines Abends wieder beim Bierchen zusammen saßen. Auf einmal hatte Tobias Walter die Idee, sie könnten doch gemeinsam nach Italien radeln.

"In Bregenz wurde es langsam hell"

Und wenn diese drei von Radeln reden, dann meinen sie nicht gemütlich spazieren fahren. Denn alle drei sind durchtrainierte, ambitionierte Radsportler mit kräftigen Waden und ultraleichten und modernen Rennrädern. Sie wollten, das war bald klar, die Strecke in einer einzigen Etappe durchradeln. Längst Tour-de-France-verdächtig, denn die Tourteilnehmer bewältigen, je nach Etappe, Höhenmeter und Steigung, die es zu überwinden gilt, zwischen 130 und 230 Kilometer an einem Tag.

Aber auch die Burladinger Sportler lassen sich nicht lumpen. "Wir haben alle drei monatelang richtig drauf trainiert und haben uns im Voraus intensiv mit der 357 Kilometer langen Strecke befasst", erzählt Calzetta von den Vorbereitungen. Dann kam die Pandemie-Warnung, die Grenzen waren dicht, die Sportstudios auch, die Menschen wurden aufgefordert, möglichst zu Hause zu bleiben. "Aber das Radfahren, das geht ja in der Burladinger Gegend mit ihren Radwegen und in den Wäldern eigentlich immer", erzählt Santo, wie sich die drei körperlich aber auch mental fit hielten, um ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und als es dann wieder möglich war, über die Grenze nach Italien zu reisen, machten sie Ernst.

"Mit Taschenlampen am Helm sind wir in der Dunkelheit morgens um ein Uhr losgeradelt", erzählt Santo im Nachhinein ganz fröhlich. Im Schnitt schafften sie, so hat er es ausgerechnet, 26 Kilometer pro Stunde. Am Anfang, als noch alles relativ flach war, waren es mehr. Aber insgesamt galt es 3606 Höhenmeter zu überwinden.

Es ging über Gammertingen, Sigmaringen, Bregenz und Chur in der Schweiz. "In Bregenz wurde es langsam hell", beschreibt Calzetta die Nachtfahrt bis an den Bodensee. "Aber es wurde leider auch nass und hat geschüttet wie aus Eimern". Das Trio flüchtete sich in Bregenz also in eine Bäckerei, die gerade aufgemacht hatte und wärmte sich erst mal auf. Da gab es zum heißen Kaffee ein feistes, reichhaltiges Frühstück. "Wir wollten für den Rest der Strecke optimal gestärkt sein und diese Kilometer ja durchradeln", erzählt der Burladinger Radsportler. Und ab Bregenz machte das Wetter auch wieder mit. Es blieb trocken, und gelegentlich guckte die Sonne durch die dicke Wolkendecke.

Calzettas Frau Elvan, ebenfalls begeisterte Radlerin, hatte derweil ihren Arbeitstag hinter sich gebracht und startete mit dem Auto, sozusagen mit dem Versorgungsfahrzeug, am Nachmittag und fuhr dem Trio auf den Bundesstraßen und der Autobahn hinterher. Um 18.30 Uhr, am Splügen Pass, hat die Hobby-Fotografin und Weltenbummlerin die drei dann eingeholt und für ein aussagekräftiges Foto unter ein paar Schilder gestellt. "Das ist eine unvergessliche Erinnerung", sagt Calzetta über dieses Foto und lacht.

Der Wind hat durch die Kleider gepfiffen

Danach konnten die Waden ausruhen und die Bremse musste Hochleistung bringen, denn es ging 30 Kilometer nur bergab. Der Wind hätte ihnen dabei nur so durch die Kleider gepfiffen, erinnert sich Santo Calzetta. Bergab seien sie schneller gewesen als so manches Auto, das sie auf der kurvenreichen Serpentinenstrecke einfach hinter sich gelassen haben. "Es war echt kalt da oben", schüttelt sich der 34-Jährige noch jetzt bei dem Gedanken an die Temperatur.

Danach ging es sozusagen in einer letzten Flachfahrt die 30 Kilometer bis zum gebuchten Appartement nach Domaso an den Comer See. Dort hatten die drei Sportlerfreunde für sich und ihre Frauen, die mit zwei Autos anreisten, eine nette kleine Wohnung gemietet und starteten ihren Kurzurlaub, bevor es mit Rädern und Radsportlern im Auto wieder nach Burladingen zurück ging. "Das Essen dort war so lecker, echt gute italienische Küche und wunderbarer roter Chianti", erinnert sich Calzetta lachend. Ja, wo eine Burladinger Bierlaune so enden kann.

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