Praktische Übungen am Progymnasium Burladingen sollen den Zusammenhalt unter den Schülern stärken.Foto: Progymnasium Foto: Schwarzwälder Bote

Olweus-Schule: Gegen Mobbing und für soziales Verhalten / Pädagogen vermitteln allgemein gültige Werte

Das Progymnasium Burladingen ist seit 2016 Weltethos-Schule und versucht an junge Menschen Werte zu vermitteln, die religions- und kulturübergreifend gültig sind. Jetzt ist die Arbeit der Pädagogen mit einer neuen Zertifizierung belohnt worden.

Burladingen. In einer Pressemitteilung gibt das Progymnasium bekannt, dass es künftig den Titel "Olweus-Schule" führen darf. Das sei nur, so heißt es in der Verlautbarung "ein beachtenswerter Zwischenstand".

Festgestellt wurde dieses Level in einem offiziellen Audit, geleitet von Vanessa Jantzer von der Universität Heidelberg, das bestätigte, dass die Schule nach zweieinhalb Jahren der Programm-Umsetzung die damit verbundenen Standards erreicht hat und nun offiziell eine Olweus- Schule ist.

Im September 2018 hatte sich das Progymnasium Burladingen entschlossen, zusätzlich zum "über-den-kulturellen-Tellerrand-blickenden" Weltethos-Programm noch einen ergänzenden Weg einzuschlagen. "Das Ziel war und ist es, soziales Verhalten langfristig zu fördern und ein diskriminierungs- und angstfreies Schulklima zu schaffen", so heißt es von Seiten der Schule.

Klare Regelngegen Mobbing

"Für uns bedeutet das Olweus-Programm, dass in Klassenlehrerstunden nicht nur besprochen wird, weshalb ein positiver, sozialer Umgang wichtig ist, sondern auch klare Regeln formuliert werden, die sich gegen Mobbing stellen. Dies wird teilweise auch kreativ umgesetzt, über Bilder, Videos oder kurze Hörspiele", kommentiert die Schülermitverantwortung (SMV) der Klassen 5 bis 10 des Progymnasiums das Programm.

Auch Sandra Breimesser, Schulsozialarbeiterin des Progymnasiums und des Schulverbundes Burladingen, gratulierte zu dem Titel und kommentiert die Anstrengungen des Progymnasiums: "Aus Sicht der Schulsozialarbeit bietet Olweus allen am Schulleben Beteiligten einen verantwortungsbewussten und respektvollen Umgang miteinander. Durch dieses Programm lernen die Schülerinnen und Schüler, antisoziales Verhalten nicht zuzulassen, sondern es zeigt ihnen, wie sie aktiv gegen Mobbing vorgehen können". Daniel Hentschel aus Schriesheim, der als Olweus-Mentor das Progymnasium beim Programmaufbau unterstützt hat, sagt: "Es ist sehr erhebend, Menschen zu begleiten, die so kreativ, mutig und entschlossen in einen Prozess einsteigen, der einzig das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen zum Ziel hat."

Das Olweus-Programm geht zurück auf den norwegisch-schwedischen Soziologen Dan Olweus. Dieser setzte weltweit Standards in der Mobbing-Prävention und Mobbing-Intervention, indem er sich zum Ziel setzte, an Schulen ein diskriminierungs- und angstfreies Klima zu schaffen. Dass jeder vierte Schüler in Europa, so sagten es Statistiken, schon einmal von Mobbing betroffen gewesen sei, ließ ihn das Programm ins Rollen bringen. In Baden-Württemberg sind es die Universität Heidelberg und die Baden-Württemberg Stiftung, die Träger und Mitentwickler des Olweus-Programms im Land sind. Die Universität und die Stiftung begleiten und unterstützen besonders jene Einrichtungen, die sich um die Zertifizierung als Olweus-Schule bewerben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: