Der Energieriese EnBW plant für Burladingen in luftiger Höhe und mit dänischen Modellen. Von den Windmessungen ist man angenehm überrascht, wie Projektleiter Fabian Maisch dem Gemeinderat versicherte. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Windenergie: Landratsamt will Umweltverträglichkeitsprüfung / EnBW auf privatem Gelände ein "No-Go"

Allzu viel Neues hat Projektleiter Fabian Maisch vom Energieriesen EnBW den Gemeinderäten zum Thema Windparks eigentlich nicht zu erzählen gehabt. Spannend wurde es bei einigen Punkten aber trotzdem.

Burladingen. Denn im Hauruck-Modus wird es nicht gehen mit den zehn Windrädern, die sich die EnBW auf den verschiedenen, wohl sehr windreichen Anhöhen, rund um Burladingen wünscht. Geplant sind fünf im Wald bei der Küche, drei bei Ringelstein in Ringingen und zwei auf der Telle beim Ortsteil Stetten unter Holstein. Und eins davon, so sehen es die Pläne des Energieriesen bisher vor, nicht mal auf städtischen Grundstücken.

Noch sei man mit den Planungen zwar im Zeitplan, wie Maisch betonte, das Landratsamt habe aber, wohl auch wegen der zahlreichen Einsprüche und Bedenken, vor allem der Einwohner des Weilers Küche bei Hermannsdorf, auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden. "Wir wissen, der EnBW wäre ein vereinfachtes Verfahren lieber gewesen", betonte Dörte Conradi, CDU. Aber nur mit der Umweltverträglichkeitsprüfung sei gewährleistet, dass Bürger richtig eingebunden, Bedenken ernst genommen und erörtert und die maßgebenden Institutionen gehört werden, so ihre Meinung. Einige Bürger befürchten immerhin gesundheitliche Nachteile durch Emissionen und Geräuschbelästigungen, zitierte sie Einwände der Windkraftgegner. Einig war sie sich nicht nur mit ihrem Fraktionskollegen Mathias Fritz, der Windanlagen auf privaten Grundstücken als "absolutes No-Go" bezeichnete. Schließlich habe man vor allem deshalb die jahrelangen Planungen zur Erstellung eines Bebauungsplanes Windkraft betrieben, um als Stadt Herr des Verfahrens und vor allem der lukativen Verpachtungen zu sein.

"Mehrwert soll Bürgern zugute kommen"

A uch der Fraktionschef der Freien Wähler, Alexander Schülzle, drang darauf, dass ein solcher Plan überarbeitet werden müsse. Denn: "Der Mehrwert, den wir für die Stadtkasse durch die Verpachtung der städtischen Flächen und die Energiegewinnung erzielen, soll den Bürgern auch wieder zugute kommen", betonte er. Dies sei umso wichtiger, da der Wald, Burladingens einstiges Schatzkästlein, der in manchen Jahren eine halbe Million oder mehr in die Stadtkasse spülte, durch Klimawandel, Borkenkäfer und Überangebot auf dem Holzmarkt als große Einnahmequelle nicht mehr taugt.

Inzwischen haben auch die AfD-Vertreter die Kritik an der Windkraft für sich entdeckt. Als AfD-Bürgermeister Harry Ebert – es war eine seiner letzten wichtigen Amtshandlungen – den Vertrag mit der EnBW 2019 unterschrieb, schwiegen sie eisern. Jetzt kommentierte Fraktionssprecher Joachim Steyer: "Ich möchte wissen, ob der Bürger weiß, was da auf ihn zukommt." Steyer stellte Fragen nach Flächenverbrauch im Wald, und sein Fraktionskollege Andreas Scheu brachte das Thema Motorbrand in luftiger Höhe ins Spiel.

Beim Blick auf die mehr als 140 Meter hohen Windkraftanlagen dürfte so mancher Burladinger große Augen kriegen, vermutete man nicht nur bei der AfD, sondern auch bei der CDU. Vergleiche mit dem Stuttgarter Fernsehturm (217 Meter) oder gar dem Testturm von Thyssen Krupp in Rottweil (246 Meter) erscheinen dann aber doch – im wahrsten Sinne des Wortes – zu hoch gegriffen.

Rotoren-Durchmesser von 162 Metern

D ie Windmühlen-Modelle der dänischen Firma Vestas, die die EnBW auch rund um Burladingen aufstellen will, können eine Höhe zwischen 119 bis maximal 166 Metern haben. Maisch sprach von etwas mehr als 140 Metern. Der Durchmesser der Rotoren wäre bei 162 Metern.

Der EnBW-Projektleiter versicherte: Der Energieriese wolle den Gemeinderat und die Burladinger Bürger weiter über den Fortgang der Planungen informieren. Auch über die Ergebnisse der Auswertung der Umweltgutachten, die derzeit im Gange sind. Und sein Unternehmen wolle so bald wie möglich Simulationen zur Verfügung stellen. Um Größenverhältnisse zu veranschaulichen.

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