Im Frühjahr geht am Burladinger Ortsausgang die neue Eco-Tankstelle in Betrieb. Foto: Rapthel-Kieser

Kraftstoff-Kuchen in Burladingen wird neu verteilt: Die Agip-Station der Familie Knupfer wird von einem Sigmaringer reaktiviert.

Burladingen - Im Frühjahr soll am Burladinger Ortsausgang, da wo viele Jahrzehnte die Agip-Station und Meisterwerkstatt der Familie Wolfgang Knupfer war, wieder eine Tankstelle mit Shop, Lotto-Annahmestelle, Hermes-Paketshop und Bistro die Pforten öffnen.

"Das ist immer gut gelaufen. Warum nicht wieder?" Ein Anlieger nahe der Gammertinger Straße 16 in Burladingen hat keine Zweifel daran, dass sich direkt an der B 32 eine fünfte Tankstelle im Ort halten kann. "Eine davon ist sowieso in Melchingen oben, das spielt hier an der vielbefahrenen Bundesstraße keine Rolle." Im zweiten Schritt ist auch die Wiedereröffnung einer Meisterwerkstatt mit einem Mechaniker geplant, wie der neue Betreiber Erkan Nisanci auf Anfrage mitteilt.

Knupfer Senior ist bereits in den 70ern und hat das Geschäft altershalber aufgegeben. Sein Sohn Wolfgang war der Mechanikermeister im bisherigen Betrieb, ist aber nach Mittelamerika ausgewandert. Einige Jahre hat Knupfer versucht, die Tankstelle und das Gebäude zu verkaufen. Jetzt hat er wenigstens einen Pächter für die Anlage gefunden: Erkan Nisanci, der unter anderem in Sigmaringendorf eine Eco-Tankstelle betreibt. Auch seine Firma ist ein Familienbetrieb mit vier Söhnen. Gegründet 1994 und mit mittlerweile 16 Standorten im Südwesten. "Ich bin auf einer Tankstelle aufgewachsen", kommentiert der 27-Jährige Nisanci seinen mutigen Schritt. Nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann war er, wie er sagt, bei mehreren großen Mineralölgesellschaften an Projektrealisierungen beteiligt. "Ich bringe einen Erfahrungsschatz mit, von dem ich jetzt profitieren kann", meint er und ist sich sicher, trotz großer Konkurrenz mit einem "unterpreisigen Angebot" an Kraftstoffen im Ort bestehen zu können. "Der Kraftstoffkuchen wird komplett neu verteilt."

In den vergangenen Monaten wurde, während der Bauantrag bei der Baubehörde im Balinger Landratsamt lief, die Anlage bereits zurückgebaut. Eine knifflige Sache, sagt der zuständige Architekt Diplom-Ingenieur Marcus Wawra-Benz. Es mussten drei im Erdreich eingebaute große Tanks ausgehoben, Gutachten erstellt und das Erdreich auf Altlasten überprüft werden. Drei Tanks mit je 40 000 Litern werden auch wieder eingebaut. Die neuen Betreiber gingen aber auf Nummer sicher und haben die teuren Mega-Behälter erst bestellt, als die Baugenehmigung aus dem Landratsamt am 7. Januar einging. Dass eine mal stillgelegte Tankstelle wieder reaktiviert wird, sei ungewöhnlich, so der Architekt, das hätten ihm Behörden und Baubeteiligte bestätigt.