Das Künstler- und Gastwirtehepaar Ulrich Schwarz und Angelika Bastians hat im Hörschwager "Rössle" den "grünen Tisch" etabliert, an dem monatlich diskutiert wird. Foto: Bender Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: "Grüner Tisch" fördert Austausch über Umgang mit Mensch, Tieren und Pflanze

Einmal im Monat wird der Musik- und Theatergasthof "Rössle" in Hörschwag zum Zentrum für Menschen, die den respektvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur schätzen.

Burladingen-Hörschwag. Der "grüne Tisch" fand bereits bei seiner Premiere vergangene Woche begeisterte Teilnehmer. Und diese wollen beim nächsten Treffen am Freitag, 12. April, wiederkommen und Freunde mitbringen. Unterhalten hat man sich in gemütlicher Runde über ökologisches Bauen, natürliche Kleidung und ein besseres Lebensgefühl.

Die Wirtsleute Angelika Bastians und Ulrich Schwarz folgen mit der Etablierung ihres "grünen" Tisches eindeutig einem Trend, aber keineswegs einer Modeerscheinung. Immer mehr Menschen wollen im Einklang mit sich und der Natur leben.

Schnell stellt man allerdings fest, dass dies gar nicht so einfach ist. Wie soll man denn wissen, mit welchen Zutaten ein Koch das Essen zubereitet, welcher Metzger oder Lebensmittelproduzent auf Zusatzstoffe verzichtet, welche Tiere ohne Antibiotika und nicht in Massentierhaltung aufgezogen werden?

"Miteinander singen, lachen, tanzen, essen", ist die Philosophie des Gastwirtehepaars

Auf der anderen Seite sind immer mehr Menschen mit Allergien und chronischen Krankheiten behaftet. Deshalb wollen Bastians und Schwarz einen Treffpunkt anbieten, bei dem sich Gleichgesinnte zu einem Austausch oder gar einem Netzwerk zusammenfinden können.

Wenn man einmal im Monat samstagabends ins Rössle kommt, dann müsse man nicht an den grünen Tisch und auch nicht zwangsläufig etwas essen, betonen die beiden Betreiber des Musik- und Theatergasthofs. Wobei man hier in der Küche natürlich der Philosophie folgt, über die man im Gastraum spricht: Gerichte ohne Glutamat und Aspartam.

Die Lebensmittel stammen aus heimischem und ökologischem Anbau, das Wild ist aus den Wäldern rund um Hörschwag, und die Forellen schwimmen in Hausen an der Lauchert, bevor sie auf den Tellern der Gäste landen. Es wird regional, saisonal und mit Bio-Lebensmitteln gekocht.

Dass der Tisch im Rössle einmal im Monat ausgerechnet "grün" ist und tatsächlich auch eine grüne Tischdecke erhält, dahinter steckt keine politische Motivation, erklärt Angelika Bastians. Man hätte auch eine andere Farbe wählen können, doch das wäre dann wohl recht verwirrend gewesen.

"Es geht um eine Plattform für Menschen, die Respekt für Mensch, Tier, Natur und Umwelt zeigen", erläutert die Sängerin, die neben dem Kochen noch viele weitere Talente hat. "Wir müssen im Kleinen anfangen. Frieden und Respekt leben. Miteinander singen, lachen, tanzen und essen", ist die Philosophie des Musiker- und Gastwirtehepaars.

Für viele Auswärtige ist der Gastraum des Rössles schon zu einem zweiten Wohnzimmer geworden. "If you want to make the world a better place, take a look at yourself, and then make a change", hat schon Michael Jackson mit seinem Welthit "Man in the mirror" gesungen und auch Mahatma Gandhi und Konfuzius haben in ihren Lehren auf den respektvollen Umgang mit der Natur hingewiesen.

"Immer an sich selbst arbeiten, denn viele Emotionen sind eben allzu menschlich"

"Ich möchte Frieden auf der Welt, aber nicht, wenn mein Nachbar mit dabei ist", bringt Angelika Bastians die Haltung mancher Menschen auf den Punkt. Sie weiß selbst, dass man immer wieder an sich selbst arbeiten muss, denn viele Emotionen sind eben nur allzu menschlich. Aber gerade darum freue sie sich über den Austausch am "grünen Tisch", der am 12. April, 3. Mai, 7. Juni und 12. Juli wieder jeweils um 18 Uhr stattfindet – völlig zwanglos und respektvoll.

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