Thomas Renner an der Orgel und Uwe Baumer an der Trompete bewiesen beim Konzert in Mariaberg technische und musikalische Genialität. Foto: Mariaberg Foto: Schwarzwälder-Bote

Thomas Renner und Uwe Baumer begeistern in Mariaberg

Gammertingen/Mariaberg (sb). Brillante Trompetenklänge und duftig klare Orgeltöne: Wer sich zum Neujahrskonzert in der Klosterkirche Mariaberg eingefunden hatte, erlebte eine Stunde größten musikalischen Vergnügens.

Thomas Renner an der Orgel und Uwe Baumer an der Trompete bewiesen technische und musikalische Genialität. Schwungvoll mitreißend und mit strahlendem Ton meistert Baumer anspruchsvolle Passagen der Sonata Al Postcommunio von Giambattista Martini – einem Komponisten des Barocks.

Auf der Orgel ertönt die Pastorale in F-Dur Johann Sebastian Bachs. Würdige Feierlichkeit und viel Tiefe strahlt das Werk aus. Renner entführt den Zuhörer in eine Welt aus komplexer Mehrstimmigkeit und spielt mit viel Eleganz und rhythmischem Feingefühl. Mit messerscharfen Glissandi brilliert Baumer auf der Trompete in Henry Purcells Sonata Nr. 1 D-Dur. In einer freien Improvisation auf der Orgel entsteht ein nachdenklich schönes Klanggemälde.

An den Wasserflüssen zu Babylon: Im Kopf entstehen lebendige Bilder. Johann Sebastian Bachs Choralpräludium wird zu einem vergnüglichen Frage und Antwortspiel zweier perfekt harmonierender Musiker der Oberklasse. Ein sphärisch schwebender, modern anmutender Klangteppich mit launischen Stimmungen. Harmonisch liebliche Läufe und leidenschaftlich dramatische Passagen wechseln mit überraschend witzigen Melodien oder akzentuierten Rhythmen. Der belgische Komponist Nicolas-Jaques Lemmens versetzte im 19. Jahrhundert mit seinen Werken sein Publikum in Erstaunen. Mit dem Adagio und Marche Pontificale aus der Sonate Nr. 1 verblüfft Renner auf der Mariaberger Orgel mit einem enormen Klangspektrum und spielerischer Präzision.

Ruhig getragen, mit großer Inbrunst und mit einem wunderschönen weichen Trompetenklang trägt Baumer Georg Friedrich Telemanns Concerto in B-Dur vor.

Humorvoll bis grotesk, anspruchsvolle Mehrstimmigkeit und kunstvolle Pedalakrobatik. Mit Duett und Abendfriede – Kompositionen aus der Feder Joseph Gabriel Rheinbergers – meistert Renner noch ein Orgelwerk aus der Endzeit der klassisch-romantischen Epoche.

Leicht beschwingt bis dramatisch ergreifend. Mit dem barocken Concerto D-Dur OP. 7 Nr. 6 von Tomaso Albinoni beenden die beiden Virtuosen ihr Programm und ernten den begeisterten Applaus des Publikums.