Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Mit Schlemmergulasch auf der Flucht

Von
Carola Schwelien und Bernhard Hurm als schillerndes und scheiterndes Gaunerpärchen in "Zwei wie Bonnie und Clyde" auf der Lindenhof-Bühne. Foto: Becker Foto: Schwarzwälder Bote

"Ich will aber nicht so sterben", sagt Carola Schwelien als Chantal auf der Lindenhof-Bühne als Manni (Bernhard Hurm) ihr vom Ende von Bonnie und Clyde erzählt. Muss sie auch nicht. Bevor die beiden des Bankausraubens abschwören, strapazieren sie aber noch gehörig die Lachmuskeln des Publikums.

Burladingen-Melchingen. Die Premiere von "Zwei wie Bonnie und Clyde", das Lindenhof-Regiedebüt von Claudia Rüll Calame-Rosset, kam bei den Zuschauern gut an. Dem Zwei-Personen-Stück aus der Feder von Tom Müller und Sabine Misiorny hat gut getan, dass Dramaturg Franz Xaver Ott und Rüll Calame-Rosset es gestrafft haben. Für Dichte sorgt zudem der Bühnenraum. Alles spielt sich in diesem grau-weißen, neonbeleuchteten und trostlosen Schuhdepot ab, in den sich Manni und Chantal nach ihrem ersten missglückten Bankraub geflüchtet haben.

Er steht auch für die Ausweglosigkeit ihrer Situation, das Klaustrophobische ihres Daseins und die Tristesse ihres Lebens. Zwischen der Unordnung und den Artefakten längst vergangener Zeiten richten sich die beiden Senioren erst einmal ein und proben bis ins Detail ihren nächsten Überfall, den Manni plant und in dem Chantal auf Stichwort funktionieren soll.

Der Zuschauer merkt: Obwohl Manni oft genervt ist über die Naivität und Unbedarftheit seiner Chantal, die ihn gelegentlich fast zur Verzweiflung treibt, und auch wenn Chantal ihren Manni immer wieder auffordern muss, nicht böse zu sein – die beiden haben sich längst eingerichtet in ihrer symbiotischen Zweisamkeit und den gemeinsamen Träumen von der Hochzeit in Las Vegas und den Ferien auf Hawaii.

Mit diesem dargestellten Wechselspiel der Gefühle und den überraschenden Wendungen im Skripft können Carola Schwelien und Bernhard Hurm als Komödianten auf der Bühne glänzen. Da sitzt jedes Augenrollen und jedes Achselzucken und bringt das Publikum immer wieder zum Lachen.

Die Musik tut ein Übriges, Manni und Chantal in den Kontext der Generation der "jungen Alten" zu rücken. Sie tanzen zu "Born to be wild" eben auch wild auf der Bühne und ernten Szenenapplaus, und sie planen ihren Bankraub, während im Hintergrund die von David Holmes komponierte Titelmusik von "Oceans Eleven" läuft.

Den großen Coup landen die liebenswerten Helden trotzdem nicht. Sie sind nach dem ersten Überfall mit zweimal Schlemmergulasch-Päckchen, einem Pfund Kaffee und zwei Rollen Clopapier auf der Flucht. Auch beim zweiten und dritten Versuch läuft es nicht viel besser, und im Schuhdepot hört sich das gescheiterte Bankräuberpärchen im Radio hernach jeweils die Meldungen ihrer missglückten Moritaten an. Dass sie ausgerechnet in diesem trostlosen Lager das Glück und die Erfüllung ihrer Träume finden und ihnen erlaubt wird, noch einmal in völlig neue Rollen zu schlüpfen – es bleibt eben eine Komödie nach dem Motto: "Ende gut – alles gut".

 Gezeigt wird das Stück am Donnerstag, 5., Freitag, 6. und Sonntag, 15. Dezember. Zudem ist eine Sylvesteraufführung mit Sekt und Häppchen geplant.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.