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Burladingen/Stuttgart Kissin’ Dynamite spielt bei Live-Summer

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Chillige Picknick-Atmosphäre und eine gelangweilte Security. Das Live-Summer-Konzert auf dem Flughafengelände in Stuttgart war für Kissin’Dynamite und die Fans der Höhepunkt des Jahres 2020. Foto: Rapthel-Kieser

Burladingen/Stuttgart - Um es gleich vorweg zu nehmen, die Sorgen – auch die der Band selber – waren unbegründet. Die Fans von Kissin’ Dynamite kamen auch beim Autokino-Konzert des Stuttgarter Live Summer voll auf ihre Kosten.

Und auch wenn er es selber vielleicht bezweifelt haben mag: Die Rampensau-Qualitäten von Frontman und Mastermind Hannes Braun reichen sogar bis in die hinterste von 15 Reihen Autos. Die bildeten – weit voneinander entfernt eingewiesen und versetzt eingeparkt – die Publikumskulisse dieses zugegebenermaßen bislang einmaligen Konzerts der einst im schwäbischen Burladingen gegründeten Rockband.

Interaktion mit dem Publikum, autoreihenweise eingefleischte KD-Fans, die früh am Start waren, um beste Plätze vor der Bühne zu ergattern, war selbst auf diese Entfernungen kein Problem. Dazu hatten sich Sänger und Frontman Hannes Braun und sein Bruder Ande Braun (Gitarre), Jim Müller (Gitarre), Andi Schnitzer (Drums) und Steffen Haile (Bass) auch Einiges einfallen lassen. Vor Beginn des Live-Acts rollten die Fünf sozusagen das Feld von hinten auf, liefen mit großem Abstand durch die Reihen ihrer grölenden, johlenden und knipsenden Fans fahnenschwenkend Richtung Bühne.

Zu diesem Zeitpunkt war das Publikum in und rund um die Blechkarossen schon in seiner Sonnenuntergangs-Picknick-Stimmung eingegroovt. Es gab (alkoholfreie) Bierchen und Snacks, man prostete sich über die Autodächer hinweg zu, und die Security hatte wenig bis gar nichts zu beanstanden.

Und dann ging’s los auf der so weit entfernten Bühne und der Riesenleinwand, die in Großaufnahmen die Band und ihre Akteure für alle gut sichtbar ins Bild rückte. Die Musik kam über den Radiosender, und fast alle saßen in dieser lauen Sommernacht nicht im, sondern standen neben ihrem Wagen, die Musik laut aufgedreht, und hörten die Kissin’ Dynamite Ohrwürmer von "I’ve got the fire" über "Sex is war" bis hin zum neuen "Ecstasy".

Exit-Eden-Sängerin Anna Brunner mit auf der Bühne

Dass die Band da für einige der Songs die Exit-Eden-Sängerin Anna Brunner mit auf die Bühne holte: fürs Publikum die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Denn beim Gesang von Hannes Braun und der Rockröhre Brunner merken die Heavy-Metall-Fans gleich: Hier haben sich zwei nicht nur fürs Privatleben gefunden, hier gibt’s die gemeinsame Passion zur Musik. Und da sind Braun und Brunner ja postmoderne Cross-Stylisten. Er komponiert und produziert für "Santiano", und sie sang mit der Erfolgs-Gruppe den Song "Im Auge des Sturms".

Kissin’ Dynamite ist aber auch dann großartig, wenn die Band das Headbanger-Klischee mal hinter sich lässt und die langsamen, gefühlvollen Balladen spielt. "Mein absolutes Lieblingslied", so kommentierte Hannes Braun den Titel "Your heart of stone", für den er sich selber ans eigens dafür auf die Bühne gerollte Klavier setzte. Es war der Moment für die Feuerzeuge und das Mitschwingen in Rock-Romantik und Herzschmerz. Dass da gelegentlich ein startender Flieger über den Köpfen der begeisterten Fans abhob und rechts von der Bühne der riesige Vollmond aufging, das wird wohl Manchem nachhaltig als kleines Extra an diesem ganz besonderen Konzert-Abend in Erinnerung bleiben.

Und dann Jim Müller mit der Gitarre, der sich als Sozius auf einer Harley durch die Autoreihen fahren ließ und den Song einfach weiter spielte – ein technischer Gag und – geschenkt. Den Kissing’ Dynamite hatte sein Publikum ohnehin von Anfang an im Griff. Da gab es Lichthupen, Blinker im Takt und – obwohl vom Veranstalter nicht gewünscht – auch lautes Hupen. "Ihre seid echte Rock-Rebellen, das gefällt mir", rief Braun in die Menge.

Er erinnerte daran, wie die Pandemie Künstler und Veranstalter von einem Moment auf den anderen ins ungewisse Aus gekickt hatte, wie die Kunst monatelang daniederlag und bedankte sich beim Publikum: "Ohne Euch, ohne unsere Fans wäre das alles hier nie möglich", rief er ins Mikro. "You are not alone" – die Zugabe, die das noch einmal betonte.

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