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Burladingen Jedes Wort schafft Wirklichkeit

Von
Carola Kaltschmidt (Mitte) übt auf Einladung des Kindergartens Jahnstraße mit Eltern bewusstes Sprechen ein. Foto: privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Burladingen. Die Stuttgarter Dozentin, Coach für Kommunikation und Sprache, Carola Kaltschmidt hat im Burladinger Bahnhof für Eltern der Kindergartenkinder in der Kita Jahnstraße einen Vortrag gehalten. Thema: Kinder fördern durch die bewusste Sprache ihrer Vorbilder. Wie bewusstes Sprechen im Alltag funktionieren kann, übte die Dozentin mit den Eltern gleich ein. Wir sprachen mit der Stuttgarterin über die Kraft der Sprache.

Frau Kaltschmidt, einen namhaften Kommunikationscoach wie Sie würde man eher in den Führungsetagen großer Konzerne oder bei Managertreffen verorten. Wieso gehen Sie auch in Kindergärten?

Was macht das mit Kindern, wenn ihre Eltern bewusster sprechen?

Die Kinder lernen vom Abschauen und Abhören. Achten die Eltern zum Beispiel auf ihre Wortwahl, birgt das die Chance, dass die Kinder mit einem reichen Wortschatz aufwachsen. Nehmen Sie einmal an, eine Mutter will erzählen, wie die Kindergeburtstagsfeier war. Häufig wird dafür "es war toll, es war super" verwendet. Wo bleibt da der Reichtum unseres deutschen Wortschatzes? Eine Kindergeburtstagsfeier kann auch außergewöhnlich, lustig, spaßig, faszinierend oder auch heiter gewesen sein.  

Was sind denn Ihre beredtsten Beispiele für die Kraft der Sprache im Alltag?

Wirkt die Sprache auf das Denken ein, oder ist es eher umgekehrt?

An dieser Stelle zitiere ich die Gründerin von Lingva Eterna, das ist das Sprachinstitut in Erlangen, bei welchem ich meine Dozentenausbildung genießen durfte, Mechthild von Scheurl-Defersdorf. Sie ist Sprachwissenschaftlerin und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz rund um die Wirkung der Sprache. Sie sagte: Jedes Wort wirkt und schafft Wirklichkeit. Ein Beispiel: Noch vor drei Jahren wog ich über 160 Kilogramm. Mechthild von Scheurl-Defersdorf machte mich auf meinen damaligen Sprachgebrauch aufmerksam. Ich sagte oft: Das fällt mir schwer, das kann ich mir nur schwer vorstellen, das liegt mir schwer im Magen. Ich hatte das Wort "schwer" so viel in Gebrauch und merkte es bis dahin nicht. Heute wende ich es nur noch dort an, wo es wirklich seine Berechtigung hat. Die Wirkung dessen war und ist enorm. Der Wandel in meiner Sprache hat mich erfolgreich dabei begleitet, inzwischen 68 Kilo abgenommen zu haben.

Was raten Sie Eltern von Kindern und was üben sie mit denen ein?

Wenn den Eltern durch verschiedene Beispiele von mir klar geworden ist, wie wirkungsvoll sie ihren Kindern mit einer achtsamen Sprache dienen können, ist der Grundstein gelegt. Ich gebe ihnen den Tipp, sich selbst Zeit zu geben. Wir sind mit unserer Sprache aufgewachsen und geprägt durch unser soziales Umfeld. Wenn ein Erwachsener seinen Sprachgebrauch wandeln will, kann er dies ganz behutsam beginnen. All die wertvollen Hinweise auf ein Mal umzusetzen, ist eine zu große Herausforderung. Meine Seminarteilnehmer dürfen mit sich selbst gnädig sein. Und beim Üben hilft es, stets ein Quäntchen Humor einfließen zu lassen. In beruflichen Seminaren, so zum Beispiel auch bei den Erzieherinnen der Stadt Burladingen, rege ich stets an, Lernpartnerschaften zu bilden. Dabei machen sich jeweils zwei Personen gegenseitig auf ihren Sprachgebrauch aufmerksam.

Was sind in Zeiten von E-Kommunikation und Whatsapp die wichtigsten Ratschläge für gesprochene Sprache mit einem leibhaftigem Gegenüber?

Ich rege ein friedvolles Miteinander an, wieder mehr auf persönliche Gespräche Wert zu legen. Denn zum gesprochenen Wort kommt die Gestik und der Blickkontakt, die Stimmlage und vieles mehr dazu, dass eine gelungene Kommunikation ausmacht. Für Mails und Whatsapp-Kommunikation sollte man das richtige Maß zu finden. Jedes Gerät hat einen Knopf zum Ausschalten.

  Die Fragen stellte Erika Rapthel-Kieser.

Am Samstag, 21. Januar, bietet Carola Kaltschmidt in Zusammenarbeit mit den Kindergärten Burladingen für alle Menschen, die sich für den achtsamen Umgang mit Sprache interessieren, ein Tagesseminar an. Es wird im Bahnhofsgebäude stattfinden und ist geplant von 9.30 bis 16.30 Uhr. Anmeldungen nehmen die Burladinger Kindergärten entgegen. Auch unter www.erfolgsstadt.de oder durch eine E-Mail an carola@erfolgsstadt.de können Interessierte sich anmelden. Anmeldeschluss ist der 19. Januar 2017.

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