Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Jede Menge Grauzone zwischen Schwarz und Weiß

Von
Viel Lektüre im Gepäck: Cord Dette (Mitte) fachsimpelt nach dem Workshop im JUZ mit Sandra Breimesser und Karl Lenz vom Burladinger Kinder- und Jugendbüro. Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Von Katja Weiger

Für Cord Dette gibt es Bands, die definitiv rechte Musik machen. Und dann gibt es Gruppen wie "Freiwild" oder die "Böhsen Onkelz". Was an jenen in seiner Einschätzung anders ist, hat er in einem spannenden Workshop im Burladinger JUZ erläutert.

Burladingen. Auf Einladung von "Burladingen ist bunt" sprach der Sozialarbeiter, selbst Mitglied einer Punkband, im vollen JUZ über sogenannte rechte Musik – und die Frage, ob sie als Einstiegsdroge gelten könne – oder schlicht überschätzt werde.

Dette fungiert neben seiner beruflichen Tätigkeit in Mariaberg als Koordinator des Albbündnisses im Demokratiezentrum Baden-Württemberg: "Ich glaube an die Demokratie – schlicht deshalb, wie sie uns die Diskussion ermöglicht." Eines freute ihn am Donnerstagabend augenscheinlich: Viele junge Leute waren der Einladung gefolgt. Sie – und auch die älteren – nutzten das Angebot, miteinander in einen regen Dialog zu kommen.

Den Grund für Vortrag und Workshop hatte "Burladingen ist bunt" bereits im Flyer für die Veranstaltung genannt: "Die Jugend in Burladingen ist einem zunehmenden Rechtsruck ausgesetzt."

Für den Einstieg in seinen reich illustrierten Vortrag wählte Cord Dette einen Song, den wohl die wenigsten Zuhörer bei einem Vortrag über rechte Musik erwartet hätten: "Solang mein Herz noch schlägt". Zuerst gesungen von Nicole, der Schlagersängerin, die 1982 mit "Ein bisschen Frieden" den Grand Prix de la Chanson gewonnen hatte. Und dann von Liedermacher Frank Rennicke, der als Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene gilt.

Dette verdeutlichte, wie stark das Empfinden für Musik und deren Einschätzung vom eigenen Wissen um den Vortragenden abhängt. Diese These führte schnell zur nächsten lebhaften Debatte. Dettes Einschätzung zufolge gibt es die moralische Einschätzung von Musik – und eben die demokratische. Sprich: Nicht alles, was man selbst als diskussionswürdig empfindet, ist auch unter rechtlichen Aspekten indiskutabel.

Zwischen Schwarz und Weiß, hier positionierte er sich klar, gebe es auch jede Menge Grauzone. In diesem Zusammenhang zitierte der Referent Klaus Farin, den Gründer des Archivs für Jugendkulturen: "Wer sich auf die Realität einlässt, muss die beruhigende Eindeutigkeit aufgeben." Dennoch sahen etliche im JUZ die Band "Freiwild" beispielsweise zu sehr in Schutz genommen. Auch wenn sie "nur" die Liebe zur Heimat besängen.

Cord Dette indes legte anschaulich klar, wie er die musikalischen Genres Punkrock, Deutschrock und Rechtsrock definiert. Punkrock befasst sich seiner Ansicht nach unter anderem mit Umbruch, Anarchie und Rassismus, der Deutschrock widmet sich thematisch Freundschaft, Fest und Liebe. Der Rechtsrock hingegen betone Punkte wie Kameradschaft, das Dritte Reich und die "weiße Rasse".

Was rechte und linke Rockmusik voneinander unterscheide: "Linksrock setzt sich für Minderheiten ein, für strukturell schlechter Gestellte, geflüchtete Menschen zum Beispiel. Das macht rechte Musik nicht." Das vermittelte Weltbild, hier sah Dette wiederum Parallelen zwischen rechts und links, sei in beiden Fällen ein geschlossenes – anders als beim Deutschrock. Was für ein Fazit der Referent zog? "Menschen müssen eingebettet sein in Beziehungen. Dann sind sie für Extremismus nicht angreifbar. Dennoch müssen wir wachsam bleiben."

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.