Chorleiter Alfred Schäfer feierte mit dem Herbstkonzert der Harmonie Killer seinen Abschied. Chorverbandspräsident Micheal Ashcroft (rechts) ehrte ihn. Fotos: Bender Foto: Schwarzwälder-Bote

Abschiedskonzert: Würdigung für fünf Jahrzehnte Chorleitung / Frauenchor hält Tradition aufrecht

Außergewöhnlich waren die vergangenen 50 Jahre des Männergesangvereins "Harmonie" Killer unter Leitung von Alfred Schäfer, und ebenso imposant fiel das Abschiedskonzert aus.

Burladingen. Hochkarätig war das Programm am Samstag in der Burladinger Georgskirche, voll besetzt die Kirchenbänke. Sich dieses letztes Mal die "Harmonie" Killer unter Leitung von Alfred Schäfer anzuhören, das ließen sich viele nicht entgehen, und so musste nachbestuhlt werden.

Der Männerchor sang Werke aus dem Repertoire der vergangenen fünf Jahrzehnte. Natürlich durfte der "Bajazzo", das Markenzeichen der Killermer, nicht fehlen. Das "Trinklied" von Walter Rein hatte man 1967 beim Wertungssingen schon zum Besten gegeben, erinnerte Chorleiter Alfred Schäfer.

Er hatte für sein Abschiedskonzert bewusst auch schwierige Lieder ausgesucht – "aus Liebe zu den Komponisten wie Franz Schubert oder Friedrich Silcher", so Schäfer. Da Schäfer auch zwölf Jahre den Silcherchor Zollernalb leitete, wirkte auch dieser Männerchor am Samstag mit. Genauso wie die "Harmonie" überzeugten sie mit hochklassigem Gesang. Schließlich ist das Credo Schäfers "Qualität vor Quantität".

Und mit solch überragenden Vorträgen wie beim Herbstkonzert ehrten die Sänger ihren scheidenden Dirigenten. Es war ein besonderer Hörgenuss. "Mit einem Teil der Lieder verbinde ich Sänger, die nicht mehr unter uns weilen. Auch für sie sollte dieses Konzert sein", erläuterte Schäfer zum Schluss.

Vor 50 Jahren, als Alfred Schäfer den Dirigentenstab im Alter von 26 Jahren übernahm, sang Detlef Ahlfänger im Jugendchor in Killer. Der Vorsitzende der "Harmonie" schmetterte als Solist am Samstag den "Gesang der Jünglinge" von Ludwig Uhland.

Ahlfänger betonte, Schäfer habe den Chor mit Individualität, Vielfalt und Kostbarkeit geprägt, stets Zusammenhalt, Verständnis, Toleranz, Freundschaft und menschliche Nähe als Grundwerte den Sängern vorgelebt. "Die Symbiose von menschlichen Qualitäten und musikalischem Sachverstand war ein Glücksfall für Killer. Alfred Schäfer ist nicht zu ersetzen", stellte er fest. Den Worten des Vereinsvorsitzenden folgte lang anhaltender Applaus.

Als Präsident des Chorverbands Zollernalb ehrte Michael Ashcroft den "ganz außergewöhnlichen Mann", der die "tiefe Wertschätzung und hohe Dankbarkeit seiner Sänger" genießt, mit Urkunden und Ehrennadeln des Deutschen Chorverbandes sowie des Chorverbands Zollernalb.

Als "Aushängeschild für die Gesamtstadt" bezeichnete Killers Ortsvorsteher Josef Pfister den Chor und meinte, dass sich der Enthusiasmus des Chorleiters auf die Sänger übertrage, das sehe, höre und spüre man förmlich.

Zum hochkarätigen Konzert trugen auch Sopranistin Mia Amann und ihr Gatte Hartmut Amann bei. Mit dem "Panis angelicus" hatten Sängerin, Pianist und Chor das Konzert eröffnet, mit "Selig sind, die Verfolgung leiden", beendeten sie es in einem großen Finale samt stehenden Ovationen.

Dass der Chorgesang in Killer mit der Ära Schäfer nicht zu Ende geht, dafür sorgt unter anderem die junge Leonie Schuler, die mit ihrem vor knapp einem Jahr gegründeten Frauenchor "Klangfarben" am Samstag Premiere feierte. Die zwei Dutzend Frauen hatten ihren ersten öffentlichen Auftritt, der gleich große Beachtung fand. Das Erbe Schäfers wird also fortbestehen.