Theatersommer unter den Windrädern am Himmelberg: Daniel Theuring, Hallmayer, Christian Burmeister-van Dülmen und Siegfried Bühr (von links) stiegen gestern fürs Foto schon einmal in die Arche. Am kommenden Sonntag beginnen die Sommertheater-Aufführungen des Theaters Lindenhof. Foto: Raphtel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

Sommertheater des Theaters Lindenhof: Neun Vorstellungen der "Arche Konrad" unter den Melchinger Windrädern geplant

Von Erika Raphtel-Kieser

 

Burladingen-Melchingen. Die Geschichte der Arche Noah endet auf dem Berg Ararat in der heutigen Türkei – und die der "Arche Konrad" auf dem Himmelberg unter den Melchinger Windrädern. Dort beginnt am Sonntag die Sommer-Saison des Theaters Lindenhof.

"Damit", so Regisseur Siegfried Bühr über den Theatersommer des Lindenhofs, "ist das Stück endlich dort angekommen, wo es sich die Autorin Susanne Hinkelbein immer hin gewünscht hat." Der Melchinger Lindenhof hat vor 15 Jahren bereits seine  "Melchinger Winterreise" auf dem Himmelberg spielen lassen. Das hat die Autorin inspiriert.

In ihrem Seefahrerstück über die Alb sind es die archetypischen Figuren, ein Zimmermann, ein Bauer und ein Lehrer, die sich vor der nahenden Sintflut auf die Arche retten und über Gott und die Welt philosophieren. "Das ist schon sprachlich notwendig, das mal am Himmelberg spielen zu lassen", kommentiert Bühr den Melchinger Theatersommer 2015. Neun Vorstellungen des Seefahrerstücks sind bis zum 2. August unter den Windrädern geplant. Premiere ist am kommenden Sonntag, 12. Juli, um 21 Uhr.

Die eindrucksvoll gezimmerte Arche, die am Spielort Scheune im Lindenhof den ganzen Bühnenraum einnahm, ist bereits hoch über Melchingen aufgebaut, die Techniker des Theaters arbeiten mit Hochdruck. Auch genügend Stühle für den Theatersommer hat der Lindenhof mittlerweile zusammen. "Wir wollen eine Happening-Atmosphäre schaffen", erläutert Stefan Hallmayer bei der Vorstellung der Pläne.

Die Windräder stehen seit genau 20 Jahren in Melchingen. Sie waren unter den ersten Baden-Württembergs und sind für Lindenhof-Mitbegründer Hallmayer auch ein Beweis dafür, dass Modernität und Landschaft keine Gegner sein müssen.

Die Firma Sowitec hat aus Anlass der zwei Dekaden Windkraft am Himmelberg einen Festakt geplant. Bühr spricht von einer "grandiosen Kulisse".

Die Vorstellungen beginnen allesamt um 21 Uhr, wenn die Szenerie vom Gegenlicht des Sonnenuntergangs bestimmt wird. Das, so hofft der kaufmännische Leiter Christian Burmeister-van Dülmen, mag manche, die das Stück in der Scheune oder in einem der Gastspielorte Baden-Württembergs gesehen haben, noch einmal in eine der Sommertheater-Vorstellungen locken. Denn als Open-Air-aufführung am Himmelberg mit einer Happening-Atmosphäre bekomme das unveränderte Textbuch einen ganz anderen Hintergrund.

Sollte die eine oder andere Vorstellung wegen der Wetterlage nicht stattfinden, könnten, so Burmeister-van Dülmen, noch zwei oder drei Termine dazwischen geschoben werden. Nach dem 2. August geht allerdings nichts mehr.

u  Wer das Stück besuchen will, sollte rund 20 Minuten Gehzeit vom Wanderparkplatz bis zum Windpark einplanen, ein Regencape oder eine Kapuzenjacke mitnehmen und sich, falls die Wetterlage sehr unsicher ist, auf der Internetseite des Theaters Lindenhofs oder unter der Lindenhof Telefonnummer 07126/9 29 30 informieren.