Der Burladinger Bürgermeister Harry Ebert ist bekennder AfD-Fan. Foto: dpa

Burladinger Bürgermeister drückt "Gefällt mir" für Partei-Chefin Frauke Petry. Zustimmung für Gemeinschaft "Merkel muss weg".

Burladingen - Unkommentiert hat Bürgermeister Harry Ebert seit Januar verschiedene Posts, Slogans und Wahlplakate der AfD auf seinem Facebook-Profil geteilt. Offenbar sympathisiert Ebert mit den Rechtskonservativen, während Trigema-Chef Grupp sich den Grünen zuwendet.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Burladinger Trigema-Chef Wolfgang Grupp landesweit ein mittleres politisches Erdbeben ausgelöst, als er öffentlich bekannte, bei der Landtagswahl diesmal den Grünen seine Stimme geben zu wollen. Derweil scheint Bürgermeister Harry Ebert eher mit der neuen rechtskonservativen Partei zu sympathisieren. Mal geht es um Asylbewerber, die die Taxifahrt zum Arzt angeblich bezahlt bekommen, mal um die Durchwinke-Politik der Balkanländer in der Flüchtlingsfrage, dann wieder darum, dass die Bundestagsfraktion der Linken den ehemaligen Terroristen Christian Klar beschäftigt. Ebert teilt und liked sei Januar eifrig, was die AfD dazu zu sagen hat und in dem sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht.

Frauke Petry bekommt sein "Gefällt mir"

Geliked, also mit einem aufrechten Daumen versehen, hat der ehemalige Polizist Ebert da nicht nur das Profil der AfD-Chefin Frauke Petry. Der Burladinger Rathauschef signalisierte mit einem Like auch Zustimmung mit der Facebook-Gemeinschaft "Merkel muss weg". Als eine von 19.882 Personen, denen diese Gemeinschaft auch gefällt.

Sehen können die auf Eberts Profil geteilten AfD-Inhalte allerdings nur jene Personen, die mit ihm auf Facebook befreundet sind. "Es handelt sich um mein privates Facebook-Profil und ich will keine Stellungnahme dazu abgeben", kommentiert der Burladinger Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung.

Der Sprecher der Freien Wähler im Burladinger Gemeinderat, Alexander Schülzle, betont: "Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Ich bin auch deswegen bei den Freien Wählern, weil ich finde, man sollte strikt trennen zwischen Kommunal- und Bundes- oder Landespolitik."

Der Burladinger Bürgermeister ist zwar parteilos, errang sein Amt aber im Jahre 1999 vor allem mit Unterstützung der CDU, die in der ehemaligen Textilhochburg sehr stark ist und derzeit die Hälfte der Gemeinderatssitze innehat. Diese Polit-Liaison währte allerdings nur kurz. Einige Zeit danach war Ebert Mitglied der Freien Wähler, saß auch für deren Fraktion im Kreistag, ließ sich dann aber nicht mehr aufstellen.

In die Kritik geriet Ebert immer wieder, weil er sich nach Meinung einiger Bürger nicht entschieden genug vom rechten Rand distanzierte. So wie im vergangenen Jahr, als am Burladinger Kino Nazi-Schmierereien auftauchten. Während die Vereine und Verbände sich mit dem Kinobetreiber solidarisierten und geschlossen den Film über den Hitler-Attentäter Georg Elser besuchten, die Gemeinderatsfraktionen Statements abgaben und das Kino demonstrativ unterstützten, hüllte sich der Rathauschef zunächst in Stillschweigen und gehörte auch nicht zu jenen, die das Lichtspielhaus öffentlichkeitswirksam besuchten.

In einem Interview, das er einige Wochen später dem Schwarzwälder Bote gab, sprach der 54-Jährige davon, dass es "den braunen Spinnern" in die Karten spiele, wenn man sich durch derlei Aktionen provozieren und schockieren ließe. Er selber habe sich dazu entschieden, sie zu ignorieren. Dass Burladingen wegen Nazi-Schlägereien und Schmierereien regelmäßig auch landesweit Schlagzeilen macht, deklarierte Ebert zu einem "Problem der Sensationspresse".

Ebert wurde im März vergangenen Jahres bei einer Wahlbeteiligung von 28,2 Prozent mit 83 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtsperiode wiedergewählt.