Burladingerin lebt Traum: 18-Jährige tritt am Donnerstag im zehnten Finale von "Germany’s next Topmodel" an.

Burladingen/Mannheim - Im Halbfinale war es knapp - doch Ajsa Selimovic aus Burladingen lebt ihren Modeltraum weiter: Am Donnerstag steht sie im Finale von "Germany’s next Topmodel". Welche Chancen hat sie?

Die 18-Jährige Ajsa

"Ich bin die außergewöhnlichste Kandidatin der letzten zehn Staffeln", sagt Ajsa. Die Österreicherin mit bosnischen Wurzeln, die als Au-Pair in Burladingen auf der Schwäbischen Alb arbeitet, fällt in der Castingshow auf. Selbst im Halbfinale am Sonntagabend hat die Jury um Supermodel Heidi Klum, Thomas Hayo und Modedesigner Wolfgang Joop noch neue Seiten an ihr entdeckt. Durch ihre Mischung aus Schüchternheit und Sex-Appeal überrascht sie die Jury und Zuschauer immer wieder. Mit ihren weit auseinander stehenden Augen, ihrem kühlen Gesichtsausdruck und ihrer blassen Haut besticht sie vor allem bei den Fotoshootings. Die 18-Jährige mit den Traummaßen 85-65-91 hört Hardcore-Rock, liebt Tattoos und Piercings. Sie lebt nach dem Motto "You only live once" (Man lebt nur einmal).

Ihr Auftreten

Zu Beginn des Halbfinales ist  Ajsa sehr aufgeregt gewesen. Das hat auch Chefjurorin Klum gemerkt. Aber am Ende, als Ajsa lange um den Einzug ins Finale zittern musste, ist sie  cool geblieben. In der Show erfährt man wenig über die 18-Jährige. Sie geizt mit Worten. Doch bei den Aufgaben überrascht sie  mit ihrem Selbstbewusstsein. Sie punktet  mit ihrem Lächeln, das ihr Klum im Gegensatz zu anderen Kandidatinnen "komplett abkauft". Auch Designer Joop ist von Ajsa begeistert. Ihr Erfolgsgeheimnis bringt er auf den Punkt: "Mit stiller Schönheit täuscht Ajsa über ihre tiefe Frechheit hinweg."

Ihre Konkurrentinnen

"Das ist das stärkste 'Topmodel'-Finale, das es je gab", hat Jurymitglied Hayo  nach dem Halbfinale gesagt. Jurylieb­ling Vanessa aus Bergisch-Gladbach hat  im Halbfinale gleich zwei Jobs ergattert. Die 19-jährige Schülerin mit ihrem Schmollmund wurde von der Jury als Erste ins Finale gewählt. Ajsa hofft, dass ihre Konkurrentin bei Klum keinen Vorteil hat, weil jene aus dem gleichen Ort wie die Model-Mama kommt.

Anuthida (17), Schülerin  aus Lübeck, die thailändische Wurzeln hat, ist in der Show noch zurückhaltender als Ajsa. Ihre Jobs hat sie aber mit Bravour gemeistert.

Die wasserstoffblonde Katharina (19) aus Winsen an der Luhe bei Hamburg ist in der Sendung  vor allem durch ihre Streitereien mit der im Halbfinale ausgeschiedenen "kleinen Zicke" Darya (22) aus München aufgefallen. Darya ist das Biest der zehnten Ausgabe von "Germany’s next Topmodel" gewesen.

Das sagen die Burladinger

Um bei „Germany’s next Topmodel“ mitmachen zu können, hat die Österreicherin Ajsa vermutlich getrickst und einen Au-Pair-Aufenthalt in Deutschland gemacht. In Burladingen mit seinen etwa 12.500 Einwohnern, wo man sich vor dem Presserummel auch gut verstecken kann. Ajsas Gasteltern mochten das angehende Model und halfen dabei.

Trotzdem ist die Mutter von zwei heranwachsenden Kindern froh, dass es vorbei ist mit der Donnerstags-Sendung. Ajsa hat Burladingen vor einer Woche verlassen. Zum Modeln, wie man hört. Dass sie ganz vorne mitmischen würde bei der Castingshow, war vielen schon nach einigen Folgen klar. Ajsa selber durfte sich wegen des Vertrags mit ProSieben nicht dazu äußern, bekam einen Maulkorb verpasst. Mit den Gasteltern sprach sie sich ab, dass sie im Fernsehen und bei den Interviews ihre Lebensumstände in Burladingen überhaupt nicht erwähnen würde.

Tatsächlich weiß man in der Nachbarschaft wenig über das junge hübsche Mädchen. Allerdings ist es noch gar nicht lange her, dass man sie beim Schneeschippen gesehen hat. "Ich glaube, die ist schon längst weg", vermutet eine Nachbarin beim Plaudern während der Kehrwoche und setzt dazu: "Dass die in Burladingen lebt, habe ich aus meiner Lokalzeitung erfahren."

Die Familie und Freunde hielten dicht, was Ajsa und den Sender betraf, guckten ein paar Mal die Sendung an. "Hätten wir sonst nie gemacht", bestätigt die Gastmutter. Die Burladinger freuen sich über den Auftritt in der Show. "Es ist ja schon was Besonderes, wenn jemand aus dem eigenen Ort im Fernsehen ist. Das ist eine gute Werbung", meint Celina (15).

Ob Ajsa bei der Produktion "Germanys next Topmodel - by Heidi Klum" überhaupt hätte antreten dürfen, ohne wenigstens vorübergehend einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen zu können, ist fraglich. Da mag sie einfach mal für eine Weile umgezogen sein, um sich ihren Modeltraum zu verwirklichen. Vielleicht sogar mit Einverständnis des Senders?

Ihre Chancen

Jurymitglied Joop sieht in Ajsa einen internationalen Typus. "Sie passt sich nicht so schnell an, deshalb lässt sie sich nicht so schnell verbrauchen", sagt der 70-Jährige. Durch ihr besonderes Aussehen hebt sich Ajsa von ihren Konkurrentinnen ab. Klum sagt über sie: "Ajsa ist ein besonderer Typ. Sie hat ein sehr außergewöhnliches und interessantes Gesicht durch ihre schönen, sehr weit auseinanderstehenden Augen."

Gerade in den sozialen Medien kommt sie gut an. Sie hat fast 35.000 Follower bei Facebook, bei Instagram sind es sogar 83.000. Im Netz zeigt die 18-Jährige eine andere Seite von ihr als in der Show. Mit halbnackten Bildern, auf denen sie mit ihrem Freund zu sehen ist, hat sie für Aufregung gesorgt. "Ich bin das süße Mädchen, das auch sexy sein kann", sagt sie über sich.

Das Fazit

Ajsa hat im Finale auf jeden Fall gute Chancen - auch wenn sie es nur knapp erreicht hat. Laut Klum seien derzeit in der Modelbranche "Typen und Persönlichkeiten" gefragt. Das könnte Ajsa entgegen kommen. Vielleicht schafft sie es tatsächlich, die Jury mit ihrem Mix aus Schüchtern- und Frechheit erneut zu überzeugen - und wird Germany’s next Topmodel. Damit würde sie sich - wie sie selbst sagt - ihren Kindheitstraum erfüllen. Und auf der Alb würde man sich noch lange Geschichten über Ajsa, das Schneeschippen und die Tricks der Fernsehsender erzählen

Weitere Informationen:

Finale: Donnerstag, 14. Mai, um 20.15 Uhr auf ProSieben