Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Global Player: "China isch Gefahr und Chance zugleich"

Von
Um den Niedergang eines schwäbischen Textilunternehmens geht es in "Global Player", hier gespielt vom Theater Lindenhof. Foto: Stotz Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen. Mit seinem Stück "Global Player – wo mir send isch vorne" bringt der in Stuttgart geborne und in Hechingen aufgewachsene Drehbuchautor und Regisseur Hannes Stöhr eine Tragikömödie auf die Bühne, die viele Zuschauer bereits von der Kinoleinwand her kennen. Am Freitag spielte das Theater Lindenhof dieses Stück in der Balinger Stadthalle.

Paul Bogenschütz, ein schwäbischer Textilunternehmer der ersten Stunde, feiert seinen 95. Geburtstag. Wie an so vielen seiner Generation nagen an ihm bis heute seine traumatischen Kriegserlebnisse, die ihm regelmäßig die nächtliche Ruhe rauben. So ist es auch zu Beginn des Stücks so, dass ihn seine akademisch ausgebildete, osteuropäische Pflegekraft Agnieschka um vier Uhr morgens im Wohnzimmer findet, nachdem er wieder einmal von seiner posttraumatischen Belastungsstörung aus dem Schlaf gerissen wurde.

Man nimmt es ihm ab, diesem Paul Bogenschütz, gespielt von Bernhard Hurm, dass er für die Hilfe seiner Agnieschka, gespielt von Kathrin Kestler, dankbar ist. Hin und wieder kommt der alte Haudegen in ihm durch. Beispielsweise wenn er sagt: "Die Firma Bogenschütz hat den Ersten und den Zweiten Weltkrieg überlebt. Wir werden auch den Chinesen überleben." Denn das Herz des alten, schwäbischen Unternehmers hängt nach wie vor an seiner Firma.

Kampf gegen Investoren

Sohn Michael Bogenschütz, gespielt von Gerd Plankenhorn, kämpft inzwischen als Geschäftsführer mit aller Macht gegen die Übernahme des Textilunternehmens durch chinesische Investoren. Deshalb steht er seit Wochen in zähen Verhandlungen mit seinem chinesischen Widersacher.

"China isch Gefahr und Chance zugleich", erklärt er seiner Schwester Marlies, gespielt von Linda Schlepps, die anlässlich Vaters Geburtstags aus Berlin angereist ist. Sie hat dort ihr von Vaters Geld aufgebautes Jogastudio und ihren Bio-Bauernhof alleine gelassen. Entsetzt erfährt sie vom Bruder, wie schlecht es um die Firma steht. Da hat sie die Idee, dass biologisch-fair gehandelte Jogakleidung das Unternehmen retten könnte.

Dass die Firma kurz vor dem Aus steht, hat auch der älteste Bruder der beiden, Manfred Bogenschütz, bislang nicht gewusst. Der Lebemann hat immer einen Spaß auf den Lippen, und bringt auch das Balinger Publikum häufig zum Lachen. "Kennt ebber’s Tropi in Albstadt-Ebingen? Und wer war do scho mol?" fragte er zum Beispiel unter Einbeziehung des Publikums. Besonders die schwäbische Vertonung des Bob-Marley-Songs "No woman, no cry"; als "Koine Weiber, koi Gschrei", sorgt für viel Applaus seitens des Publikums. Manfred Bogenschütz hat eigentlich Hausverbot im väterlichen Haushalt, möchte jedoch seine Strandbar auf Jamaika erweitern und braucht deshalb dringend Geld aus der Firma.

Und dann gibt es da noch den Facharbeiter Kleinmann, der sich stellvertretend für die ganze Belegschaft für den Erhalt der Maschinen und der Firma einsetzt. Auch er wird von Berthold Biesinger dargestellt. Mit dem Tod des Firmengründers endet das Stück, während Marlies und Michael sich im Flugzeug auf dem Weg nach China befinden. Für den Wechsel des Bühnenbilds sorgen die Schauspieler während der Aufführung ohne jegliche Unterbrechung der Handlung.

Am Ende werden die sechs Darsteller mit lange anhaltendem Applaus verabschiedet. Doch so manchem bleibt die Nachdenklichkeit über diese Tragikomödie auf dem Heimweg erhalten.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.