Pfarrer Alfons Günder bringt den Gläubigen die Osterbotschaft nahe. Foto: Bender Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Frohe Botschaft steht im Mittelpunkt in der evangelischen Versöhnungskirche Burladingen

Burladingen (vb). Die frohe Botschaft vom Leben stand im Mittelpunkt des Ostergottesdienstes am Sonntag in der evangelischen Versöhnungskirche in Burladingen.

"Christus ist auferstanden", das sei der Ruf an diesem Freudentag, erläuterte Pfarrer Alfons Günder in seiner Predigt. Und als Antwort folge immer: "Ja, er ist wahrhaft auferstanden." Mit diesem Gruß, diesem Freudenruf, begegneten sich orthodoxe Christen heute noch, so Günder. Und diese Botschaft, die Osterbotschaft, sei nach wie vor in ihrer Kraft erhalten geblieben.

Eindrucksvoll zeigte dies die Erzählung aus einem sowjetischen Frauengefängnis. Ostern sei für die gesamte Menschheit zur Freude geworden, doch hier sei man von dieser Freude ausgeschlossen, hat wohl einst eine inhaftierte Gläubige bedauernd festgestellt. Und dann durchbricht sie mit ihrem Ruf die trostlose Stille: "Christus ist auferstanden." Und aus jeder Zelle folgt freudig die Antwort: "Ja, er ist wahrhaftig auferstanden."

Die Wächter seien damals sprachlos gewesen, ja versteinert, erzählte der Pfarrer weiter. Und die junge Frau habe anschließend vier Tage in einer Strafzelle hungern und frieren müssen. Doch sie freute sich: "Ich habe die Osterbotschaft verkündet. Jesus lebt. Alles andere ist nicht wichtig."

Wir müssen nicht mit Strafe rechnen, wenn wir die Osterbotschaft weitergeben. Doch haben wir trotzdem den Mut dazu? Der Pfarrer brachte die versammelte Gemeinde ins Grübeln. "Was bedeutet Auferstehung für mein Leben?" An Gott zu glauben bedeute, den Sinn des Lebens zu verstehen, erläuterte Pfarrer Günder. Ja, Ostern mute allen viel zu. Denn man könne eben nicht nur ein bisschen nachfolgen oder ein bisschen glauben. Nein, jeder müsse sprichwörtlich sein Kreuz tragen. Glauben sei nur mit dem ganzen Leben und dem ganzen Sterben möglich, so die Botschaft. Denn Gottes Größe sei unermesslich und unfassbar und genau das mute uns Ostern zu.

"Ein paar Nummern zu groß für unser Begreifen?", fragte der Seelsorger. Man dürfe das Leid nicht ignorieren, nicht den leichten Weg gehen, müsse die Mauern des Alltags durchbrechen und von der Gleichgültigkeit zur Liebe kommen. "Dieses Jahr ist Ostern in ein ganz neues Licht gerückt", verdeutlichte Alfons Günder. Aber Gott lasse die Menschen niemals los. Und das gebe Hoffnung, durch das Leid und den Tod hindurch, in ein vollendetes Leben zu gehen und in Gottes Ewigkeit zu leben.

Und als Zeichen und Gruß der Gemeinde durfte jeder Gottesdienstbesucher am Ende ein kleines Osterkörbchen mit nach Hause nehmen.

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