Viele Gläubige, egal ob Katholiken oder Protestanten, haben das zeitweise Fasten und den Verzicht für sich als wohltuend entdeckt. Symbolbild: Congerdesign Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Es geht um "Sieben Wochen ohne" / Jedes Mal nehmen sich die Teilnehmerinnen eine andere Blockade vor

Für Katholiken ist es völlig normal. Von Aschermittwoch bis Ostern wird gefastet. Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten, fettiges Essen – das ist für viele Burladinger in dieser Zeit selbstverständlich.

Burladingen. Aber auch Protestanten haben dieses Fasten schon lange neu entdeckt. Dieses Jahr heißt das Motto der Fastenaktion "Sieben Wochen ohne Blockaden". Der Burladinger Frauentreff, der zuletzt im Oktober bei einem Krimidinner im Gemeindesaal der evangelischen Versöhnungskirche in Burladingen zusammenkommen konnte, beteiligt sich daran.

"Wenn wir uns schon nicht mehr einmal im Monat zu bestimmten Themen treffen können, dann sind wir künftig eben auf andere Art verbunden. Aktuell bei der Fastenaktion", erläutert die Leiterin des Frauentreffs, Vera Bender.

Mitmachen darf übrigens, wer will. Ob Frauen oder Männer, Jung oder Alt, evangelisch oder katholisch. Die erste Woche hat bereits begonnen. Aber man kann immer noch einsteigen. Schließlich geht die Aktion ja über sieben Wochen – vom 17. Februar bis 5. April. "Wie kann ich innerhalb von akzeptierten Grenzen großzügig und vertrauensvoll leben?", fragt Arnd Brummer, der Geschäftsführer der Aktion "7 Wochen ohne". Nicht körperliches Fasten sei gefragt, sondern "Fasten im Kopf", Blockaden lösen. Jede Woche nehmen sich die Teilnehmer eine andere Blockade vor.

So heißt es in der ersten Woche, die noch bis 23. Februar geht, "alles auf Anfang". Man will sich mit der eigenen Geschichte befassen und erkunden, wie alles begann, zu sich selbst finden. Kostbare Erinnerungen hervorholen, die Kindheit wieder aufleben lassen, alte Gewohnheiten abstauben.

"Erkunden wir uns selbst. Was macht mich als Person aus? Ohne Einflüsse von außen. Was ist mit der Zeit verlorengegangen oder was habe ich aus dem Blick verloren?" Mit diesen Überlegungen möchte Frauentreff-Leiterin Vera Bender jeden einzelnen zum Nachdenken und zum Erinnern anregen.

Mit Rollenbildern und Klischees aufräumen

In der zweiten Fastenwoche vom 23. Februar bis 2. März heißt es dann: "Von der Rolle". Früh werden Kinder in irgendwelche Rollen gedrängt. Der Junge bekommt das Auto, das Mädchen die Puppe. Im Alter noch auf eine Schaukel? Ein Mann darf nicht weinen?

"Lasst uns mit Rollenbildern und Klischees aufräumen!", ermutigt Vera Bender Interessenten. Keiner wolle in eine Schublade gezwängt werden: die Kluge, die Schüchterne, die Ängstliche, die Zupackende.

"Wir bestimmen selbst, wer wir sind", lädt die Frauentreff-Leiterin zum Innehalten ein.

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