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Burladingen Evangelium mit Händen und Füßen

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Jeden Montag übt Anton Roggenstein mit dem Gospel-Chor InSpirit in der Aula der Erich-Kästner-Schule. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

"Weil es einfach viel mehr fetzt", sagt Ursula Vergari auf die Frage, warum sie und ihre beiden Töchter Anna und Lea im Burladinger Gospelchor InSpirit singen. Und ja, bei diesen Rhythmen erhebt sich nicht nur die Stimme: Klatschen, Fingerschnippen, sich bewegen, das ist im Gospelchor erlaubt.

Burladingen. Und da kann es bei den Proben in der Aula der Burladinger Erich-Kästner Schule am Montagabend eben auch schon mal sein, dass Chorleiter Anton Roggenstein vom Klavier aufsteht und seinen Sängerinnen und Sängern auch den richtigen Takt der Wiegeschritte beibringt und erklärt, wann von einem Bein aufs andere zu wechseln ist.

"Mehr Rufen als Singen"

Gegründet wurde der Chor schon 2002 von Stefanie Wunder. Viele Jahre war Michael Binder der Chorleiter, jetzt ist es seit 2010 Anton Roggenstein, der vom Klavier aus bei den Proben und bei öffentlichen Auftritten den Ton angibt. Roggenstein kommt aus Veringenstadt und ist auch Kantor von St. Martin in Trochtelfingen.

Gospel, so sagt er, sei oft mehr Rufen als Singen. Tatsächlich, diese Kirchenmusik, die oft Blues- und Jazzelemente vereint und Anfang des 20. Jahrhunderts in den afroamerikanischen Gemeinden der USA entstand, wurzelt auch in dem Wunsch nach Freiheit und Gleichbehandlung, appelliert mit Texten und Melodien an Nächstenliebe und Brüderlichkeit über die Rassenschranken hinweg.

Bald war das Wort Gospel, kommend von "good spell", was so viel heißt wie "gute Nachricht", für diese Musikrichtung gefunden. Sie ist ergreifend, nicht nur für die rund 28 Sängerinnen und Sänger, die der Burladinger Gospelchor InSpirit derzeit hat, sondern auch für die Menschen, die die Konzerte besuchen. So mancher hat sich da nach einem Auftritt gemeldet und den Wunsch geäußert, mit zu machen. "Wir wären gerne auch noch mehr. Wer Lust hat mitzusingen, ist jederzeit willkommen, egal, welchen Alters", sagt Sängerin Iris Dreger.

Anita Biener ist seit 2003 dabei. "Da kann man sich den Stress von der Seele singen", sagt sie über die Gospelmusik. Begeistert erzählt sie von dem Probenwochenende, das einmal im Jahr stattfindet und von dem gemütlichen Zusammensein, das die Mitglieder des Chores sich alle vier bis sechs Wochen nach der Probe gönnen. Nicht nur Ohrwürmer wie "Oh happy day" oder "I will follow him", "Peace shall be with you" oder "Freedom is coming" aus der englischsprachigen Musikliteratur stehen da im Repertoire des Chores, sondern auch deutschsprachige Titel. Der Chor ist überkonfessionell, tritt in St. Fidelis ebenso auf wie zu feierlichen Anlässen in der evangelischen Kirche.

Derzeit probt Roggenstein mit den Sängerinnen und Sängern für das nächste große Konzert. Ambitioniert lässt er den Chor die A-capella-Melodie einüben, schärft die Konturen des Kanons in einem anderen Lied und freut sich über gelungene Solostellen seiner Sängerinnen.

Am Sonntag, 14. Oktober, um 17 Uhr in der Burladinger St. Georgskirche wird dann alles sitzen – bis auf die Zuhörer. Die werden im Stehen mitklatschen und mit den Fingern schnippen.

 

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